Video: Evangelische Kirche im Rheinland unterstützt Braunkohlegegner

Bauer, Pfarrer, Waldbesetzer
Hambacher Forst, NRW, November 2017. Junge Leute haben den Wald besetzt

Hambacher Forst, NRW, November 2017. Junge Leute haben den Wald besetzt

Eduard Kopp

Junge Leute haben den Hambacher Forst besetzt. Dort will der Energiekonzern RWE roden und Braunkohle fördern. Die evangelische Kirche unterstützt die Kritiker des Braunkohleabbaus. Ein chrismon-Video

Im Hambacher Forst haben junge Leute einen Wald besetzt, den der Energiekonzern RWE Power AG roden will, um Braunkohle zu fördern. Hoch in den alten Bäumen haben sie Hütten gebaut und winterfest gemacht, um die Räumung durch die Polizei zu erschweren. Der Hambacher Forst ist Teil des rheinischen Braunkohlereviers westlich von Köln und liegt nahe beim politisch heftig umstrittenen Abbaugebiet Garzweiler II.

Die Evangelische Kirche im Rheinland und die Kirchenkreise im Revier fordern schon seit zwei Jahrzehnten den Ausstieg aus dem Braunkohleabbau, nicht zuletzt wegen des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes im großen Stil und der geringen Energieausbeute beim Verbrennen der Kohle in den RWE-Kraftwerken. Sie unterstützen die Waldbesetzer wie auch die Bauern, die ihre Höfe aufgeben müssen, und die vielen weiteren Familien, die gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen. Sehen Sie dazu das chrismon-Video „Bauer, Pfarrer, Klimaschützer“.

Seelsorge im Braunkohlegebiet Rheinische Kirche Hambacher Forst RWE

Während der Weltklimakonferenz COP 23 der Vereinten Nationen in Bonn (6.–17. November 2017) forderte die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland von der Politik ein Klimaschutz-Sofortprogramm für die Jahre 2018 bis 2020. In diesem Programm soll das sozialverträgliche Auslaufen aller Kohlekraftwerke, die eine Laufzeit von mehr als 30 Jahren haben, festgelegt werden. Zudem fordert die Synode mehr Anstrengungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien und finanzielle Hilfen für arme Länder, die Schäden und Verluste durch den Klimawandel verkraften müssen. Die Kirche  zieht eine negative Bilanz der Umweltpolitik in Deutschland: „Mit Sorge nehmen wir wahr, dass es der bisherigen Bundesregierung nicht gelungen ist, einen konsistenten, kurz- wie langfristig ausgelegten Plan zu entwerfen, wie das Ziel von Paris, die weitgehende Treibhausgasneutralität in allen Sektoren bis zum Jahre 2050, erreicht werden kann.“

Die zeitgleichen Berliner Koalitionsverhandlungen zwischen Union, Liberalen und Grünen deuten ebenfalls nicht auf einen beschleunigten Ausstieg aus dem Braunkohleabbau. Deshalb machen die Kirchen Druck. Und sie gehen mit gutem Beispiel voran, indem sie in ihren eigenen Häusern konsequent Energie sparen und zum Beispiel „grünen Strom“ beziehen, der nicht aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird.

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