Kein zweites TV-Duell zwischen Merkel und Schulz

Martin Schulz wollte sich noch einmal mit Angela Merkel duellieren.

epd-bild/Christos Dogas/European Union 2016 - European Parliament

Bundeskanzlerin Merkel lehnt die Aufforderung von SPD-Kanzlerkandidat Schulz zu einem zweiten TV-Duell ab. Die Sender zeigen sich nach wie vor interessiert an einer Fortsetzung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt ein zweites TV-Duell, wie es SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert, ab. "Zu dem Thema ist alles gesagt. Angela Merkel hat gerne an einem TV-Duell teilgenommen. Dieses Format hat sich bewährt. Und dabei belässt sie es", erklärte die CDU-Pressestelle am Mittwoch in Berlin. Die Sender zeigen sich indes nach wie vor offen für eine Fortsetzung des Formats.

Schulz schreibt Brief an die Kanzlerin

In einem Brief an die Kanzlerin, der der "Bild"-Zeitung (Mittwoch) vorliegt, schrieb Schulz zur Begründung: "Seit dem TV-Duell erreichen mich viele Briefe und Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, deren berechtigte Fragen (...) nicht beantwortet wurden." Die Bürger verdienten eine umfassende Debatte um "die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes", heißt es in dem Brief. "Aus diesem Grunde fordere ich ein zweites TV-Duell vor der Bundestagswahl. Ich bin jederzeit dazu bereit", schrieb Schulz.

Am 3. September hatten Schulz und Merkel sich in einem TV-Duell den Fragen von vier Moderatoren von ARD, ZDF, RTL und ProSieben/Sat.1 gestellt. Mehr als 16,2 Millionen Zuschauer verfolgten die Live-Sendung. Vertreter der Kanzlerin lehnten ein zweites Aufeinandertreffen mit Schulz ab.

ZDF: "Unsere Einladung steht"

Die beteiligten Sender indes bekräftigten auf epd-Anfrage ihr Interesse an einer zweiten Runde eines TV-Duells vor der Bundestagswahl am 24. September. Das ZDF habe sich angesichts der Themenfülle immer für zwei Duelle eingesetzt, teilte die ZDF-Pressestelle mit. "Unsere Einladung steht." Auch bei ProSieben/Sat.1 habe man von Anfang an für zwei Duelle plädiert, heißt es. "Dies wurde bekanntlich abgelehnt. Die Bundeskanzlerin war und ist offensichtlich nur zu einem TV-Duell bereit. Sollte sich dies ändern, sind wir selbstverständlich bereit", teilte Sat.1-Sprecherin Diana Schardt mit.

Und auch die ARD betonte, dass man sich schon im Vorfeld zwei TV-Duelle gewünscht habe. "Dies kann aber nur dann realisiert werden, wenn beide Kandidaten dazu bereit sind und das war und ist offensichtlich nicht der Fall."

Schwerpunkt-Themen des ersten TV-Duells waren Flüchtlingskrise, Integration und Türkei-Politik. Nicht oder nur kurz befragt wurden Merkel und Schulz zu Themen wie Rente, Bildung, Pflege und Digitalisierung.

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