Naturnah gärtnern - so geht's

Tipps und Adressen zum naturnahen Gärtnern

Nadja Jacke/photocase.com

Welche einheimischen Blumen und Sträucher sind besonders schön, und wo kriegt man die? Das und viele weitere Tipps lesen Sie in diesem Dossier

Gartentipps in chrismon, was soll das?

Wieso beschäftigt sich chrismon mit dem naturnahen Gärtnern? Ist doch klar: Schöpfung bewahren! Das kann auch heißen, im eigenen Garten was für die heimische Insektenwelt zu tun. Denn den Insekten hierzulande geht es schlecht – es können immer weniger Insekten (weniger Arten und weniger Individuen) in den deutschen Landschaften überleben. Das haben die aufopferungsvollen Zählungen von Naturschutzfreunden und -freundinnen über Jahrzehnte ergeben. Die moderne Landwirtschaft lässt Insekten kaum noch Lebensräume, so ausgeräumt, überdüngt, mit Chemie "vergiftet", wie sie ist. Die fortschreitende Versiegelung von Boden tut ein Übriges. Das ganze Ausmaß des Insektenschwunds hat Josef Tumbrinck, Geschäftsführer vom NABU Nordrhein-Westfalen im Januar 2016 dem Umwelt- und Naturschutzausschuss des Bundestags geschildert. Seine besorgniserregende Präsentation sowie die Stellungnahmen der anderen Fachleute (Insektenforscher meist) sind hier nachzulesen.

"Ich rette die Natur"

chrismon-Chefreporterin Christine Holch berichtet von ihren Versuchen, den eigenen Garten naturnah zu gestalten

Doch wie sehen viele deutsche Gärten aus? Leer. Viel Rasen (uninteressant für Insekten). Exotische Gehölze, mit denen Insekten und Vögel überhaupt nichts anfangen können. Vor allem Thuja und Kirschlorbeer. „Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose", sagt der Geschäftsführer des NABU Bremen, Sönke Hofmann, hier nachzulesen

Sie wollen es anders machen, wissen aber nicht, wie naturnahes Gärtnern geht? Dann sind Sie hier richtig. Dieses Online-Dossier versammelt Praxistipps in Hülle und Fülle. Aber ist die chrismon-Redaktion in Gartenfragen überhaupt kompetent? Nun, Chefreporterin Christine Holch hat mit vielen Fachleuten gesprochen, und sie gärtnert seit fünf Jahren selbst – mit dem Ehrgeiz, möglichst viele einheimische Blühpflanzen zwischen die klassischen Gartenstauden zu setzen. Aber sie ist natürlich weder gelernte Gärtnerin, noch studierte Biologin. Wer also einen Fehler entdeckt in diesen Tipps oder eine nützliche Ergänzung hat, bitte melden: holch@chrismon.de

Wie naturnah soll’s denn sein?

Ein Garten ist IMMER ein Stück gestaltetes Land. Er kann Natur nicht imitieren, das wäre sehr aufwändig, soll er auch nicht, denn erst einmal ist ein Garten für die Menschen da. Und auch mit einem traditionell bepflanzten Garten kann man erstaunlich viele Insekten und Vögel anlocken – sofern der Garten üppig bepflanzt ist. Das hat die legendäre Britin Jennifer Owen herausgefunden – die Biologin zählte (mit Hilfe ihres Mannes und vieler Studierender) über Jahrzehnte, wer sich da so alles in ihrem Garten tummelte. Es war eine erstaunliche Zahl an Insekten. Allerdings waren darunter vor allem "gewöhnliche" Insekten, meist Allesfresser. In Gärten mit einem hohen Anteil an einheimischen Pflanzen finden sich deutlich mehr seltene, bedrohte und spezialisierte Insekten. Das stellt der Biologe und Naturgartenplaner Witt fest. Ihm liegen die Zählungen aus diversen naturnah gestalteten Privatgärten in Deutschland vor.

In konventionellen Gärten finden sich im Schnitt 70 Prozent nicht-einheimische Pflanzen und 30 Prozent einheimische (die meisten davon sind Unkräuter!). Für den Naturgarten rät zum Beispiel Naturgartenplaner Reinhard Witt, schwerpunktmäßig 80 Prozent heimische Pflanzen zu setzen. Dazu ein paar Nichtheimische, bevorzugt aus dem benachbarten Bereich (Mittelmeerraum, Kaukasus etc.). Auch, um die Blütezeit bis in den tiefen Herbst zu verlängern. Er empfiehlt deshalb sogar die noch im Oktober blühende blaue Chinesische Bleiwurz!

Oder man setzt einzelne fremdländische Blühpflanzen als großblumige Highlights zwischen die flirrenden, diffusen Wolken der oft eher kleinblütigen heimischen Blühpflanzen.

Kurzum: Man muss nicht auf die geliebte Dahlie, die gefüllte Rose oder Omas tollen Rhododendron verzichten. Aber man sollte viele Einheimische dazusetzen. Und vor allem einheimische Bäume und Sträucher – die bringen der Tierwelt dank ihrer großen Oberfläche richtig viel.Wie weiß ich, ob eine Pflanze einheimisch ist?

  • Einheimische Arten erkennt man oft, aber nicht immer, am Namenszusatz "vulgaris" oder "officinalis".
  • Häufiger zu kaufen sind allerdings so genannte "Auslesen" oder "Sorten" von einheimischen Blühpflanzen. Das sind letztlich zufällige Mutationen von Einheimischen, die dann gezielt weiterweitervermehrt werden – weil sie zum Beispiel gepunktete Blätter haben oder ein intensiveres Blau. Man könnte sie auch "Ausreißer" nennen, oft in Weiß (die haben dann den Zusatz "Alba" im Namen). Beispiele für Sorten/Auslesen sind die vielen farbigen Varianten der heimischen Achillea millefolium/Schafgarbe.
  • Achtung: Der lateinische Name von Pflanzen besteht aus ZWEI Wörtern. Leider muss man auf beide achten. Denn nur die Achillea millefolium ist die heimische Gewöhnliche Schafgarbe, Achillea filipendulina hingegen, die Goldgarbe, stammt aus Asien. Ebenso beim Wasserdost:  Eupatorium cannabinum/Gewöhnlicher Wasserdost ist in Mitteleuropa heimisch, Eupatorium maculatum bzw. fistulosum dagegen stammt aus Nordamerika.
  • Die Auslesen sind meist auch noch ok für die Insektenwelt – sofern sie nicht gefüllte Blüten haben. "Plena"/"Gefüllt" -  da sind die Staubblätter zu Blütenblättern umgewandelt. Für Insekten gibt es also kaum was zu holen. Nur bei Rosen gilt nicht immer, dass gefüllte Blüten keine Früchte (Hagebutten) haben. So die Erkenntnis von Reinhard Witt. In seinem Buch "Naturnahe Rosen" listet er hagebuttentragende Rosen auf, Auszüge sind hier zu lesen.
  • Kommt im Namen ein "x" vor, handelt es sich um eine Kreuzung zwischen zwei verschiedenen Pflanzenarten, auch "Hybrid" genannt. Das ist dann nicht mehr naturnah.

Achtung: Wer online bei einer Staudengärtnerei bestellt, muss explizit nach heimischen Pflanzen suchen, nicht generell nach "Wildpflanzen" oder "Wildstauden". Denn eine japanische Wildstaude ist zwar wild, also züchterisch nicht bearbeitet, aber sie ist eben nur in Japan wild und heimisch.

Warum überhaupt heimische Pflanzen? Es geht nicht um das Heimisch-Sein an sich, sondern um die biologischen Eigenschaften dieser Pflanzen. Sie sind in Geschmack und Aufbau der hiesigen Insektenwelt bekannt. Wichtig: Die heikle Phase der Insekten ist die Kinderphase, also das Larven- und Raupenstadium. Die "Kinder" sind oft wirklich angewiesen auf heimische Pflanzen. Die "Erwachsenen" (etwa Schmetterlinge) kommen eher auch mit allerlei fremdländischen Blüten klar.

Nicht einheimisch, aber den einheimischen ähnlich sind manche Pflanzen aus dem "nördlichen Florenreich" – etwa aus dem Himalaya, Europa, Nordamerika. Wie ähnlich oder unähnlich diese Pflanzen unseren einheimischen Pflanzen tatsächlich sind und welche Insekten mit den Unterschieden klarkommen, welche nicht, ist bislang nicht annähernd erforscht. Ein Beispiel: Heimisch ist die Knautia arvensis (Acker-Witwenblume), nur "ähnlich" dagegen ist die vom Balkan stammende Knautia macedonica (Mazedonische Witwenblume).

Wer richtig ehrgeizig ist, pflanzt sogar Pflanzen aus der Region. Welche das sind, ist für Laien nicht leicht herauszufinden. Da kauft man eine Kartäusernelke, aber es ist nicht die regionale Kartäusernelke, sondern eine von irgendwoher aus Mitteleuropa. Anderes Beispiel für Laienirrtum: Gern mal als einheimisch bezeichnet wird der Flachblättrige Mannstreu/Eryngium planum, allerdings endet seine westlichste Ausbreitung in Frankfurt an der Oder. Blöd, wenn man in Frankfurt am Main wohnt. Einige Botanische Gärten planen, demnächst an die Bürger und Bürgerinnen regionale Wildformen abzugeben, damit sie die im Garten weitervermehren und dann am Ende auch – per Samenflug – die Natur bereichern. Bislang aber fehlt das Geld für das Projekt.

Für Berlin gibt es allerdings eine Liste regionaltypischer Pflanzen: "Pflanzen für Berlin – Verwendung gebietseigener Herkünfte", herausgegeben vom Senat, erstellt von Prof. Ingo Kowarik, der nebenbei noch Landesbeauftragter für Naturschutz ist.

 Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)Foto: Philippe/agefotostock

Welche Blumen sind einheimisch UND schön?

Hier eine Auswahl von rund 40 einheimischen Blühpflanzen, die man gut in einem Garten mit normalem Gartenboden haben kann. Einige allerdings haben es gern ein wenig trocken und mager (kein Dünger!)

Es handelt sich hier um STAUDEN, das sind Pflanzen, die jedes Jahr neu austreiben aus ihrem Wurzelstock. "Mehrjährige" nennt man sie auch, im Unterschied zu "Einjährigen".

Die folgenden Detailangaben orientieren sich häufig an den Pflanzenporträts der Staudengärtnerei Gaissmayer in Illertissen. Auf der Webseite findet man einheimische Wildpflanzen auf diesem Weg: unter pflanzenversand-gaissmayer.de  links auf "Profisuche" gehen, dann im Formular anklicken "Heimische Wildstaude", dann erhält man eine Liste mit etwa 250 Porträts. Man kann auch Fragen zu den einzelnen Pflanzen stellen. 

Abkürzungen

Lichtbedarf: sonnig = so, halbschattig = hs, schattig = sch. Halbschattig ist eine recht ungenaue Kategorie, meint aber oft etwa fünf Stunden Sonne am Tag.

Die Blühmonate sind so angegeben: III-V bedeutet März bis Mai.

  • Achillea millefolium / Wiesen-Schafgarbe, VI-VII + IX, so, weiß (Auslesen: rot, orange etc.)
  • Aconitum napellus / Blauer Berg-Eisenhut, VI-VII, - 120 cm, so-hs, lila
  • Allium sphaerocephalon / Kugel-Lauch, VII, -100 cm, so, mag Kalk, purpurfarben
  • Anthemis tinctoria / Färberkamille, VI-IX, so, 30-60 cm, gern sandig-steiniger Boden, gelb
  • Aquilegia vulgaris / Gewöhnliche Akelei, V-VI, - 60 cm, so-hs, eignet sich zum Verwildern, blau
  • Astrantia major / Große Sterndolde VI-VII + IX, 50-70, gern feucht, so-hs weißlich-rosa
  • Campanula persicifolia / Pfirsichblättrige Glockenblume, etwa als Art namens "Grandiflora Alba" zu haben, VI-VII, 60-100, so weiß oder lila
  • Centaurea scabiosa / Scabiosen-Flockenblume, 70 cm, VII-VIII, so (die gibt es zum Beispiel beim Staudenversand www.stauden-stade.de) – karminrot
  • Centaurea jacea / Wiesen-Flockenblume, 60 cm, VI-IX, so, toll für Wildbienen! – purpurrosa (www.Stauden-Stade.de)
  • Cichorium intybus / Wegwarte, VII-IX, mag es nährstoffreich, 60-90, so – leuchtend blau
  • Daucus Carota / Wilde Möhre, ab VI, kurzlebig, aber versamt sich, tolle Dolden, beliebt bei vielerlei Insekten - weiß
  • Dianthus carthusianorum / Karthäuser-Nelke, - 50 cm, VI-IX, so., trocken, mag Kalk – neonpink!
  • Digitalis grandiflora / Großblütiger Fingerhut, VI-VIII, -80 cm, so – gelb
  • Digitalis lutea / Gelber Fingerhut,  VI-VIII, - 100 cm, gern steinige Lehmböden mit Kalk, so-hs – hellgelb
  • Echium vulgare / Gewöhnlicher Natternkopf, VI-IX, - 80 cm, so, eine tolle Pionierpflanze, sieht man oft auf Baugrundstücken, gern humusarmer, trockener Boden – erst rosa, dann blau
  • Epilobium angustifolium / Schmalblättriges Weidenröschen, - 120 cm, VI-VIII oder IX, neigt zum Wuchern, blüht lange, so-hs - pink
  • Eupatorium cannabinum / Wasser-Dost, VII-IX, 130 cm und höher, imposante Wildstaude eher für den Hintergrund, gern etwas feucht, so-hs, Wintersilhouette! – lachsrosa
  • Filipendula vulgaris / Kleines Mädesüß, so., eher trocken, -40 cm, VI-VII - weiß
  • Filipendula ulmaria / Großes bzw. Echtes Mädesüß bzw. Sumpf-Mädesüß, eher feucht, VI-VIII, 60-150, so-hs - cremeweiß
  • Geranium sanguineum / Blut-Storchschnabel, VI-VIII, - 40 cm, so – karminrot
  • Geranium sylvaticum / Wald-Storchschnabel, weiß, V-VI + IX, hs-sch, lila, aber auch als weiße Auslese erhältlich
  • Helleborus niger / Christrose, geschützt, I-III, so-hs – weiß
  • Hepatica Nobilis / Leberblümchen, geschützt, hs-sch, 10 cm,  III-IV – allerliebstes blaues Blümchen
  • Iris sibirica/Sibirische Schwertlilie, V-VI, - 100 cm, so  - blau
  • Lamium maculatum / Gefleckte Taubnessel. Hs, oft wintergrün, gute Beetrandpflanze und Bodendecker. V-VI und oft bis in den Herbst. Blüht rosa, gibt es aber auch als weiße oder lila Auslese
  • Lathyrus vernus / Frühlingsplatterbse, IV-V, - 30 cm, hs, rotviolett, verfärbend nach blauviolett
  • Lychnis flos-cuculi = Silene flos-cuculi / Kuckucks-Lichtnelke, V-VII, - 60 cm, Feuchtwiesenart – pink
  • Lychnis viscaria / Gemeine Pechnelke, V-VI, so (Achtung: nicht "plena"/gefüllt nehmen!) – dunkelpink
  • Lythrum salicaria / Blut-Weiderich, VII-IX, - 120 cm, so-hs, steht gern etwas feuchter – dunkelpink
  • Malva moschata / Moschusmalve VII – IX, – 60 cm, so - hellrosa
  • Malva sylvestris / Wilde Malve, V-IX, - 100 cm, so – purpur mit dunkler Aderung
  • Polemonium caeruleum / Jakobsleiter, Rote Liste! VI-VII, 60-80, so-hs
  • Primula veris (Wiesen-Schlüsselblume) und Primula elatior (Wald-Schlüsselblume), die sind die heimischen, langstieligen, hellgelben Schlüsselblumen. Achtung, im Gartencenter gibt’s oft ebenfalls unter dem Namen Primula veris allerlei knallbunte Kreuzungen.
  • Pulmonaria officinalis / Lungenkraut/ 25 cm, III-V, abs-hs, gern etwas feucht, gepunktete Blätter, Blattschmuckstaude! Es gibt allerlei Sorten – weiß oder rotblau
  • Pulsatilla vulgaris / Gewöhnliche Kuhschelle 20 cm, so, IV-V, gern kalkhaltiger Boden, hält auch Trockenheit aus – violett
  • Salvia pratensis / Wiesen-Salbei, - 60 cm, VI-VIII + IX, so., eher trocken – blau
  • Sanguisorba officinalis / Großer Wiesenknopf, -110 cm, VI-VIII, so-hs – dunkelrote Bällchen an langen Stielen
  • Scabiosa  columbaria /Tauben-Skabiose, 40-60 cm, lange Blüte: V-X!, so – Auslesen in Lila oder Rosa
  • Stellaria holostea / Große Sternmiere, IV-VI,  so-hs-sch, - 30 cm, wuchert gern – weiße Blütenwolke im Frühling
  • Succisa pratensis / Gewöhnlicher Teufelsabbiss, Rote Liste, so, mager, -50 cm, VII-IX – hellviolette Blütenkugeln
  • Thalictrum aquilegifolium / Akeleiblättrige Wiesenraute, so-hs, -120 cm, VI-VII, etwas trockenheitsempfindlich – auffällige, helllila  Doldenschirme

 Karthäuser Nelken (Dianthus carthusianorum)Foto: agefotostock/Avenue Images

Gut suchen nach einheimischen Stauden und Bäumen kann man auch auf der Seite des Verbands Schweizerischer Baumschulen: "Pflanzen für unsere Gärten": www.pflanzen-fuer-unsere-gaerten.ch. Eine herunterladbare Liste "Pflanzen für unsere Gärten. Pflanzenliste einheimischer Stauden" gibt es hier.

Viel mehr Vorschläge - auch für Balkons - hat Naturgartenplaner Reinhard Witte gesammelt in seinen beiden Büchern "Natur für jeden Garten" und dem "Wildpflanzen-Topfbuch", nur bei ihm erhältlich, bei den angegebenen Links.

Ob eine Pflanze einheimisch ist oder nicht, das kann man bei Floraweb checken, einem Angebot des Bundesamtes für Naturschutz. 

Wo kriegt man einheimische Stauden?

Gartencenter haben höchstens ein winziges Sortiment an einheimischen Stauden (beispielsweise Schafgarben). Oft sind die Pflanzen nicht oder nur lückenhaft bezeichnet, so dass man nicht genau weiß, ob das die Wildform ist oder eine züchterisch bearbeitete Form. Meist beziehen Gartencenter die Pflanzen von woanders her, die Pflanzen haben also eh einen Transportweg hinter sich. Da kann man gleich bei Versand-Staudengärtnereien bestellen. Man bekommt dann ein Paket (bis zur Größe eines Bananenkartons), die Stauden sind zurückgeschnitten, in Kunststofftöpfchen, meist gut feucht, einzeln verpackt und gelagert zum Beispiel in Stroh oder Kartonschnipseln (nicht im Wohnzimmer auspacken!)

Es gibt viele gute Staudengärtnereien, die versenden. Anbieter, die zudem eine Auswahl an heimischen Pflanzen haben, findet man zum Beispiel, indem man in der Internetsuchmaschine diese Wörter eingibt: Staudenversand online heimisch. Die Versender haben unterschiedlich hohe Mindestbestellmengen. Unter anderem diese Versender hier sind der Autorin bekannt.

  • www.gaissmayer.de in Illertissen bei Ulm, rund 3000 Sorten, davon an die 300 einheimische. Sehr gute Pflanzenporträts und exzellente Suchfunktion (man muss aber am Anfang bisschen rumprobieren.) Wirtschaftet biologisch.
  • Hof Berg-Garten in Herrisch Ried (Südschwarzwald), wirtschaftet ökologisch, versendet nicht nur, aber auch einheimische Wildpflanzen. Sowohl als Samen wie als Topfpflanzen.

Unkraut – raus damit?

Wenn der britische Biologe Ken Thompson von seiner Mutter gefragt wurde, ob etwas Unkraut sei, fragte er immer zurück: Magst du es? War die Antwort Nein, dann war es Unkraut. Thompsons Definition von Unkraut: Unkraut ist eine Pflanze, die da wächst, wo man sie nicht haben will. Klar, in einem Garten mit begrenztem Platz und vielen verschiedenen Pflanzen muss man ein bisschen jäten – schon damit Konkurrenzstarke die eher langsam Wachsenden nicht überwuchern. Vor allem im Frühjahr, wenn noch viel offener (brauner) Boden zu sehen ist, was lichtkeimende Unkräutern nutzt. Aber wenn man nicht weiß, was für eine Pflanze das ist, kann man sie auch einfach eine Weile beobachten. Ist ja interessant, was spontan so im Garten wächst, oder nicht? Und ist alles einheimisch! Man kann zum Beispiel beobachten, wie viele Insekten an diese unbekannte Pflanze gehen. Wirklich eine Pest, weil man die Pflanzen kaum noch loswird, sind letztlich wenige Pflanzen – als Pest gelten vielen GärtnerInnen zum Beispiel die Echte Zaunwinde, der Giersch, der Acker-Schachtelhalm.

Wiesenmischungen: Was taugt?

Viele angeblich heimische Wiesenmischungen, die im Handel sind, enthalten kaum einheimische Arten, sondern fremde Blumen, etwa Ringelblumen, gern auch noch gefüllt. Außerdem sind sie nicht nachhaltig, müssen jedes Jahr wieder angesät werden. Der Naturgartenplaner Reinhard Witt gibt in diesem Text Tipps: "Einjährige Blühmischungen oder dauerhafte Wildblumenwiesen?

Gräser

Man solle wenig Gräser, Farne, Nadelbäume im Garten pflanzen, sagen die Fachleute. An denen frisst fast nichts. Wenn Gras, weil optisch toll für eine Staudenpflanzung, dann auch mal in Richtung heimische Gräser gucken. Zum Beispiel:

  • Luzia Nivea / Hain-Simse – sogar für den schwierigen Standort "trocken und schattig" geeignet!
  • Luzia Pilosa
  • Carex Remota, ein Waldgras, hs, bei feuchter Erde auch so.
  • Molinia caerulea / Moor-Pfeifengras gut zur Beeteinfassung, schwarzbraune Rispen, so-hs
  • Molinia caerulea / Niedriges Moor-Pfeifengras Wintersilhouette. Dunkle Blüte. so-hs
  • Sesleria autumnalis / Herbst-Kopfgras, bläulicher Schimmer, späte Blüte, fast ganzjährig ansehnlich, so-hs
  • Briza media / Herz-Zittergras, wintergrün, so-abs
  • Calamagrostis varia / Berg-Reitgras, mit 100 cm recht hoch, so-hs, kommt mit fast allen Standorten klar.

Bäume und Sträucher  – Alternativen zu Thuja und Kirschlorbeer

  • Die beste Einzelmaßnahme, die man für die Natur tun kann, ist die, einen Strauch oder einen Baum zu pflanzen.
     
  • Die meisten GartenbesitzerInnen haben nur Platz für ein paar wenige Sträucher und für einen oder zwei Bäume. Man sollte einen Baum oder einen Strauch also sorgfältig auswählen. Einmal gepflanzt, kriegt man das Gehölz ja nicht mehr so leicht ausgebuddelt. Unbedingt nicht nur nach der Höhe fragen, sondern auch danach, wie sich die Wurzeln so verhalten – wurzelt das Gehölz einmal quer durch den Garten, sollte man also eine Wurzelsperre einsetzen? Oder ist das eher ein Pfahl-Wurzler? Und ist das Gehölz schnittverträglich, kann man es also zur Not kleinhalten?
     
  • Toll für Vögel und Insekten sind die heimischen Weißdorn-Arten - der Eingriffelige Weißdorn (Crataegus monogyna.) und der Zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata). Außerdem der Haselnuss-Strauch (Corylus avellana) und die Sal-Weide (Salix caprea) und der Schwarze Holunder (Sambucus nigra). Das sind großartige Vogellebensräume, wie es da heraus zwitschert! Aber es sind große Teile. Manche kann man wohl auch als Hochstamm bekommen, etwa den Eingriffeligen Weißdorn.
     
  • Viele Menschen heute haben nur kleine Gärten und suchen deshalb eher zierliche heimische Sträucher. Die meisten (Versand-)Baumschulen haben auch eine Auswahl an heimischen Gehölzen im Angebot. Eine Versand-Baumschule, die sich auf heimische Gehölze spezialisiert hat, ist die Baumschule Ahornblatt in Mainz. Der Chef, Dr. Kleinz, bietet donnerstagabends von 18 bis 19 Uhr auch telefonische Kaufberatung an, unter 06131-72354. Geradezu kleinwüchsige heimische Gehölze wären nach Auskunft von Ahornblatt zum Beispiel diese Arten an ginsterartigen und gelbblühenden Gehölzen: Niederliegender Geißklee (Cytisus decumbens, Strauchwicken-Geißklee (Cytisus emeriflorus), Schwarzwerdender Geißklee (Cytisus nigricans.) Ein wertvolles, kaum bekanntes Gehölz sei auch die Alpenjohannisbeere (Ribes alpinum) – der Strauch hält das Laub sehr lange, die Blüten sind für Bienen wertvoll, das Gehölz wächst auf jedem Standort, auch trocken und im Schatten, die Früchte sind aber eher fad.
     
  • Sonstige nicht gar zu hohe heimische Sträucher (einige sind giftig – wie sehr viele Gartenpflanzen):
    • Seidelbast / Daphne Mezereum
    • Pfaffenhütchen / Euonymus europaeus mit seinen überaus hübschen Früchten
    • Echte oder Gemeine Felsenbirne/ Amelanchier ovalis bzw. rotundifolia. Wird nicht zu breit, angenehm unstruppig
    • Roter Hartriegel/Cornus sanguinea – tolle Herbstfarbe. Achtung: bildet Ausläufer! Garten sollte eine gewisse Größe haben. Eventuell funktioniert eine Wurzelsperre
    • Cornus Mas / Kornelkirsche  - DIE Alternative zur für Insekten nutzlosen Forsythie
    • Zaubernuss / Hamamelis Diana, gelb blühend
    • Vogelbeere / Eberesche / Sorbus aucuparia – sehr wertvoll für Vögel, Insekten, Säugetiere, das ist ein größerer Strauch bzw. kleinerer Baum
    • Wolliger Schneeball / Viburnum lantana
    • Faulbaum / Rhombus Frenula

Wer es unbedingt blickdicht und immergrün will, kann auf die einheimische Europäische Eibe zurückgreifen (Taxus baccata), die allerdings nicht das Lieblingsgehölz von Insekten und Vögeln ist, wenn auch einheimisch. Oder man wählt den Gewöhnlichen Liguster (Ligustrum vulgare). Mit einheimischem Efeu (Hedera Helix) kann man unschöne Zäune recht schnell beranken. Toll daran: Ältere Efeupflanzen blühen sehr spät im Jahr – das freut die letzten noch herumfliegenden Insekten ungemein. Möglich wäre auch die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium), deren Früchte die Vögel gern fressen.

Ausführliche Vorschläge findet man in einer Broschüre der Stadt Hamburg, inklusive Tipps für Schnitthecken und Blühsträucher, jeweils mit Höhenangaben und Bodenbedürfnissen: "Hecken – Laub- statt Nadelgehölze".

Welcher Apfelbaum für meinen Garten? Erste orientierende Tipps für den Apfelbaum-Kauf gibt Obstbau-Experte John Hermann Cordes in diesen Videos: "Einen Apfelbaum wählen" Teil 1 und Teil 2. Es geht zum Beispiel um den Unterschied zwischen einem schmalen Säulenapfel, einem Buschbaum, einem Halbstamm und einem Hochstamm. Klasse auch der Tipp, keine Sorten zu pflanzen, wie sie im Supermarkt zu kaufen sind. Denn das sind meist Sorten, die viel gespritzt werden müssen. Auch wichtig: WEr keinen temperierten Keller hat, sollte keinen "Lagerapfel" zu pflanzen.

Welche Sorte also? Wer nicht spritzen will (natürlich wollen wir nicht spritzen!), findet Porträts von robusten und gesunden Sorten in diesem 2016 erschienenen Buch von Franz Rueß: "Taschenatlas resistente und robuste Obstsorten", Ulmer Verlag, 17,90 Euro. Da werden nicht nur Apfelsorten vorgestellt, sondern auch alle anderen gängigen Fruchtgehölze, etwa Beeren.

"Verbotene" Pflanzen: Lupinen und andere

In Deutschland leben in der freien Natur 432 Neophyten, also "gebietsfremde" Pflanzenarten. Die allermeisten sind harmlos. Manche können sogar als Bereicherung in der Landschaft angesehen werden, etwa die Rote Spornblume/Centranthus ruber. Aber 38 Arten sind hoch problematisch, weil invasiv. Deshalb hat das Bundesamt für Naturschutz sie auf eine "Schwarze Liste" gesetzt, weitere 42 Arten gelten als potenziell invasiv ("Graue Liste").

Invasiv heißt: Diese Pflanzen verbreiten sich aus den Gärten in die freie Natur, greifen schnell Raum, haben keine Feinde (Fraßinsekten zum Beispiel), sind konkurrenzstark, nehmen seltenen heimischen Pflanzen den Platz weg. Die Naturschutzbehörden der EU-Länder diskutieren derzeit, welche Arten man sogar aus dem Verkehr nehmen müsste, welche Arten also nicht mehr verkauft werden sollten. Zu den 38 problematischen Arten gehören diese:

  • Japan-Staudenknöterich / Fallopia japonica. Ein schnell wachsender Sichtschutz, den man nie mehr loswird. Die Städte müssen mittlerweile ganze Parks abdecken mit schwarzer Folie, um den Staudenknöterich, der sich flächig ausbreitet, irgendwie wieder loszuwerden
  • Edelflieder / Gemeiner Flieder/ Syringa vulgaris – kann einheimische Arten verdrängen
  • Kartoffelrose / Rosa rugosa
  • Lupine / Lupinus polyphyllus
  • Der Schmetterlingsstrauch Buddleja davidii, ein Zierstrauch aus China, steht auf der "Grauen Liste", er steht also unter Beobachtung. Er breitet sich wegen weiten Samenflugs zunehmend aus den Gärten in die Natur aus. Und dort wächst er rasch, weil er Stickstoff besser verwerten kann als einheimische Arten. Zwar wird er gern von Schmetterlingen angeflogen, aber, siehe oben, der Schmetterlingsnachwuchs (Raupen) kann mit dem Strauch nichts anfangen und bleibt hungrig (oder geht ein). Wer also Schmetterlingsreichtum fördern will, hat Raupenfutterpflanzen im Garten

Ausführliche Porträts im Skript des Bundesamt für Naturschutz: "Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde Gefäßpflanzen" (2013).

Eine interessante Liste mit Ersatz-Pflanzen für die unerwünschten gebietsfremden Arten (invasive Neophyten) hat in der Schweiz der Wissenschaftler Andreas Gigon von der ETH Zürich zusammengestellt: "Ersatz-Pflanzenarten für die unerwünschten gebietsfremden Arten (invasive Neophyten) der Schwarzen und der Beobachtungsliste der Schweiz"

 Aconitum napellus - Blauer Eisenhut (Aconitum napelus)Foto: Kastens/ddp images

Giftpflanzen: Viele Eltern sind in Sorge, dass ihre Kinder an giftigen Pflanzen Schaden nehmen könnten. Manche Eltern sagen: "Keine Pflanze mit attraktiven, aber giftigen Beeren! Ansonsten gehe ich davon aus, dass meine Kinder nicht einfach an Pflanzen rumnagen." Andere Eltern wollen ganz sicher gehen. Was gar nicht so einfach ist, da sehr viele Pflanzen giftig sind - sie wollen sich damit gegen das Gefressenwerden wehren. Auch diese beliebten Pflanzen: Rittersporn, Wandelröschen, Krokus, Kirschlorbeer, Lupine, Thuja - letzere ist sogar sehr giftig. Manche Pflanze darf man nicht mal anfassen (ohne Handschuhe). Wobei die Symptome sehr unterschiedlich sind: das kann von leichter Übelkeit oder Durchfall bis zu lebensbedrohender Vergiftung reichen. Die beste Strategie ist vielleicht diese: Nicht auf alle Pflanzen verzichten, aber Bescheid wissen, was im Fall von etwaigen Vergiftungssymptomen zu tun ist. Und in der Nähe des Lieblingsspielplatzes oder der Sandkiste möglichst keine giftigen Pflanzen haben. In der Broschüre "Giftpflanzen. Ein Begleiter für Eltern und Interessierte", die von Naturschutzbund und Apothekerkammer in Österreich erstellt worden ist, findet man alle Infos.

Tipps für die Garten-Gestaltung

  • Wie viel Rasen soll es sein? Rasen besteht nur aus wenigen Gräsern, und die werden vom Rasenmäher auch noch dauernd am Blühen gehindert. Rasen ist für Insekten also ziemlich uninteressant. Und wie gut geht es den Menschen mit ihrem Rasen? Die Gartenbauarchitektin Gabriella Pape, die die Königliche Gartenakademie in Berlin-Dahlem leitet, sagt: "Wer glaubt, ein Rasen muss nur ab und zu gewässert und gemäht werden, ansonsten sei er chic und pflegeleicht, der irrt. Ein nicht vermooster Rasen ist eine hohe Kunst, und die Arbeit, die dahintersteckt, ist nicht nur aufwändig, sondern auch langatmig. Fast schon wie Geschirrspülen mit der Hand. Rasen ist das aufwändigste und teuerste Grün des Gartens." Ein letztes Stückchen Rasen würde aber auch Gabriella Pape behalten, "denn Rasen ist oft ein angenehmer Ruhepunkt, ein Ausgleich für das bunte Treiben in den Beeten. Rasen gibt einer Pflanzung (optisch) Halt. Vor allem, wenn er schön gepflegt ist. Dann bietet er den blühenden Beeten einen Hintergrund oder Vordergrund als Basisfarbe, ähnlich wie der blaue Himmel von oben es auch zuweilen tut. In dieser Konstellation mag ich Rasen dann doch sehr. Rasen pur, allein, ergänzt um ein paar Hecken und Büsche, lehne ich ab, denn dort kommt nichts zurück, ganz anders als bei einem Staudenbeet." (Zitiert aus "Meine Philosophie lebendiger Gärten" (2010))
  • Kleine Gärten: Gerade in kleinen Gärten nicht kleckern, sondern groß denken! Nicht hier eine vergrabene Amphore, dort ein Engelchen, da ein Bänkchen, sondern auf klare große Linien achten. Keine Pfütze, sondern ein richtigen Teich anlegen, zum Beispiel. Nicht einen Bonsai wählen, sondern einen richtigen Baum. Der Landschaftsplanungsprofessor Udo Weilacher drückte es im Interview mit chrismon so aus: "In kleinen Gärten soll man keine Angst vor großzügigen Entscheidungen haben. Denn kleine Gärten werden manchmal so zugerümpelt durch unglaublich viel Kleinkram."
  • Wohin mit Sträuchern und Bäumen? Nicht alle Pflanzen an den Rand setzen. Das macht einen Garten nicht groß, sondern klein. Und es ist langweilig, spannungslos. Weil man den Garten mit einem einzigen Blick erfasst hat.
  • Auf Blattformen achten! AnfängerInnen suchen Pflanzen gern nur nach der Blütenfarbe aus. Aber kaum eine Staude blüht länger als zwei Monate, das heißt, die meiste Zeit der Saison sind die Pflanzen grün. Also auf Blattformen achten, die können schön sein und zusammen mit anderen ein spannendes Blattschmuckbild ergeben. Man kann sehr große Blätter gegen winzige antreten lassen, rundliche gegen gefiederte oder längliche, schmale hellgrüne gegen breite dunkelgrüne. Das ist u.a. ein Tipp von www.peter-janke-gartenkonzepte.de .
  • Auch auf die Gestalt der Pflanze achten – und auf ihre Wintersilhouette! Ist das eine flirrende Wolke oder etwas entschieden Straff-Aufrechtes?
  • Gelbe Blüten, ja bitte! Alexandra Rigos, Buchautorin von "Der Naturgarten", weiß, dass viele Gärtnerinnen eine Aversion gegen Gelb hegen – Gelb sei irgendwie billig, aufdringlich, platt. Rigos findet das falsch. Gelb stimme die meisten Menschen fröhlich. Vor allem aber sei Gelb DIE Farbe der freien Landschaft. Löwenzahn, Butterblumen, Sumpfdotterblumen, Schwertlilien… Und die Natur platziere sogar Rosa neben Gelb!
  • Wo gibt es Beratung? Man muss sich nicht den ganzen Garten durchplanen lassen, aber man sollte sich bei bestehenden Gärten oder bei einer Neuanlage zumindest beraten lassen. GartenplanerInnen und GartenarchitektInnen haben oft Handwerkerpreise. Das zahlt sich wirklich aus. Ansonsten ärgert man sich ein halbes Leben lang über den falsch gewählten Baum an der falschen Stelle.
  • Braucht man wirklich einen Geräteschuppen? Die Hauptsünde in vielen Gärten ist der prominent ins Blickfeld gerammte Gartenschuppen. Unschön. Und meist unnötig. Für Gärten bis 200 Quadratmeter reicht ein schmaler Handrasenmäher (der hat auch noch seitlich auf der Terrasse Platz). Und so viel Rasen ist ja eh nicht empfehlenswert, siehe oben. Gartenbauarchitektin Gabriella Pape drückt es so aus (zitiert aus "Meine Philosophie lebendiger Gärten"): "Aus meiner Sicht ist die Balance zwischen Hardware und Software im Garten, also Hütten und Gartenequipment einerseits im Verhältnis zu den Pflanzen und ihrer Pflege andererseits, erschütternd ungesund. Was sich da so alles im Gartenschuppen den Augen offenbart, macht mich nicht selten sprachlos. Das kann mitunter einem kleineren Gartencenter Konkurrenz machen. Nur Pflanzen gibt es wenig." Mehr als Spaten, Harke, Erde vom Kompost, Rosen- und Heckenschere brauche man eigentlich nicht.
  • Töpfe auch für den Garten: Mit Töpfen im Garten kann man Sonderstandorte schaffen, sagt Naturgartenplaner Reinhard Will. Viele Gartenbesitzer wollen eben nicht den halben Garten umwandeln in Magerstandorte, die nun mal besonders attraktiv sind für Insekten. Also Töpfe mit magerer Erde, vielleicht auch noch sandig, steinig und natürlich trocken. Auch wo sonst nur Beton liegt oder blanker Kies (Mietergärten!) kann man Töpfe stellen. Abgeblühte Töpfe stellt man dann in eine Ecke und stellt auf die sonnige Sichtseite neue Töpfe mit gerade Erblühtem. Buchtipp: "Das Wildpflanzen-Topfbuch", für 22,95 Euro hier erhältlich.
  • Beetaufbau: Um ein von März bis Oktober/November blühendes Beet zu haben, brauche man, so heißt es oft, mindestens acht Quadratmeter Fläche. Dabei sollte man verschieden hohe Pflanzen setzen, aber nicht alle Pflanzen wie die Orgelpfeifen als schräge Fläche aufbauen (große hinten, kleine vorn), das wirkt nicht lebendig. Deshalb durchaus auch mal eine hohe Pflanze direkt an den Rand pflanzen.
  • Geduldig sein! Landschaftsplaner Udo Weilacher sagt: Gärten brauchen mindestens zehn Jahre, bis sie nach dem aussehen, was man sich mal so ausgedacht hat. Als blutiger Anfänger aber pflanze man seinen Garten am ersten Tag voll, bis nichts mehr reinpasst, weil man die Leere nicht aushalte – und nach fünf Jahren sei alles so groß geworden, dass man die Hälfte wieder rausschmeißen müsse.

 Echte Sternmiere (Stellaria holostea)Foto: Kaufung/blickwinkel

Insektenhotels – welche taugen was?

Was üblicherweise als Insektenhotel in Gartenmärkten teuer verkauft wird, wird kaum angenommen. Gar nicht besiedelt werden die Fächer mit Kiefernzapfen, Borkenstückchen, Holzhäcksel, Stroh und Heu. In der Zeitschrift "Natur & Garten", Ausgabe 3/2015, mit dem Titelthema "Nisthilfen für Wildbienen und Wespen", wird ausführlich beschrieben, was wirklich funktioniert. Hier zu bestellen.

Toll sind Beobachtungsnistkästen mit kleinen Röhrchen, die werden nachgewiesenermaßen tatsächlich besiedelt von Wildbienen. Es gibt sie z.B. bei www.wildbienenschreiner.de. Als Bausatz hier erhältlich. Und hier eine Bauanleitung für Tüftler.

Immer bedenken: Drei Viertel aller einheimischen Wildbienenarten nisten im Erdboden, die klassischen Insektennisthilfen sind für viele nutzlos. Man kann also auch magere, lückig oder nicht bewachsene Bodeneckchen zur Verfügung stellen. Wer keine mageren Ecken hat: Manchmal werden auch große mit Sand gefüllte Blumentöpfe besiedelt.

Wildbienen sind harmlos! Verglichen mit den ihren Stock verteidigenden Honigbienen sind alle Wildbienenarten geradezu ein Muster an Friedfertigkeit. Sie kommen mit ihrem Stachel auch gar nicht durch die zähe menschliche Haut. Nur zwei Hummelarten (Baumhummel und Dunkle Erdhummel – Hummeln gehören ja auch zu den Wildbienen) reagieren auf Störungen im unmittelbaren Nestbereich manchmal mit Angriffen. Durchschnittliche solitäre Wildbienen zeigen keinerlei Aggressionspotential. Nicht aus Feigheit, sondern aus Überlebensklugheit. Denn solitäre Wildbienen sind alleinerziehende Mütter. Es gibt keinen Staat, kein Heer von Arbeiterinnen, es gibt nur das befruchtete Weibchen. Wird es verletzt oder getötet, gibt es keinerlei Ersatz. Die Möglichkeit, das genetische Material an eine neue Generation weiterzugeben, wäre verwirkt. Für ein Überleben ist damit Flucht hundertmal sinnvoller als ein Angriff. (Diese Infos stammen aus der Zeitschrift "Natur & Garten", Ausgabe 3/2015, mit dem Titelthema  "Nisthilfen für Wildbienen und Wespen".)

Was man sonst noch Gutes für die Natur tun kann

  • Erde ohne Torf! Sonst ruiniert man anderswo die Natur – Torfe sind seltene Biotope und brauchen Jahrtausende und länger, um sich aufzubauen.
  • Ein offener Komposthaufen ist ein Eldorado für Tiere, also eine ökologische Nische mit Spitzenwert.
  • Unterschiedliche Mini-Lebensräume schaffen. Das kann ein Lesesteinhaufen sein, eine trockene Ecke, ein sandiges Plätzchen ohne Bewuchs, trockene Ecken, ein bisschen altes Holz. Brennholz allerdings ist noch viel zu frisch, als dass ein Insekt (Käfer!) damit was anfangen könnte. Besser ein Stück Baumstamm nehmen und im Schatten halb vergraben - Totholz-Insekten mögen es feucht, und das Vergraben beschleunigt den Verfall…
  • Keine Insektenvernichtungsmittel. Die richtige, robuste Rose am richtigen Standort (sonnig, luftig), und sie wird alleine fertig mit Läusen, Rost und ähnlichen Malaisen. Und das gilt generell: Wenn man einer Pflanze nicht das bieten kann, was sie braucht, wird sie ewig mickern. Besser kein Pflanzen-Lazarett aufbauen, sondern Pflanze raus und zum Beispiel verschenken und stattdessen standortgerechte Pflanze einsetzen. Ja, dafür muss man ein bisschen recherchieren: Was braucht diese Pflanze? Und vor allem muss man den eigenen Garten bzw. Balkon genau beobachten – wann ist da eigentlich Sonne? Trocknet die Erde schnell aus? Ist es da windig? Was ist das eigentlich für ein Boden?
  • Raupenplage – nicht rumpaniken! Sollten einige Ihrer Pflanzen von einer Raupenplage angegriffen werden – nicht rumpaniken! Sondern sich daran erinnern, dass das genau das ist, was man wollte: mehr wildes Leben im Garten. Wenn man sich wieder etwas beruhigt hat: Lupe zücken und sich alles genau anschauen. Wer aus Schulzeiten womöglich noch ein Mikroskop im Keller hat: hochholen! Und andere teilhaben lassen. Versprochen, das sorgt für Gesprächsstoff.
  • Animal aided design Wie man Häuser auch für Tiere mitplanen kann, das hat Wolfgang W. Weisser, Professor für terrestrische Ökologie an der TU München, ausbaldowert. Wie man selbst wärmegedämmte Fassaden sowie Vorgärten "betieren" kann (etwa durch eingebaute Spatzennistöffnungen und eidechsengeeignete Sandplätze und Sitzelemente, das zeigt eine Broschüre, die man hier herunterladen kann.
  • "Grün kaputt" – scheußliche Gärten. "Grün kaputt", eine Fernseh-Dokumentation von 1983, kann man sich im Bayerischen Fernsehen herunterladen. Faszinierend der Tonfall damals. So angewidert und belehrend spricht man heute nicht mehr mit LeserInen und FernsehzuschauerInnen. Aber in der Sache – scheußlich mit fremdländischen Nadelgehölzen bepflanzte Gärten – hat der Autor Dieter Wieland weiterhin Recht. Um Gärten geht es ab der 17. Minute.

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Lesermeinungen

Sehr gut, richtig gut.
Den Herrn lobpreisen - ok.
Sich weniger als die Krone der Schöpfung, sondern vielmehr als einen Teil von ihr zu empfinden - schon besser.
Jedoch solch praktische Handreichung zu bekommen?
Guerillaartig zuzuschlagen - mit Blumensamen: Das hat doch was.

Danke für den wichtigen Beitrag, verbunden mit der Bitte, einen ausführlichen Artikel zu Friedhöfen und zur Grabpflege folgen zu lassen.
Friedhöfe könnten Lebensräume sein - und gerade auf "dem Land" ist zu beobachten: immer weniger Bäume, auf den Gräbern Steinchen oder große Platten oder Tüdelüt, sicherlich auch pflegeintensiv.
Für manch einen Naturfreund die Folge: später lieber unter grünen Rasen zu kommen als ein naturnahes Grab zu haben, das als ungepfegt wahrgenommen wird. Und: wie kann man ein naturnahes Grab gestalten, wenn man nicht ständig gießen kommen kann, weil man nicht vor Ort lebt?

Liebe Frau Fricke, Dauerpflege kostet aktuell ca. 1 Euro täglich (Doppelgrab), kann über eine Treuhandstelle im voraus bezahlt werden, das ist dann eine sichere Sache, falls der beauftragte Betrieb schließen muss. Ich habe Schwiegereltern und Ehemann auf einem wunderschönen, ruhigen Friedhof an einem See am Rande des Ruhrgebiets, der mit altem Baumbestand als Park erhalten wird, d.h. aufgegebene Grabstellen werden nicht neu belegt. Alternativ finde ich Friedwald sehr naturfreundlich: es durften z.B. keine Blumen auf die Grabstelle. Freundliche Grüße.

das ist ein toller Artikel, ich habe ihn heute erneut gelesen. Obwohl ich selber auch Gärner bin, sind darin viele auch mir neue Sichtweisen sehr anschaulich und pfiffig verpackt.
Patrick Schindler

Auch ich möchte mich in die große Anzahl der Lobredner für diesen Artikel einreihen. Praktische, leicht fassliche Hinweise für uns alle, die wir um unsere Verantwortung für die von Gott geschenkte Umwelt wissen. Sogar direkte Links auf Onlineshops! Das ist ein leserfreundlicher Service, den nicht einmal ich bei chrismon erwartet hätte. Und dann die vielen guten Argumente! Die kann man gut gebrauchen, wenn man die zwar wenigen, aber immer noch frei herumlaufenden Zeitgenossen überzeugen will, denen moralische Verpflichtungen beim Gärtnern noch keine Selbstverständlichkeit sind. Klar, mit dem Holzhammer darf man da nicht vorgehen. Aber das eigene Engagement wird unglaubwürdig, wenn man die vielleicht noch abseits stehende Nachbarin nicht mit dem angebrachten psychologischen Fingerspitzengefühl einfühlsam aber deutlich tadelt und ermahnt.
Ich darf doch davon ausgehen, dass auch andere Lebensbereiche mit entsprechenden Zeitschriftartikeln in Zukunft gefördert werden. Ärmel hochkrempeln, konkret was tun, lokal handeln und global denken! Das tut überall not! Vielleicht mal einen gut recherchierten Bericht zum Energiesparen? Auch die Energie ist ein Geschenk Gottes und deshalb von uns sorgsam, somit sparsam zu behandeln. Nicht einfach mit warmen Wasser drauf los duschen! Weniger geläufig, aber mindestens ebenso löblich ist die sogenannte Mundraub-Bewegung. Keine Sorge, nichts Kriminelles! Da gehen Eltern mit ihren Kindern im Stadtpark spazieren und sammeln Wildkräuter. Das tut Eltern, Kindern und Kräutern gleichermaßen gut.
Oder einen Ratgeber auf chrismon für die verantwortungsvolle und gottgefällige, also fleischlose Ernährung. Auch wieder mit Links, wo man Veganes kaufen kann. Ich garantiere, die dann ausbrechende Flut an zustimmenden Leserbriefen und Kommentaren wird die vorliegende noch in den Schatten stellen.
Und nicht vergessen, dass Gott uns nicht nur die Natur, die Energie und die Tiere, sondern auch die Mitmenschen ans Herz gelegt hat. Sollten also nicht erst recht die Bemühungen derer, die sich um saubere Moral in zwischenmenschlichen Beziehungen kümmern, journalistische Würdigung erfahren? Ich denke da an die im englischspachigen Raum, gerade bei unseren evangelischen Glaubensbrüdern, sich verbreitende Purity-Bewegung. Die wird hierzulande noch gerne etwas belächelt. Darf ich daran erinnern, dass auch bei uns vor 40 Jahren jeder, der behauptet hätte, die Wahl der Balkonblümchen wäre der sorgfältigen nachbarlichen moralischen Überwachung würdig, schlichtweg ausgelacht worden wäre? Den Lachern von damals ist zwischenzeitlich das Lachen gründlich vergangen.
Ich entschuldige mich für die Länge meines Kommentars. Die Vorfreude auf das, was ich auf chrismon wohl noch werde lesen können, hat mich etwas überwältigt.
Mit evangelischem Gruß
Adam Mair

Mit großem Interesse haben wir Ihren Artikel gelesen. Nun haben wir noch mehr Wissen und Tipps und werden uns sicher immer wieder mit naturnahem gärtnern beschäftigen. Wir haben die Möglichkeit und sind dabei den Garten zu unserer Wohnung natürlicher zu gestalten.
Gerne möchten wir an der Verlosung teilnehmen.

Sehr geehrte Frau Christine Holch,

ich finde es schön, wie Sie Ihre Blumen beobachten und feststellen,
dass wieder ein liebevolles Insekt "gerade gefrühstückt hat".

Für mich ist die Natur das Allerwichtigste und der Balsam für die Seele.

Von 2003 bis 2009 hatte ich ein selbst entworfenes schönes Landhaus
mit einem wundervollen Garten.
Ich habe vorher, da ich keine gelernte Gärtnerin bin, meine Anregungen
für die Planung selber aufgeschrieben und mir die lateinischen Namen
beim Besuch im "Park der Gärten in Bad Zwischenahn" zusammengestellt
und ergänzt.
Diese zwei DINA4-Bögen gab ich zur Planung meines damaligen Gartens
dem Gartenplaner von der Firma Friedemann & Richter.
Er meint nur: "so etwas habe ich auch noch nicht erlebt!" und lobte
mich, bei meinem Feingefühl.

Da ich leider nicht mehr im Besitz dieses tollen Gartens bin geniesse ich
die Natur u. a. im Schloßgarten von Oldenburg.

Auf meinem jetzigen kleinen Terrasse möchte ich für die Zukunft
mich mit Wildpflanzen im Topf beschäftigen und freue mich, dass
ich in Ihrem Beitrag so viele Anregungen bekam.

Vielleicht habe ich ja auch mal Glück und gewinne etwas.

Weiterhin viel Erfolg und schöne Grüße von
Rita Radonz

Liebes chrismon-Team,
herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Artikel! Ich bin ehrenamtlich im LBV engagiert, dem bayerischen Pendant des NABU. Erst letzte Woche ärgerte ich mich wieder über einen lokalen Politiker, der zum selbstausgerufenen "Jahr der Biene" Tütchen mit Samenmischungen verteilt, gleichzeitig aber die Zulassung von Glyphosat unterstützt. Deswegen freut es mich umso mehr, wenn ich hier praxistaugliche Tipps lese, die wirklich hilfreich sind für einen lebenswerten Garten. Herbizide und Pestizide sind dank breitem Einsatz mittlerweile auch in Nahrungsmitteln und im Trinkwasser zu finden, und auch wenn Politik und Landwirtschaft diesen Weg weiter gehen wollen, können wir im eigenen Garten sehr gut darauf verzichten. Nachdem Insekten und Blühpflanzen in der freien Landschaft dank Dünger, Gülle und intensiver Bewirtschaftung fast verschwunden sind, sind Gärten ein wunderbarer Platz, um Leben und Vielfalt zu erhalten.

Danke für den guten Artikel und die vielen Anregungen. Die Beete sind gerichtet, wir könnten die Pflänzchen gebrauchen.

Danke für die vielen wertvollen Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Stückchen Natur, das uns Gärtnern anvertraut ist!

Vielen Dank für Ihren wunderbaren Gartenartikel, der mich angeregt hat, eine Kornelkirsche zu pflanzen. Ich bin immer bemüht, den Garten bienen- und vogelfreundlich zu gestalten, habe durch den Artikel und Ihre website 'naturnah gärtnern' noch sehr hilfreiche Anregungen bekommen. In meinem eher schattigen Garten gedeihen schon seit Jahren Lungenkraut, Akelei, Blutweiderich und Storchschnabel, und heute habe ich im Kompost eine Kröte gefunden. Das Biotop scheint auf einem guten Weg zu sein.

Wirklich sehr spannend. Mir fallen hier in den Neubaugebieten auch immer diese vielen Kirschlorbeerhecken auf, die quasi tot sind. Schade dass so wenige Menschen darüber Bescheid wissen. Für Gartenbesitzer aus dem Rhein-Main Gebiet empfehle ich den Besuch bei [bitte keine Werbung posten; Anmerkung der Redaktion] in Mainz.

Vielen Dank für den sehr informativen Artikel! Ich habe heute zum ersten Mal dazu Ihre Seite aufgerufen und weitergelesen. Mit meinem Gärtchen kann ich demnach ganz zufrieden sein, weil ich viele heimische Pflanzen darin habe(unter anderem auch jede Menge Giersch und Zaunwinden:-). Vögel und Schmetterlinge danken es uns und erfreuen uns mit ihrem Gesang und ihren leuchtenden Farben.

zur Hainbuche heißt es im Artikel: "Ja, die ist winters blätterlos". Der Satz kommt als Zitat von Sönke Hofmann daher. Ganz so ist es allerdings nicht. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass carpinus betulus ihre, allerdings vertrockneten, Blätter erst im Frühjahr abwirft. Und wer mir nicht glaubt, lese in Wikipedia nach (da ist zwar auch nicht alles richtig ...): "Die Herbstfärbung ist leuchtend gelb, die Blätter haften teilweise in braunem Zustand bis zum Frühjahr an den Zweigen."

Sie haben recht, Hainbuchenhecken sind nicht winterkahl, wenn auch fast - zusammengerollte verdorrte Blättchen bieten kaum Sichtschutz. Sie sind sozusagen winterbraun. Hätte ich mal nachdenken sollen!

Herzliche Grüße
Christine Holch, Redaktion chrismon

gewonnen habe ich alleine durch den Bericht.
als erstes habe ich die Mitgliedschaft in NABU beantragt.
Zweitens werde ich im Herbst Kirschlorbeer und Forsythie rausschmeißen und ersetzen
drittens die jahrelang gepflegte Balkonbepflanzung durch Geranien (sehen ja schön aus)
überdenken

` chrimson `gewinnt die Deutungshoheit über des Deutschen Gartenseele, die nun ohne den Gartenzwerg auskommen muss, und ohne den sorgfältig gestutzten Rasen, obwohl..., auch der hat sich im Lauf der Zeit gewandelt, und ist sicher `gesellschaftsfähig`geworden. Böhmermann hätte sich lieber innerpolitischer Themen angenommen, da gibt es so einiges , worüber es sich lohnen könnte zu spotten. Obwohl ihm sicher nicht verborgen geblieben ist, dass das schwieriger sein dürfte, als den fernen Erdogan zu besingen.
Ein Affenzirkus !

Sehr geehrte Frau Grete M.,

ich darf doch bitten, von hochproblematischen, invasiven, neokabarettistischen Kommentaren abzusehen. Es geht um eine sehr ernste Angelegenheit. Gottes Schöpfung muss bewahrt werden! Das ist doch hoffentlich unstrittig. Da stellt uns Gott seine herrliche Natur kostenlos in den Garten. Und was tun die gottvergessenen zweibeinigen Erdenwürmer? Bei Auftauchen von Leptinotarsa decemlineata erfreuen sie sich nicht an deren wunderschönen dunklen Längsstreifen auf gelbem Grund, sondern sinnen unachtsam auf Böses. Und überhaupt die Unsitte, sich den billigsten Gartenstuhl im nächstbesten Baumarkt zu kaufen. Auf dem wird die Eidechse sich nicht sonnen können. Also bitte mehr Ehrfurcht vor der Natur und ihrem Schöpfer!
Statt sich über wertvolle Gärtnertipps im evangelischen Pressewesen lustig zu machen, wäre da nicht vielleicht selbstloses Engagement in einem ökologisch ausgerichteten Gartenbaubetrieb anzuraten? Produktplatzierung ist dann wirklich kein Problem mehr.
Bei Ihrer verständlichen Sorge, ob der Gartenzwerg auf der roten Liste der hochgefährdeten Arten auftauchen wird, kann ich Trost und Hoffnung spenden.Der Gartenzwerg war der Ausdruck des zufriedenen Bürgers, der mit sich und seiner kleinen Welt eins und im Reinen war. Und genau um diese Harmonie geht es, wenn die Schöpfung bewahrt werden soll. Nur in noch viel schärferer Konsequenz und auf noch größerer Stufenleiter.
Mit evangelischem Gruß
Adam Mair

Der leichte Ton offenbart göttliche Lebensfreude und ist keineswegs ein Verrat am ernsten Anliegen. Gerade diese wunderbar fröhlich hüpfende Melodie, ihr Witz und ihr unpädagigisches Augenzwinkern machen den Transport der Information so effektiv: Ganz oft habe ich diesen Text schon weiterempfohlen! Ein Blick hinaus zeigt uns, dies ist schon, gerade jetzt beim Hinsehen, die schönste aller möglichen Welten.

Ich kann Ihnen nur in allem zustimmen, verehrte Frau Galipò. Ich wollte noch eine wertvolle Anregung aus dem Artikel aufgreifen. Lokale Gewächse müssen es sein. Ich empfehle das angenehm nach Weihrauch duftende Schokonüsschen. Es ist so regional, dass es unter dieser Bezeichnung vermutlich noch nicht in der Wikipedia zu finden ist. Sein Name stammt von seiner charakteristischen Frucht. Innen durch und durch braun, an der Oberfläche glänzend schwarz. Im Frühstadium selbstverständlich grün. Diese Farbfolge hat unser Herrgott vorgegeben. Die Tiere und die von ihnen lernenden Menschen wissen schon allein von der Farbe her, warum der Fliegenpilz zu meiden ist. Den also bitte nicht zu kultivieren versuchen!
Mit evangelischem Gruß
Adam Mair

So ein guter Artikel!!! Jetzt weiß ich endlich, was genau Wildstauden sind und wo ich sie bestellen kann. Ich habe immer wieder in Gartenmärkten nach einheimischen Stauden gesucht, das war der falsche Ort. Ihre Tipps sind prima und praxisnah, habe schon Wildstauden bestellt und freu mich auf sie. Danke!

Ein sehr hilfreicher und informativer Bericht zu unserer Gartengestaltung. Das , was noch nicht der einheimischen Natur und Pflanzenwelt entspricht, wollen wir im Lauf der nächsten Jahre nachholen. besten Dank den Autoren.
Michael mentzel

Vielen Dank für diesen wichtigen und lebensnotwendigen Artikel. Da der Bericht schon so wichtige Dinge gesagt hat, kann man dem kaum mehr was hinzufügen.
Man kann nur alle Leser zum Nach- und Mitmachen motivieren.