GIZ: Stabilisierung von Krisenländern vorantreiben

Verödete Felder in Gwengwe am Malawi-See

epd-bild/Silvia Vogt

Vor allem in Konfliktregionen wird die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) benötigt. Schwerpunktthemen sind Hilfen für Flüchtlinge und der Klimawandel und seine Folgen.

Entwicklungshilfe-Experten setzen verstärkt auf die Stabilisierung von Konfliktregionen und die Krisenprävention. "Stabilität schaffen heißt Perspektiven schaffen", erklärte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Tanja Gönner, am Montag in Berlin. Die Menschen bräuchten Zugang zu funktionierenden staatlichen Dienstleistungen, zu Nahrung und Gesundheitsversorgung, zu Bildung und Arbeit, zu einem vertrauenswürdigen Rechtssystem und politischer Mitbestimmung. Nur dann könne es auf Dauer Stabilität und Frieden geben.

Rund um Syrien

Gönner äußerte sich bei der Jahrespressekonferenz der GIZ. Den Angaben nach zählte die Unterstützung von Flüchtlingen und der sie aufnehmenden Gemeinden zu den wichtigsten Aufgaben des Bundesunternehmens. Die GIZ ist in Entwicklungsländern auf dem afrikanischen Kontinent tätig, wie auch in den Nachbarstaaten rund um Syrien.

Der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Friedrich Kitschelt, wies darauf hin, wie wichtig es sei, sichere Lebensperspektiven für die Menschen in armen Staaten zu schaffen. "Unsere Aufgabe als Entwicklungspolitik ist es genau, zu einem würdevollen Leben aller Menschen auf dem Planeten beizutragen", sagte Kitschelt, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der GIZ ist. Dies schließe den Zugang zu Aus- und Weiterbildungsangeboten ein, zu Arbeit und rechtsstaatlichen Systemen. Kitschelt betonte dabei die Bedeutung der UN-Nachhaltigkeitsagenda für 2030. Ohne nachhaltige Hilfen würden die Menschen ihre Heimatländer mittelfristig verlassen.

Wasserversorgung und Schulangebote

Mit Blick auf die Syrien-Krise rechnet die GIZ-Vorstandsvorsitzende Gönner mit einem fortgesetzten Einsatz des Unternehmens in den Anrainerstaaten. In Jordanien gehe es etwa um die Sicherstellung der Wasserversorgung, in anderen Nachbarstaaten Syriens um Schulangebote für Flüchtlingskinder.

Laut Gönner ist die Anpassung an den Klimawandel zunehmend ein Thema bei der Umsetzung der Vorhaben. Das Unternehmen nahm Aufträge in Höhe von rund einer Milliarde Euro an, die sich vor allem mit Klimafolgen befassen. Die Auswirkungen des Klimawandels zeigten sich durch Bodenerosion, Dürren, Überschwemmungen oder veränderten Regenzeiten in den Ländern der GIZ, sagte Gönner. Die Projekte setzten verstärkt den Fokus auf Krisenprävention, um die Staaten gegen Klimafolgen zu wappnen.

18.260 Mitarbeiter

Im Jahr 2016 bekam das Bundesunternehmen Aufträge mit einem Geschäftsvolumen von 2,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zu den Hauptauftraggebern zählt das Bundesentwicklungsministerium. Den Angaben zufolge konnten zwischen 2010 und 2015 rund 4,4 Millionen Flüchtlinge und 3,8 Millionen Bewohner von aufnehmenden Gemeinden erreicht werden.

Im selben Zeitraum wurden mehr als elf Millionen Menschen bei der Überwindung von Hunger unterstützt. 45 Millionen Menschen haben Zugang zu sauberem Wasser. Für das Unternehmen sind derzeit 18.260 Mitarbeiter in rund 120 Ländern tätig, 70 Prozent der Mitarbeiter stammen aus den Einsatzländern.