Adventskalender: 18.12.

Die drei Weisen von Annette Kurschus

 Foto: Christina Lux
Womöglich geht es Ihnen beim Anblick der drei Weisen ähnlich wie mir.


Fast werde ich ein wenig unruhig, wie sie so daliegen in aller Seelenruhe. Sie haben doch wirklich keine Zeit zu verlieren auf ihrem Weg zum Stall.

Die drei Schläfer zieren ein Kapitell, also einen Säulenkopf, in einer mittelalterlichen Kathedrale.

Was mögen sich die Bauleute dabei gedacht haben?

Vielleicht dies: Bei allen Schritten der Füße und Herzen, die Menschen abverlangt sind, ist es doch nicht mein Tun, auf dem die Kirche, der Glaube und unser eigenes Lebenshaus ruhen.

Was zählt, spielt sich über mir ab und reicht doch zu mir herab und rührt mich an – selbst bei geschlossenen Augen. Selbst im Schlaf.

Die Weisen sind zuerst und zuletzt weise in dem, was sie hören und sehen. Gen Himmel schauen sie. Finden unter tausend Sternen den einen, der zählt.

Sie schlafen unter einem offenen Himmel. Und so träumen sie einen Traum, der sie auf den Weg zu Christus bringt, dem "König aller Königreich", dem "Heiland aller Welt zugleich" (Martin Luther, Ev. Gesangbuch 1,1) – unter einer Decke steckend; mit nur drei Geschenken und buchstäblich im Schlaf.

Schlafen Sie gut in diesen Tagen und träumen Sie Gottesträume in aller Ruhe.

 Foto: Creative Commons

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Lesermeinungen

Ich dachte bislang immer, das Bild zeigt die Weisen, nachdem sie im Stall waren. Da sagt ihnen der Engel im Schlaf, dass sie nicht zu Herodes zurückgehen und das Kind nicht verraten sollen... Aber stimmt, der Engel zeigt auf den Stern. Dann muss es vorher sein.