Audio: Was ist die Schöpfungsgeschichte?

Audio: Was ist die Schöpfungsgeschichte?
Religion für Einsteiger: "Der Mensch hat sich selbst gekrönt"

 Illustration: Lisa Rienermann
Pastor Henning Kiene erklärt, warum der Mensch irrt, wenn er daran glaubt, dass der Mensch die Krone der Schöpfung sei. Das Konzept mit der Krone sei ohnehin stark veraltet.

Leseempfehlung

Er hat das volle Verfügungsrecht über die Tiere – so lesen viele die Schöpfungsgeschichte. Stimmt das?

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Lesermeinungen

Vielen Dank, Chrismon, der Artikel zum Verhältnis Mensch und Tier bezieht deutlich und bibelfundiert Stellung zur Ausnutzung unserer tierischen Umwelt. Auch wenn in den obigen Meinungen die Exegese diskutiert wird, so dürfen wir doch nicht vom Thema abkommen. Stört sich hier niemand an dem Leserbrief von Gerhard Glombik in der Februarausgabe, der den Artikel nicht gelesen zu haben scheint und sich an der Aussage "Beide brauchen sich gegenseitig" so stört, dass er den Unterschied zwischen Mensch und Tier als "letzten Rest an christlicher Überzeugung" bezeichnet? Als höchstwahrscheinlich heterosexueller weißer Mann fürchtet er offensichtlich um seine Vormachtstellung in der Schöpfung und möchte, dass seine Kirche für ihn Flagge zeigt. Dass ihm nach der Gleichstellung der Frau und Eingliederung der Andersliebenden auch noch der Letzte Rest an Größe genommen wird, scheint er nicht gut zu verkraften. Als Katholikin sei ihm gesagt, da braucht er sich nur ein bisschen umzuschauen, dann findet er sich als Krone der Schöpfung definitiv bestätigt. Es geht in Sachen Tierschutz nicht um eine Gleichmachung, wo Unterschiede bestehen, sondern um Empathie und Verantwortung, genau wie der Verfasser des Artikels herleitet. Im Zweifel geht also das Einfühlungsvermögen in jedwege Form des Leidens vor und das ist die christliche Überzeugung, die gelebt und gepredigt wird. Der Verfasser des Leserbriefes jedoch fühlt sich zu sehr belastet vom "Wahn des korrekten Essens" und "Gesetzlichkeiten", die empfindlich in seine Komfortzone einzuschneiden scheinen. Bitte, wer erklärt dem beleidigten Mann, dass Tierschutz Menschenschutz ist, denn unsere Form der Massentierhaltung beutet Arbeiter in der Fleischindustrie aus, lässt Bauern der sog. Dritte-Welt-Länder hinsichtlich der Futterherstellung für die Tröge unserer Nutztiere verarmen und global gesehen ist unser eben nicht ethisch korrektes Essverhalten zu einem Großteil für den Klimawandel verantwortlich, der unsere nicht so priviligierten Mitmenschen in Zukunft noch sehr viel härter treffen wird. Es sollte als kein Bedürfnis von Christen sein, "sich dem aktuellen Trend der Tier- und Umweltethik anzupassen", sondern ganz im Gegenteil, eine christliche Grundüberzeugung, für die eingetreten werden muss und gelebte Nächstenliebe, auch wenn unsere Nächsten fern von unseren Augen für unseren Konsum schuften müssen oder in Schlachtfabriken ihr Leben lassen. Alles andere ist nicht christlich!

Die Antworten beweisen lediglich die totale Konfusion. Es wird halsüberkopf, hanebüchen hilflos und weit weg von jedem Verstehen fabuliert. Von "konfirm" (zusammen sicher sein) keine Spur. Was schon die Konfirmation nur selten geschafft hat, geht jetzt vollends den Bach runter. Entwederoder: Alles geht ohne die Hilfe verbindender Ideale in die kapitalistische Hölle, oder es kommt demnächst ein neuer Luther, der all diesen pseudoreligiösen Intellektverdrehern und angeblichen Lehrer und "Verstehern", die eher hemmungslose Verdreher sind, aus dem Paradies des bis jetzt immer noch wohltemperierten Glaubenswirrwarr vertreibt. Ob Claussen im SPIEGEL (Interview mit dem Physiker und Atheisten Moore) , Kiene in Chrismon oder Graf im FAZ-Duett mit Mosebach, dazwischen Bedfort-Strohm, Käßmann und besonders der Prof. Notger Slenczka (AT sollte unwichtig sein). Alle schmieden eifrig am eigenen Gottesgnadentum. Das geht solange, bis auch bei uns die Einfachgläubigen aus der US-Evangelikalenprägung bei uns an Bedeutung gewinnen.

Ich wäre auch gerne die "Krone der Schöpfung", aber ich bin es nicht, weniger als Pastor Kiene. Herzlichen Dank für diese erfrischende Interpretation der Bibel. Nichts hilft besser, Schwierigkeiten zu überwinden, als die Wahrheit. Vor allem, wenn sie die Presse verbreitet.

Und wieder wurde ein Stein aus der Krone des Glaubens gebrochen. Jetzt Herr Kiene, vor wenigen Wochen Herr Claussen und dazu noch all die, die nicht öffentlich geworden sind. Haben Sie denn alle noch nicht begriffen, dass kaum noch eine überzeugende Glaubenssubstanz übrig bleibt, wenn selbst die Schöpfung bezweifelt wird? Das ist auch nicht überraschend, nachdem die Glaubensstruktur über die unendlichen Auslegungsvarianten zum Spielball aller Kanzeln geworden ist. Was bleibt denn da noch als biblisch übrig, wenn jeder, der behauptet, den Glauben studiert zu haben, sich nach Belieben befugt glaubt, seine ganz indviduelle Auslegung zum Besten geben zu dürfen? Was wir brauchen, dass ist ein neuer Luther, der nicht jedem Zeitgeist hinterher rennt. Spätestens 2017 sollte er erscheinen! Herr Kiene ist dafür sicher nicht geeignet.

OCKENGA schrieb am 12. Januar 2016 um 18:42: "Und wieder wurde ein Stein aus der Krone des Glaubens gebrochen." Was folgt jetzt daraus? Zitat: "Haben Sie denn alle noch nicht begriffen, dass kaum noch eine überzeugende Glaubenssubstanz übrig bleibt, wenn selbst die Schöpfung bezweifelt wird?" Der Witz des Glaubens besteht doch darin, sich seine eigene Substanz zu erschaffen. Sonst wäre es ja kein Glaube, sondern hätte mit der schnöden Wirklichkeit zu tun und damit mit Argument, Kritik und gegebenenfalls Müllentsorgung.
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Die zwei heißen Alternativen, die der Glaube zum Thema Schöpfung bietet, lauten: Die zeitgemäßen Gläubigen geben zu Protokoll, dass auch ihnen zu Ohren gekommen ist, dass nie eine Schöpfung stattgefunden hat. Gerade deswegen muss um so heftiger an den Schöpfer geglaubt werden, der dann eben äußerst trickreich irgendwie doch ganz ohne Schöpfung geschöpfert hat. Die mehr fundamentalistischen Gegenspieler der zeitgemäßen Gläubigen merken, dass diese Argumentation reichlich wacklig ist und beharren gegen jede Erkenntnis darauf, dass eine Schöpfung stattgefunden hat. Das sind zwei Alternativen, die schöner nicht mehr sein können.

Angenommen Sie sind in einem Orgelkonzert und hören Fanz Liszts Phantasie über das Thema B-A-C-H. In Ihrer "schnöden Wirklichkeit" ausgedrückt: Sie nehmen akustisch Töne wahr. Wäre es rational zu bezweifeln, dass Franz Liszt jemals gelebt hat, er der Schöpfer dieses grandiosen Werks ist und dass es einen Sinn in dieser Musik jenseits der Akustik gibt? Wohl kaum, denn man hat schließlich Dokumente darüber. Weshalb sollte es dann nicht rational sein zu glauben, dass Gott der Schöpfer dieser Welt ist und dass die Welt einen Sinn jenseits der reinen Physik in sich trägt? Versuchen Sie mal wie ein Künstler die Welt anzuschaun, dann ist die Wirklichkeit nicht mehr so schnöde ..

Jochen schrieb am 15. Januar 2016 um 13 Uhr 22: "Weshalb sollte es dann nicht rational sein zu glauben, dass Gott der Schöpfer dieser Welt ist". Weil die Welt ziemlich was anderes ist als Liszts Fantasie und Fuge über den Namen Bach. Schon der nächste Sonnenschein, den Sie genießen können oder die nächste Erkältung, die Sie plagt, sind nicht das Werk von irgendwem. Auch nicht von einem Superkomponisten namens Gott.
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Das ist genau der Irrtum des Schöpfungsglaubens. Weil Menschen und bisweilen auch Tiere planmäßig vorgehen können, ist noch lange nicht alles und schon gar nicht die Welt das Produkt eines Schöpfers. Als die Schöpfungsmythen in so ziemlich allen Kulturen wie Pilze aus dem Boden schossen und manche davon es in die diversen Heiligen Schriften schafften, machten die Autoren genau denselben Fehler, den Sie, lieber Herr Jochen, heute machen. Damals hatten diejenigen, die sich den Kopf zerbrachen, wo denn Tag und Nacht, die Sterne und Viecher wohl herkämen, allerdings kaum eine andere Möglichkeit, als sich alles als Produkt von übermenschlichen Mächten, Göttern oder eines Monogottes vorzustellen.
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Inzwischen hat sich anderes Wissen angesammelt. Gegen blutige Unterdrückungsversuche von Seiten der Schöpfungsgläubigen, versteht sich. Man kennt den Begriff der Entwicklung, die das glatte Gegenteil eines planmäßigen Vorgehens ist. Diese Evolution ist für Pflanzen und Tiere bekannt, manchmal sehr detailreich, manchmal sehr vage und voller Unklarheiten. Gleiches gilt für die geologische und kosmologische Evolution. Wer also heute noch an einen Schöpfer glaubt, unterliegt einem Irrtum. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob der Schöpferglaube fundihaft als 7-Tage-Kreationismus daherkommt oder sich ganz auf- und abgeklärt gibt und von predigenden Physikprofessoren stammt. Da gibt es welche, die sich ziemlich gut auskennen in Fragen der Entwicklung des Weltalls, weil sie auf diesem Gebiet geforscht haben. Das feit sie freilich nicht vor dem Irrtum, trotzdem an einen Schöpfer zu glauben. Traurig, aber wahr.
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Zitat: "Versuchen Sie mal wie ein Künstler die Welt anzuschaun". Davor werde ich mich hüten. Wem Orgelmusik Genuss bereitet, muss keineswegs zu einer wie auch immer gearteten künstlerischen Fehlinterpretation der Welt greifen.

Sie reden von einem "Irrtum des Schöpfungsglaubens". Woher haben Sie die Gewißheit, dass es sich hier um Irrtum handeln könnte? Oder ist das lediglich Ihre Vermutung? Dann sollten Sie das einräumen. Von Einstein et al. kann das jedenfalls nicht sein, denn (seriöse) Wissenschaft weiß um ihre Grenzen. Für den berühmten Mathematiker Pascal jedenfalls lässt sich Gott in der Schöpfung erkennen, wenn er sagt: "Die Natur hat Vollkommenheit, um zu zeigen, dass sie das Bild Gottes ist und Mängel, um zu zeigen, dass sie nur sein Bild ist". Aber es braucht halt den guten Willen dazu.

Jochen schrieb am 18. Januar 2016 um 16 Uhr 48: "Woher haben Sie die Gewißheit, dass es sich hier um Irrtum handeln könnte?" Ich habe nicht die Gewissheit, dass es sich um einen Irrtum handeln könnte. Ich weiß, dass es ein Irrtum ist. Die Gewissheit zu haben, es könnte sich um einen Irrtum handeln, ist weder eine Gewissheit, noch irgend ein begründeter Zweifel, sondern ein Widerspruch in sich.
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Gott hat kein großes Licht für den Tag geschaffen. Er ist nicht Schöpfer der Sonne. Woher ich das weiß? Weil ich weiß, dass die Sonne anders entstanden ist.
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Frau Holle hat nicht die Betten geschüttelt. Sie ist nicht Schöpferin des Schnees. Woher ich das weiß? Weil ich weiß, dass Schnee anders entsteht.
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Zitat: "Wissenschaft weiß um ihre Grenzen." Diesen frommen Wunsch hat Frau Holle. Damit ihr niemand an die Kissen fährt. Da muss ich allerdings sowohl Frau Holle wie auch den lieben Gott enttäuschen. Wissenschaft schafft Wissen. Wissenschaft ist nicht mit Grenzschutzaufgaben betraut. Im Gegenteil, sie verschiebt laufend die Grenze zwischen dem Erkannten und dem noch nicht Erkannten. Sonst ist sie eben keine Wissenschaft, sondern gehört zu den zahlreichen hochangesehenen ideologischen Veranstaltungen, die gerade an den Unis ein Tummelfeld haben, sich sehr seriös vorkommen und vor dem Etikettenschwindel, sich als Wissen schaffende Einrichtungen zu bezeichnen, nicht zurückschrecken. Ein typisches Beispiel dafür ist der von Ihnen zitierte Predigersatz des Herrn Pascal. Die Natur hat weder Vollkommenheit noch Mängel. Die Begriffe Vollkommenheit und Mängel setzen nämlich entweder einen Maßstab oder einen Zweck voraus. Diese der Natur grundlos unterzujubeln ist ein übler Predigertrick. Deshalb gehört dieser Satz auch nicht zu den Lehrsätzen der Physik oder Mathematik.

Die Aussage "ich weiß genau wie die Sonne entstanden ist" und die Aussage, "Wissenschaft verschiebt ständig die Grenzen zwischen dem Erkannten und dem noch nicht Erkannten" ist ein Widerspruch in sich - so lange Sie nicht kleinlaut und nach den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens die Formulierung "nach dem derzeitigen Wissensstand" hinzufügen. Seriöse Wissenschaft ist in dieser Hinsicht also immer offen für die neue Erkenntnis, sie kann daher aber auch zu vielen Themen keine endgültigen Antworten geben. Insbesondere zu den großen Themen, die populärwissenschaftlich-szientistisch inszeniert werden. Insofern ist Wissenschaft offen und begrenzt gleichermaßen. Ich fürchte Sie sind nicht bereit das zuzugeben. Und bei Ihrer Aussage über den Schöpfergott verheben Sie sich.

Jochen schrieb am 19. Januar 2016 um 18 Uhr 53: "so lange Sie nicht kleinlaut und nach den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens die Formulierung "nach dem derzeitigen Wissensstand" hinzufügen." Also jetzt bitte trotz Fasching nicht mit launigen Märchen das Leserpublikum unterhalten! Kein Lehrbuch der Mathematik oder der Physik fügt dem Beweis des Satzes von Pythagoras oder der Herleitung des Hebelgesetzes die Bemerkung an "nach dem derzeitigen Wissensstand". Großlaut oder kleinlaut, es wäre einfach nur peinlich. Das liegt daran, dass Wissenschaft entgegen Ihrer Vorstellung eben nicht "immer offen für die neue Erkenntnis" ist. Wissenschaft ist weder offen noch geschlossen für neue Erkenntnisse. Die kommen nämlich nicht wie die gebratenen Vögel dahergeflogen und warten nur darauf, von offen gesinnten Forschern freundlich empfangen zu werden. Nein, neue Erkenntnisse müssen sich, falls sie bisherige Erkenntnisse erweitern, modifizieren oder als Irrtum erweisen, mit Hilfe des Arguments durchsetzen. Es muss gedanklich nachvollziehbar aufgezeigt werden, was am bisherigen Wissen fehlerhaft war.
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Wer also Fehler in den Evolutionstheorien der Lebewesen, der Erde und des Weltalls findet, veröffentlicht diese in den Fachzeitschriften und bekommt dann einen Nobelpreis. Wer aber das nicht tut, sondern einfach mit der öden Trivialität aufwartet, dass doch irgendwer irgendwann irgendeinen Fehler finden mag und diesen Hinweis mit einem Argument gegen die Evolutionslehre und einem Argument für den Schöpferglauben verwechselt, steht nicht auf der Kandidatenliste für wissenschaftliche Ehren.
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Für philosophisch interessierte Leser: Der Hinweis, irgendein Gedanke könnte doch falsch sein, ohne jede Angabe, worin der Fehler denn bestehen soll, gehört zum dogmatischen Skeptizismus. Das ist eine moderne, beliebte Form von Dogmatismus. Früher hieß es, dieses oder jenes sei falsch, weil es in der Bibel anders stehe oder der Papst oder Herr Pfarrer anderer Meinung seien. Das ist der klassische Dogmatismus. Es wurden keine Gründe geltend gemacht. Heutzutage heißt es genau so grundlos, dieser oder jener Erkenntnis sei nicht zu trauen, weil doch kein allgemein gültiges Kraut gegen den Irrtum gewachsen sei. Dieser moderne Dogmatismus ist nicht weniger daneben als der alte.
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Kleine praktische philosophische Übungsaufgabe zu diesem Gedanken: Der Ober bringt im Restaurant nach der Schlemmerei dem Gast die Rechnung. Der Gast prüft sie, findet keinen Fehler und verweigert trotzdem die Zahlung, weil doch alles in der Welt auch falsch sein könne. Die ausgewiesene Zeche könne allenfalls "nach dem derzeitigen Wissensstand" stimmen. Kommt der Gast mit dieser Argumentation durch?

Tja, auch der Satz von Pythagoras ist nicht so trivial, dass er nicht an Voraussetzungen gebunden wäre. In nichteuklidischen Geometrien gilt er nicht :-) :-) :-)
Evolutionstheorie kann gegenwärtig nicht erklären, wie Leben, das auf DNA und hochkomplexen Proteinstrukturen beruht, ab initio aus einfachen Molekülen wie Ammoniak, Methan etc. + Energie entstanden ist. Spricht man Biologen auf dieses Wissensdefizit an, dann ist die trockene Antwort, dass das nicht in ihr Gebiet fallen würde. Die Gegenwärtige Evolutionstheorie setzt also Leben bereits voraus und kann zur Entstehung von Leben wenig oder nichts sagen.
Ich bin (als Wissenschaftler) überzeugt dass sich daran sicherlich irgendwann etwas ändern wird. Als Christ ist mir aber bewußt, dass wir hier immer von Gottes wunderbarer Schöpfung reden, die sinnhaft ist. Ohne diese Sinnhaftigkeit wäre Wissenschaft m. E. in sich fragwürdig.
Ein Problem der Wissenschaft ist, dass der normale allgemeingebildete Mensch eigentlich wenig weiß. Für ihn sind die Einsteinschen Feldgleichungen, Krümmungstensoren etc. nichts anderes wie Hieroglyphen. Genauso ist es mit Sequenzen in DNA. So gesehen läuft Wissenschaft gefahr, zu einer gnostischen Disziplin zu werden und die Nobelpreisträger nehmen die Funktion der Magiere ein, die ihre Zeichen zu deuten wissen. Einfache Menschen, lieber Iwan, lesen keine Fachjournale. Jesus Christus jedoch, geht es um alle Menschen, nicht nur um Nobelpreisträger. Sollte das nicht zu denken geben?

Jochen schrieb am 21. Januar 2016 um 12 Uhr 44: "Tja, auch der Satz von Pythagoras ist nicht so trivial, dass er nicht an Voraussetzungen gebunden wäre." Vorsicht! Die Richtigkeit des Satzes von Pythagoras ist von nichts anderem abhängig als der korrekten Argumentation, also dem Beweis des Satzes. Sie ist an keine weiteren Voraussetzungen gebunden. Bitte nicht mit folgendem Sachverhalt verwechseln: Als die Zahlenwirte anfingen, teils aus Spieltrieb, teils wegen der Anforderungen der Naturwirte, neben der anschaulichen Geometrie weitere Geometrien zu untersuchen, mussten sie selbstverständlich alle ihre bisherigen Begriffe und Aussagen darauf hin überprüfen, inwieweit sie unverändert übernommen werden konnten, abgeändert werden mussten oder ob sie nur in euklidischen Geometrien gültig waren. Es stellt einen Erkenntniszugewinn dar, keinen Nachweis von Unzuverlässigkeit oder sonstigem gedanklichem Wurmbefall der Mathematik, zu wissen, dass in hyperbolischen und elliptischen Geometrien die Quadratsumme der Kathetenlängen nicht notwendig gleich dem Hypotenusenlängenquadrat ist.
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Zitat: "von Gottes wunderbarer Schöpfung reden, die sinnhaft ist." Also mal angenommen, Gott gäbe es und er habe sich als Schöpfer betätigt und die Schöpfung sei wunderbar. Welchen Sinn hat sie denn? Wer kann jetzt was mit diesem Sinn anfangen?
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Zitat: "Jesus Christus jedoch, geht es um alle Menschen, nicht nur um Nobelpreisträger. Sollte das nicht zu denken geben?" Das sollte nicht nur zu denken geben, spätestens da sollten alle Alarmglocken schrillen. Worum geht es ihm denn? Was treibt er denn so, wenn es ihm darum geht? Wieso geht es ihm so penetrant um alle Menschen, wo die doch ziemlich Unterschiedliches erleben als Unternehmer und Unternommene, als gewählte Politiker und gehorsame Bürger, als Gefängnisdirektoren und Knastinsassen?

In seiner Erklärung scheint der Herr Pastor Psalm 8 ausser acht zu lassen, wenn er meint, dass das Bild "Mensch als Krone der Schöpfung" nicht biblisch und nicht zeitgemäß sei. Im Psalm heißt es (Verse 5 und 6)

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, / des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, / hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.