Regierungsbildung nach der Bundestagswahl

Bündnis der Verlierer
Angela Merkel (CDU) spricht am 13.10.2012 während des Landesparteitages der CDU Niedersachsen in Celle. Im Hintergrund ist ein Schild zum Notausgang zu sehen

Julian Stratenschulte/dpa Picture-Alliance

Findet Angela Merkel den Weg in Richtung Regierungsbildung?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht am 13.10.2012 während des Landesparteitages der CDU Niedersachsen in Celle. Im Hintergrund ist ein Schild zum Notausgang zu sehen. Mit der Nominierung von McAllister zu ihrem Spitzenkandidaten hat die CDU offiziell den Wahlkampf zur Landtagswahl 2013 eingeläutet. Foto: Julian Stratenschulte/dpa [ Rechtehinweis: (c) dpa ]

Haben sich die Wähler bei der Bundestagswahl kompliziert ausgedrückt? Nein. Ihr Votum ist eindeutig: Neue Gesichter müssen her!

Viele Politiker sind sich einig: Die Wähler hätten ihnen bei der Bundestagswahl einen komplizierten Auftrag mit auf den Weg gegeben. Dabei ist der Wähler­wille klar: Die CDU hat sieben ­Prozent verloren, Bundeskanzlerin Angela Merkel – im Wahlkampf in vielen Medien als unschlagbare Lichtgestalt darge­stellt – hat das schlechteste Unions­ergebnis seit 1949 zu verantworten. In Bayern ­verlor die CSU über zehn Prozent – 
eine Blamage. Und SPD-Chef ­Martin Schulz kann froh sein, dass beim Wahlergebnis die „2“ vorne steht. Ja, besonders aus dem Ergebnis der Sozialdemokraten lässt sich eine Absage an eine Große Koali­tion interpretieren. Aber es gibt noch eine andere Lesart, die sehr naheliegend ist: Bundeskanzlerin Merkel ist eine Wahlverliererin; Horst Seehofer und Martin Schulz sind ebenfalls auf die Nase ge­fallen.

Vermutlich helfen Merkel 
die stumpfen „Merkel muss weg!“-­Parolen, die AfD- und Pegida-
Anhänger hasserfüllt brüllen. Mit ­ihnen wollen Medienmenschen sich nicht gemein machen. Das ist verständlich. Aber auf die Heraus­forderungen – etwa die Krise der EU, wankelmütige Partner in den USA und Russland, Klimawandel – sollte Deutschland nicht mit einem Bündnis aus Wahlverlierern reagieren. Es ist Zeit für neue Gesichter. Angela Merkel kann Res­pekt zurückgewinnen, wenn sie vorangeht – und die Verantwortung an Jüngere überträgt.

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