Susanne Breit-Keßler über Kochen aus Liebe

Susanne Breit-Keßler über Kochen aus Liebe
Strammer Max

Ich komme nach Hause und möchte in aller Ruhe meine Sachen auspacken. Aktentasche ausleeren, mich umziehen, einen auf gemütlich machen. Hinsetzen, nachdenken, was ich essen und vielleicht abends im Fernsehen anschauen möchte. Daraus wird nichts. Mein Mann - er kocht nicht, ich erwähnte das an dieser Stelle schon - steht hoffnungsvoll vor mir. Nachdem er mich sehr lieb in den Arm genommen hat, verkündet er: "Ich habe Hunger! Was wollen wir essen?" Toll. Ich brauche eigentlich Zeit für mich.

Dann denke ich: Was soll’s! Da steht der geliebte Mensch vor mir, schaut mich treuherzig mit seinen dunkelbraunen Augen an. Ja, klar könnte er sich selber etwas herrichten. Zumindest ein Brot. Oder zwei. Aber er liebt meine Küche, das, was ich mache, und jetzt ist nicht der Zeitpunkt, irgendwelche emanzipatorischen Grundsatzdebatten zu führen. Hm, wie kann ich meine Bedürfnisse mit seinen zusammenkriegen? Ich mache am besten etwas super Simples.

Ein Strammer Max à la Susanne

Eier sind immer im Kühlschrank, Brot und Butter gibt es auch, Schinken für die Nichtvegetarier unter uns ebenfalls. Gürkchen lassen sich finden, Peperoni, Zwiebeln, Senf, Mayonnaise und viele herrliche Gewürze. Käse ist auch da. Ein Strammer Max à la Susanne wird das werden, keine Frage. Brot toasten, mit Butter bestreichen und Schinken belegen, Senf und Mayo drauf, Zwiebeln und Pepperoni mit dem Ei anbraten, auf das Brot legen, dazu Kräuter, Essiggurken und - wer mag - noch etwas Käse zum Überbacken.

Ich habe Lust, auch noch fix einen grünen Salat zu mischen. Der Liebste kommt erwartungsfroh herbei geeilt, deckt in Windeseile den Tisch und isst dann in aller Ruhe mit mir. Er strahlt. Und ich finde es herrlich, ihm mit solchen Kleinigkeiten so viel Freude machen zu können. Wie gut, dass er nicht kochen kann...

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.

Über diesen Blog

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler schrieb viele Jahre die Kolumne "Im Vertrauen" für chrismon. Seit 2000 ist sie Regionalbischöfin des evangelischen Kirchenkreises München-Oberbayern und seit 2003 Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs. Ihre journalistische Ausbildung absolvierte sie bei der Süddeutschen Zeitung und beim Bayerischen Rundfunk. Mehrere Jahre sprach sie "Das Wort zum Sonntag" in der ARD und war bereits Autorin des chrismon-Vorläufers "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt".

Blogs

Text:
Susanne Breit-Keßler
33 Beiträge

Essen und Trinken hält Leib und ­Seele zusammen. Und darüber Neues zu lesen, macht den Geist fit. Susanne Breit-Keßler wünscht Guten Appetit!

Text:
Claudius Grigat
15 Beiträge

Schön bunt ist das Familienleben, manchmal auch zu bunt. Geschichten aus dem turbulenten Alltag von Claudius Grigat

Text:
Johann Hinrich Claussen
46 Beiträge

Auch das Überflüssige ist lebens­notwendig: Der Autor und Theologe Johann Hinrich Claussen reist durch die Weiten von Kunst und Kultur

Text:
Ursula Ott
8 Beiträge

Seit Chefredakteurin Ursula Ott Print und Online managt, versucht sie sich als interkulturelle Dolmetscherin

Text:
Franz Alt
5 Beiträge

„Lust auf Zukunft“ will unser Kolumnist Franz Alt vermitteln. Ob Energie, Politik, Gesellschaft, Familie oder Umwelt - überall ist der Wandel möglich und durch den Wandel eine bessere Welt für uns alle.