Computerspiel für Demenzkranke

Gib Gas, Opa!
Ein älterer Mann spielt "Memore"

Foto: Manoucher Shamsrizi

Probefahrt im Teststudio: Das schult das Gleichgewicht

Ein Hamburger Unternehmen will Dementen helfen und Gemeinschaft fördern – mit Videospielen

Herr Müller fährt Motorrad. Nicht wirklich, er ist mit einer Spielkonsole unterwegs. Der alte Herr verlagert sein Gewicht vom linken aufs rechte Bein und weicht einem virtuellen Auto aus. Mitbewohner im Hamburger Seniorenheim der Auguste-Viktoria-Stiftung applaudieren.

Die Konsole „Memore“ haben Programmierer zusammen mit Medizinern, Pflegewissenschaftlern und Demenzforschern entwickelt. Sie soll Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz nicht nur unterhalten. Die Gewichtsverlagerung beim Motorradspiel trainiert Gleichgewicht und Koordination. Ein Kegel-Spiel soll gut für die Gemeinschaft sein. Ein Postboten-Spiel, bei dem die Alten ein Fahrrad lenken und gleichzeitig mit rechtem und linkem Arm virtuell Briefe zustellen, schult Koordination und Feinmotorik.

Laut Studien verlangsamt sich der Krankheitsverlauf, wenn Ergo- und Physiotherapeuten Bewegungsabläufe trainieren und ­Demenzkranke geistig herausfordern. Geht es nach dem Hamburger Unternehmen „Retrobrain“ ­sollen einfache Computerspiele wie „Memore“ die Therapie unterstützen. Noch wird das Computerspiel auf Wirksamkeit geprüft. Die Firma „Retrobrain“ hofft, dass eines Tages die Kranken- und Pflegekassen die Kosten für „Memore“ mittragen.

Information

Ein Werbevideo der Firma finden Sie unter spiel-memore.de.

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