Anti-Kriegs-Skulptur "Monument" soll Dialog anregen

Manaf Halbouni vor seiner Anti-Kriegs-Skulptur "Monument" vor dem Brandenburger Tor

epd-bild/Christian Ditsch

Der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni sieht eine überwiegend positive Resonanz auf seine derzeit in Berlin ausgestellte Anti-Kriegs-Skulptur "Monument". Trotz teilweise massiver Proteste sei die Bus-Installation, die an das Kriegsleiden der syrischen Zivilbevölkerung erinnern soll, ein "großer Erfolg", sagte Halbouni dem epd.

Nicht mehr die Busse seien die Kunst, "sondern das, was drum herum passiert". Die Skulptur "Monument" ist derzeit in der Bundeshauptstadt auf der Westseite des Brandenburger Tores zu sehen.

Die zwölf Meter hohe Installation aus drei hochkant stehenden, ausrangierten Bussen symbolisiert Barrikaden, die Zivilisten im syrischen Aleppo 2015 mit Bussen während der Kampfhandlungen in der Stadt aufgerichtet hatten, um sich vor Scharfschützen zu schützen. Bereits im Februar war das "Monument" vor der Frauenkirche in Dresden aufgestellt worden und hatte dort zu massiven Protesten unter anderem von "Pegida"-Anhängern geführt. Viele sahen in der Verknüpfung des Leids der Zivilbevölkerung von Aleppo mit den Zerstörungen Dresdens durch alliierte Bomber das Gedenken der Stadt beschmutzt. Die Proteste hatten international für Schlagzeilen gesorgt.

Ehrlicher Protest

Über "Monument" sei ein Dialog entstanden, betonte Halbouni: "Die Leute gehen aufeinander zu, sie diskutieren über Kunst, über Politik, über Frieden, über Krieg, über Waffen, über alles Mögliche." Selbst ablehnende Reaktionen habe er positiv gesehen und nicht negativ, sagte der Künstler und fügte hinzu: "In Dresden habe ich den Protest oft als Ehrlichkeit empfunden, weil die Leute mir ihr Herz geöffnet haben - auch wenn es oft in einer unnetten Weise war."

In Berlin stoße die Anti-Kriegs-Installation bei Besuchern bislang dagegen auf durchweg positive Resonanz. In den sozialen Netzwerken gebe es allerdings erneut "rechtslastige Diskussionen" gegen das Kunstwerk und den Künstler. "Ich gehe auf die meisten Tweets und Kommentare nicht ein, weil das keinen Sinn macht. Jeder hat eine andere politische Meinung. Ich will aber über die Kunst reden", betonte Halbouni. Inzwischen stehe "Monument" deshalb auch für Dialog. "Es zeigt, dass wir miteinander reden müssen, um Kompromisse zu erzielen", erklärte der Deutsch-Syrer.

Nur an die eigenen Opfer erinnern

Rückblickend auf die massiven Proteste in Dresden betonte Halbouni allerdings: "Ich fand es ehrlich gesagt erschreckend, dass viele Dresdner nur an die eigenen Opfer erinnern wollen und nicht an die in Aleppo. Jeder Krieg ist schlimm, egal wo er stattfindet." In "Monument" gehe es "um diesen sinnlosen Krieg, der in Syrien stattfindet". Die Installation sei aber auch ein Lebenssymbol: "Die Busse stehen als Schutz da, dass Menschen in einer kriegszerstörten Stadt halbwegs wieder einen Alltag führen können", sagte Halbouni.

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