Schön waren sie, die „Greller“-Tage!

 Eva Donhauser, 47, schreibt ihrer Patin Marianne Greller, 73: „Tante Marianne“ – das habe ich nie zu Dir gesagt. Als wir uns so richtig kennenlernten, war ich ja auch schon Mitte zwanzig. Und ganz neu in München, ich hatte einen aufregenden Job als Unternehmensberaterin, lernte ständig Leute kennen, ging in Konzerte. Am anderen Ende der Stadt wohntest Du, als Hausfrau, mit Mann und Sohn. Jeden Dienstag kam ich zum Abendessen. Es war immer aufgeräumt bei Euch, alles an seinem Platz. Auf dem Tisch Geschnetzeltes oder ein anderes meiner Lieblingsgerichte. Dein Mann ging zu Bett, er war bei der Polizei, musste früh raus. Und dann kam: unsere Zeit! Wir ­redeten, Stunde um Stunde. Ich erzählte Dir von meinem Liebeskummer, Du hast mit mir gelacht und mit mir geweint – und warst genauso offen zu mir. Das hat mir imponiert. Wir haben aus dem Dienstag den Greller-Tag gemacht – benannt nach Deinem Nachnamen. Oder vielleicht auch: weil es so hell war in Deinem Wohnzimmer? Zumindest für uns beide. Der Greller-Tag ist nie ausgefallen, sieben Jahre lang. Dann zog ich fort aus München. Jetzt sehen wir uns kaum, dafür gibt’s Greller-Telefonate!

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.