3. Mai: Internationaler Tag der Pressefreiheit

Es war eiskalt in Minsk, der weißrussischen Hauptstadt, als Iryna Khalip am Sonntag, dem 19. Dezember 2010, gemeinsam mit Zehntausenden gegen die umstrittene Wiederwahl des Präsidenten Lukaschenko demonstrierte. Die renommierte Journalistin hatte bereits viele Berichte über Korruptionsfälle, Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land veröffentlicht.

Zu Hause kam sie an dem Abend nicht an. Auf dem Heimweg zerrten KGB-Beamte sie aus dem Auto, verhafteten die 43-Jährige. Nach Mo­naten im Gefängnis steht Khalip nun unter Hausarrest. Zwei KGBler sind ständig in der Wohnung. Telefonieren und Internet sind ­verboten. Khalips dreijähriger Sohn lebt inzwischen bei der Oma, die beiden dürfen einmal täglich kommen. Sonst niemand. Ihr Mann ist als Oppositionspolitiker inhaftiert, die Familie hat also zurzeit kein Einkommen.

Fälle wie diese sind es, um die sich der Verein Journalisten helfen Journalisten kümmert. Die circa130 Mitglieder kommen selbst aus der Branche und finanzieren über Vereinsbeiträge und Spendenwerbung das, was in Not geratene Kollegen brauchen, zum Beispiel die Miete, medizinische Versorgung oder Hilfe bei der Ausreise.

 

Fragen an Carl Wilhelm Macke, freier Journalist und Koordinator des Vereins

Wie geht es Medienberichterstattern in Nordafrika und Japan?
In Japan gibt es eine stabile Pressefreiheit, da erreichten uns bislang keine Hilfsanfragen. Aus Libyen wird aktuell immer wieder über Verschleppungen von Journalisten berichtet. In Tunesien steht im Moment der Aufbau eines demokratischen  Mediensystems im Mittelpunkt.

Helfen Sie dabei mit?
Daran sind wir nicht direkt beteiligt. Wir leisten vor allem Hilfe in Einzelfällen, zu denen wir meist über deutsche Auslandskorresponden­ten Kontakt bekommen.

Wo ist es für Journalisten zurzeit besonders gefährlich?
In Belarus (Weißrussland), wo nach der Wahl ein sehr repressiver Kurs gegen Journalisten gefahren wird. Im östlichen Afrika. Und überall da, wo sie über internationale Drogenkartelle und mafiöse Netzwerke recherchieren.

Spendenkontakt: 

Journalisten helfen Journalisten e.V.
c/o Carl Wilhelm Macke
Lothringer Straße 11
81667 München
Tel. 089-4 47 04 04
Fax: 089-6 88 77 89
E-Mail: cwmacke@t-online.de
www.journalistenhelfen.org

Bankverbindung
Hypo­vereinsbank München
Konto 31 900 506
BLZ 700 202 70
Stichwort: chrismon/Spende für JhJ
Für die Spendenquittung unbedingt die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben 

 

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