Zensur in sozialen Medien

Unsichtbare Macht
Facebook sperrt willkürlich Beiträge. Wenn einen das stört, bleibt nur, sich abzumelden.

Facebook löscht Verstöße gegen seine Gemeinschaftsstandards. Aber wie viele Beiträge es darüber hinaus nach welchen Kriterien löscht, bleibt unklar. So klagte der prokurdische Blogger Kerem Schamberger unlängst über den Schwund Tausender Follower. Einige seiner Anhänger erklärten, sie hätten die Gefolgschaft gar nicht aufgekündigt. Hat Facebook die Verbindung gekappt? Das Netzwerk dementierte.

Michael Güthlein

Michael Güthlein, Jahrgang 1990, ist Redakteur bei chrismon. Nach dem Studium der Germanistik und Geografie in Bamberg sowie dem Masterstudiengang Journalismus in Mainz hat er in den Redaktionen von chrismon und epd volontiert. Praktika führten ihn zur Allgemeinen Zeitung Mainz, zum Fränkischen Tag, SWR Fernsehen, HR Hörfunk und den Kinozeitschriften Cinema sowie epd Film. Er interessiert sich besonders für die Themenfelder Politik, Gesellschaft und Kultur.
Lena UphoffMichael Güthlein, chrismon-Redakteur

Die anonyme Internetaktivistin und Grimme-­Online-Award-Preisträgerin Barbara verbreitet Aufkleber gegen Hass und Intoleranz. Mitte Januar beschwerte sie sich: Facebook sperre ihre Beiträge. Facebook entschuldigte ­
sich und schaltete sie wieder frei. Ähnlich erging es den ­Titanic-Chefredakteuren Leo Fischer und Tim Wolff – und der Autorin Stefanie Sprengnagel. Facebook kontrolliert einen bedeutenden Teil der ­Kommunikation im Netz – und das bei weitgehender Intransparenz seiner Regeln. Es nimmt Einfluss auf die politische Meinungsbildung. Aber Facebook ist nur eine kommerzielle Website, die Reichweite gegen Daten tauscht. Wer sich ­seiner Willkür nicht aussetzen will, sollte das soziale Medium verlassen.

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