Schwimmer und Plantscher: Doping-Debatte

Schwimmer und Plantscher
FINA World Championships: Schwimmer, Doping

Foto: Adam Pretty/Getty Images Sport

Probleme der Menschheit, schnell mal gelöst. Heute: Doping

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF ist Ziel heftiger Proteste prominenter Sportler. Die Funktionäre hätten sehr lasch und geschäftsmäßig auf Ent­hüllungen reagiert, nach denen bei ­Läufern, Springern und Werfern noch immer in unglaublichem Ausmaß ge­dopt wird.

So sollen zwischen 2001 und 2012 bei internationalen Wettbewerben und Olympischen Spielen fast 150 gedopte Medaillen­gewinner unterwegs gewesen sein. 800-Meter-Läufer Robin Schem­bera protestierte: „Ich möchte gegen saubere Athleten laufen ‒ nicht gegen Monster.“

Medizinschränke gegen Nichtoptimierte

Recht hat er. Wie wir aus Kreisen des Verbandsmanagements gehört haben wollen, will die IAAF den erzürnten Sportlern, zu denen auch Diskuslegende und Olympiasieger Robert Harting gehört, dies nicht mehr antun.

 Künftig sollen alle Disziplinen bei Olympia oder Meisterschaften in zwei Gruppen ausgetragen werden: „Medizinschränke“ und „Nichtoptimierte“.

Vor allem in China freut man sich da­rüber. Man sieht darin die Chance, neue Werbemärkte für die sportmedizinische Pharmaindustrie zu öffnen. Am Rande der Schwimm-WM im August in Kasan soll der chinesische Schwimmer Sun Yang (jüngst wegen Doping drei Monate gesperrt) ­vorgeschlagen haben, die Gruppen so zu unterscheiden: „Schwimmer“ (gedopt) und „Plantscher“ (ohne Pillen).

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