Magdalenenkirche Berlin

Gleich neben dem Paradies
Juli 2016
Magdalenenkirche in Berlin-Neukölln

Foto: epd-bild / Rolf Zö†llner

Magdalenenkirche in Berlin-Neukölln

Zur Gemeinde

Kontaktinformationen der Gemeinde: 

Evangelischen Kirchengemeinde Rixdorf

Magdalenenkirche

Karl-Marx-Straße 197, 12055 Berlin

Pfarrer Jürgen Fuhrmann

Telefon: 030 5682573 

E-mail:

Bewertung

Liturgie: 
3
Predigt: 
4
Musik: 
3
Atmosphäre: 
3

Von der Magdalenenkirche ist es nicht weit bis zum Paradies, dem „Wasser­pfeifen-Paradies“ in der Karl-Marx-Straße, neben Dönerbuden und Handyshops. Der Berliner Bezirk Neukölln ist ethnisch und religiös bunt. Seine Einwanderungsgeschichte schwingt im Hintergrund immer mit, wenn Pfarrer Jürgen Fuhrmann über das Miteinander von Menschen unterschiedlichster Herkunft predigt. Neukölln hieß früher Rixdorf und davor Böhmisch-Rixdorf. Gegründet im 18. Jahrhundert von evangelischen Flüchtlingen aus ­Böhmen.

Heute sind Protestanten hier in der Minderheit. Die Kirchenbänke der Magdalenenkirche sind nur spärlich besetzt, und wäre da nicht die zwanzigköpfige Taufgesellschaft, die Gläubigen an diesem Sonntag würden sich in der schönen Hallenkirche verlieren. Ein feiner ironischer Zug von Pfarrer Fuhrmann, die Gemeinde nach dem Eingangsgebet „Ich liebe dich aus voller Seele“ anstimmen zu lassen: „Du rufest auch noch heutzutage, / dass jedermann erscheinen soll; man höret immer deine Klage, / dass nicht dein Haus will werden voll.“

Das Drinnen und Draußen des Hauses Gottes

Fuhrmann predigt über den Epheserbrief, Kapitel 2: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ Ein heikles Thema in diesen Tagen. In einer anderen Berliner Kirche hatte der Übertritt muslimischer Flüchtlinge zum Christentum hohe Wellen ­geworfen. „Müssen nun alle Christen ­werden, um zu uns zu gehören?“, fragt Pfarrer Fuhrmann etwas provokant. Nach seiner Vorstellung hat das „Haus Gottes“ keine verschlossenen Türen. ­

Ihn stört die ständige Abgrenzung, ­„wer drinnen und wer draußen ist“. Fuhrmann begeistert die Idee, im Zentrum von Berlin ein sakrales Gebäude zu errichten, das Gläubige unterschiedlicher Reli­gionen zum Gebet und zum Austausch nutzen können: das „House of One“. 

Zum Abendmahl bittet er in den Altarraum. Eine Gemeindehelferin assistiert. Sie drückt jedem Gast den Kelch mit ­italienischem Landwein so warmherzig in die Hände, dass man fast das Trinken vergisst. Per Handschlag verabschiedet Fuhrmann seine Gemeinde in einen warmen, sonnigen Junitag. Die Kirchgänger verschwinden zwischen Frauen mit Kopftüchern, Menschen verschiedener Hautfarbe. Alles strömt Richtung Grün­anlagen. „Die güldne Sonne“, das Eingangslied des Gottesdienstes, klingt nach: „Freude die Fülle / und selige Stille wird mich erwarten im himmlischen ­Garten.“ Zur Hasenheide geht es links ab, beim „Wasserpfeifen-Paradies“.

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chrismon plus, Stichwort Kirchgang, Postfach 50 05 50,
60394 Frankfurt/Main;
Fax: 069/580 98 - 286;
E-Mail: Kirchgang@chrismon.de

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