"Bands auf festen Füßen" gegen Fremdenfeindlichkeit

Mit den Nazis abhängen?
Bands auf festen Füßen

Musik gegen Fremdenfeindlichkeit: die Band Sibs bei einem Auftritt in Joachimsthal

Foto: Kirchengemeinde Joachimsthal

Och nö. In Joachimsthal haben Jugendliche Besseres vor

Am Anfang war der Überfall. Pfarrerin Beatrix Spreng hatte ein Konzert organisiert, es war Sommer 1994, sie war noch neu in der brandenburgischen Kleinstadt Joachimsthal. Auf der Freilichtbühne spielten deutsche und ausländische Kinder und Jugendliche aus Berlin, da tauchten etwa 30 junge Leute aus der Gegend auf und begannen zu brüllen: „Asylanten raus!“ Unter ihnen auch Konfirmanden aus Sprengs Gemeinde.

Als die Berliner in ihren Bandbus flüchteten, versuchten die Einheimischen, dessen Scheiben einzuschlagen und das Fahrzeug umzukippen. Ein Schock für die Pfarrerin, die beschloss: Es muss was passieren, damit wir unsere Jugend nicht an die Rechten verlieren. Sie engagierte Musiker, die im Gemeindehaus Bands und Tanzgruppen aufbauten. Nach einem Jahr waren es schon sechs BAFFs, wie sie sich nennen: Bands auf festen Füßen, heute machen rund 60 Kinder und Jugendliche aus der Umgebung mit. Und positionieren sich deutlich gegen Fremdenfeindlichkeit. Dafür gewannen sie im vergangenen Jahr sogar einen Engagement-Preis, Sängerin Nena kam daraufhin persönlich vorbei. Hip-Hop, Breakdance, Rap – jeden Sommer treten die BAFFS  nun selbst auf der Freilichtbühne auf. Der halbe Ort ist dabei. Und keiner wird niedergebrüllt. 

Fragen an Pfarrerin Beatrix Spreng, Initiatorin von BAFF

chrismon: In Zeiten von Pegida und AfD-Erfolgen  –  wie hilft Hip-Hop gegen Rechts?

Die Jugendlichen werden durch das Musikmachen und die Auftritte selbstbewusster. Sie kommen herum, treffen andere Gruppen und erleben, dass die Welt viel bunter und weiter ist, als die Rechten sie darstellen.

Und was tun sie mit dieser Erkenntnis?

Sie engagieren sich für andere: Unsere BAFF-Kids haben eine Gemeinde-Kleiderkammer initiiert. Sie laden Flüchtlinge zu Willkommenscafés ein und greifen ein, wenn Migranten im Bus beleidigt werden.

Hat sich Joachimsthal verändert?

Es gibt auch hier einige Rechtsextreme. Aber die haben nicht das Sagen, und vor denen fürchtet sich keiner. Wir haben das Gefühl, dass unsere jahrelange Arbeit sich jetzt auswirkt. Immer mehr haben mit uns über den Tellerrand geguckt. Und schicken jetzt ihre Kinder auf den gleichen Weg. 

Spendenkontakt: 

BAFF – Bands auf festen Füßen, Kirchengemeinde Joachimsthal

Kirchstraße 1

16247 Joachimsthal

Tel. 033361-268

b.spreng@kirchengemeinde-joachimsthal.de

www.kirchengemeinde-joachimsthal.de

 

Bankverbindung:

Kreiskirchliche Kasse, Berliner Volksbank

IBAN: DE75 1009 0000 3594 1100 04

Stichwort: chrismon/BAFF Joachimsthal

Für eine Spendenquittung ­bitte die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben. 

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