Aufbauhilfe nach Erdbeben in Nepal

Geflicktes Dach der Welt
Hubschrauber im Nepal

Hilfe für die „Nepal Kids“ ‒ der Hubschrauber bringt sie ins Bergdorf Bihi

Foto: Frank Schönau

Himalaya-Dörfer leiden noch unter Erdbebenschäden

Als im April in Nepal die Erde bebte, war Frank Schönau sofort alarmiert: Kurz zuvor hatte der Kölner Unternehmensberater bei einer ausgiebigen Trekkingtour durch das Himalaya-Gebirge mehrere sehr abgelegene Bergdörfer besucht. Und in der Tat: Diese Region nördlich der Hauptstadt Kathmandu lag nicht weit vom Epizentrum des Erdbebens entfernt. Schönau hatte auf der Tour viele Menschen kennengelernt und versuchte nun, diese über soziale Netzwerke zu kontaktieren. Ein junger Lehrer antwortete: Ich bin in Kathmandu, ich lebe. Aber die Wege nach Hause in die Berge sind verschüttet, ich kriege keinen Kontakt dorthin.

Schönau sammelte Spenden, sprach nepalesische Hilfsorganisationen an, charterte Hubschrauber und begann, eine Art Luft­brücke einzurichten. Wie erwartet, waren in den Dörfern viele Häuser und Felder zerstört, es gab Verletzte. Auf dem Luftweg brachten die Helfer Zelte, Decken, Grundnahrungsmittel, Werkzeuge, Medi­kamente, flogen Kranke aus. Die erste Not konnte ­gelindert werden, nun geht es darum, die Dörfer für den Winter zu ver­sorgen, denn bei Schneesturm kommen auch Hubschrauber nicht durch.

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Fragen an Frank Schönau, Gründer der Initiative Nepal Kids

chrismon: Wie erlebten Sie die Bergdörfer vor dem Erdbeben?

Wie eine vergangene Welt: Zu Fuß, mit Maultieren oder Yaks geht es über steile, holprige Bergpfade. Keine Autos. Wir haben ein Dorf besucht, das erreicht man zu Fuß in acht bis zwölf Tagen.

Wovon leben die Leute?

Von Landwirtschaft und Rucksacktourismus. Durch das Erdbeben sind ganze Felder abgerutscht und verschüttet, die Ernten fehlen. Wir schnüren deshalb Pakete mit Reis, Mais, Zucker und Öl. Für 100 Euro können wir eine Familie über den Winter bringen.

Und nach dem Winter?

Wir bleiben dran und wollen in die Kinder investieren: Im Frühling beginnen wir, zerstörte Schulen aufzubauen. Und wir vergeben Stipendien an Mädchen, damit sie auf eine  weiterführende Schule gehen können. Pro Jahr und Kind kostet das 200 Euro.

Spendenkontakt: 
Initiative Nepal Kids e. V.
Apostelnstraße 15–17, 50667 Köln,
Telefon: 0221/888 86-248,
 
Bankverbindung:
Sparkasse KölnBonn,
Konto 1932 596 545,
BLZ 370 501 98,
Stichwort: chrismon.
Für die Spendenquittung bitte die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben.

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