"Aktion Augen auf! Für ein Altern in Würde" in Hamburg

Wurstbrot und Rummikub
Aktion Augen auf! Für ein Altern in Würde

Man kennt sich. Einmal die Woche kommt die junge Frau vom Besuchsdienst vorbei

Foto: Maria Feck

Hamburger Initiative gegen Einsamkeit im Alter

Eine Studie brachte 2009 den Stein ins Rollen. Nachdem Mediziner des Universitätsklinikums Eppendorf belegten, dass im reichen Hamburg viele alte Menschen Zeichen von Vernachlässigung zeigten – Unterernährung, Druckgeschwüre, keine Zahnprothesen –, kam die Diskussion auf: Wer kümmert sich um die Alten? Die AWO-Stiftung Aktiv für Hamburg startete kurz darauf die „Aktion Augen auf! Für ein Altern in Würde“. In mittlerweile sechs Stadtteilen schauen nun Koor­dinatorinnen nach alten Menschen, die alleine in ärmlichen Verhältnissen wohnen und kaum mehr Kontakte nach außen haben.

Die Koordinatorinnen arbeiten als Halbtagskräfte, sie gehen zu den Leuten nach Hause. Manchmal reichen ein paar Termine, um gemeinsam die Post zu sichten, Wohngeld oder eine Pflegestufe zu beantragen. Manchmal geht es schlicht um Einsamkeit.Dann vermitteln die Koordinatorinnen Ehren­amtler, die regelmäßig zu Besuch kommen, zuweilen über Jahre hinweg. So klingelt eine 30-Jährige jeden Donnerstag nach der Arbeit bei einer 92-jährigen Eimsbüttlerin. Es gibt Wurst und Käse zum Abendbrot, danach spielen die beiden eine Runde Rummikub – das ist schon Tradition geworden. Die Besuche und Angebote von „Augen auf!“ sind kostenlos. Die Aktion wird durch Fördergelder und Spenden finanziert.

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Fragen an Sabine Scharp-Hilcken, Stadtteilkoordinatorin in Eimsbüttel

chrismon: Woher erfahren Sie, dass jemand Sie brauchen könnte?

Sabine Scharp-Hilcken: Wir bekommen Hinweise, etwa von Nachbarn, Ärzten oder Handwerkern. Ein Hausmeister sollte kürzlich bei einem 80-jährigen Mieter den Wasserhahn reparieren und fand die Wohnung völlig zugemüllt vor. In der Küche lagen Hunderte von ausgespülten Kartoffelsalat-Plas­tik­bechern. Er rief mich dann später an.

Und dann?

Ich klingelte bei dem alten Mann, er ließ mich freundlich rein und schien sogar froh, dass jemand mit ihm sein Problem anpacken wollte. Das ist aber nicht unbedingt typisch.

Wie läuft es sonst eher?

Manche sind sehr skeptisch. Verstehe ich auch – wenn da so eine „Stadtteilkoordinatorin“ ankommt. Ich sage oft: „Ich bin so etwas wie eine Gemeindeschwester.“ Das wird eher verstanden und trifft auch den Kern.

Spendenkontakt: 

AWO-Stiftung Aktiv für Hamburg

Witthöfftstraße 5–7

22041 Hamburg

Tel. 040/414 023-960

info@aktionaugenauf.de

www.aktionaugenauf.de

 

Bankverbindung:

Bank: HASPA

BIC: HASPDEHHXXX

IBAN: DE10 2005 0550 1280 1504 65

Stichwort: ­chrismon / Aktion Augen auf!

Für die Spendenquittung bitte die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben.

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