Infoportal zur Kirchenmusik

"Die Szene ist sehr lebendig"
Abschlussgottesdienst des deutschen evanglischen Posaunentages in Dresden

Teilnehmer des Posaunentags bespielten Kirchen sowie zahlreiche oeffentliche Plätze, Straßen und Wohnviertel der Stadt. Neben kirchlichen Klängen bekamen die Zuschauer Alte Musik, Romantik sowie Swing und Pop zu hören.

Matthias Schumann/imago/epd-bild

Das Musikinformationszentrum (MIZ) des Deutschen Musikrats informiert im Internet über das Musikleben in Deutschland – und nun auch über "Kirchenmusik und Musik in Religionen"

chrismon: Was bringt Ihr Kirchenmusik­-Portal Neues?
Stephan Schulmeistrat: Es bietet den ersten, nahezu vollständigen Überblick über sämtliche Facetten der Kirchenmusik in Deutschland. Wir beleuchten Entwicklungen und Strukturen. Wir bieten Hintergrundinfos und weiterführende Quellen, statistisches und kartografisches Material. Zum Beispiel zur Zahl der Mitglieder in Chören und Ensembles nach Landeskirchen und Diözesen.
Wie steht es um die Kirchenmusik in Deutschland?
Die Szene ist sehr lebendig: über 900.000 Laien, über 3300 hauptamtliche Kantorinnen und Kantoren in der evangelischen und katholischen Kirche. Sie sind aber nur der kleinere Teil der Kirchenmusiker. Die meisten sind nebenberuflich oder ehrenamtlich tätig.
Worüber informieren Sie?
Wir bieten Antworten auf Fragen, die die Szene beschäftigen: Wie ist es um das Musizieren der Laien und Profis bestellt? Welche Ausbildungswege und Einrichtungen gibt es? Welche Rolle spielt die geistliche Musik im Konzertleben? Wir bilden auch aktuelle Debatten ab. Etwa: Wie steht es mit populärer Musik in der Kirche? Wir sammeln dazu Stellungnahmen der Verbände, Studien und Praxishilfen.

Stephan Schulmeistrat

Stephan Schulmeistrat war seit 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter des MIZ, bevor er im April 2016 dessen Leitung übernahm
Privat
Kirchenmusik heißt also christliche Musik?
Vom Begriff her ja. Wir haben aber auch die Musik anderer Religionen untersucht, speziell des Judentums und des Islam. Das war uns wichtig. Diese Religionen, wie auch die orthodoxen Kirchen, sind in Deutschland mittlerweile fest verankert. Bei vielen Festivals spielen der interreligiöse Dialog und experimentelle Formen eine zunehmende Rolle.

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