Computerspiel klärt über Produktionsbedingungen von Handys auf

Für eine Handvoll Kupfer
Für eine Handvoll Kupfer

Christian Melms

Jugendliche daddeln gern. Bei dem Computerspiel "MineHandy" lernen sie etwas über Zinn und Kupfer - und Arbeitsbedingungen

Die Produktion von Smartphones schadet Mensch und Umwelt. Ein Computerspiel will das vermitteln.

Kinder, die in Ghana auf einer riesigen Müllhalde nach Elektroschrott ­suchen, um ihn zu verkaufen. Chinesische Arbeiter, die in ­Fabriken bis zur Erschöpfung am Fließband stehen. Familien, die ­in Sambia verpestete Luft aus Kupferminen einatmen müssen: Das alles sind Schattenseiten der Handyproduktion. Um die Nachfrage nach Smartphones zu stillen, werden an vielen Orten Mensch und Umwelt ausgebeutet. Das will die Handyaktion NRW bewusst machen. Sie ist ein Projekt mehrerer Kirchen- und Entwicklungsorganisationen, die alte Mobilfunkgeräte sammeln und fachgerecht entsorgen.

Gemeinsam mit Jugendlichen hat die Aktion das Computerspiel "MineHandy" entwickelt – als Erweiterung des bei Jugendlichen beliebten Spiels "Minecraft", einer Art virtuellen Legobaukastens. Schüler und Konfirmanden schlüpfen darin in die Rolle eines Journalisten, der verschiedene Stationen der Handyproduktionskette besucht, um über die katastrophalen Bedingungen zu recherchieren: Handyfabrik, Müllhalde, Kupfer- und Zinn­minen. Die Handyaktion NRW bietet das Spiel inklusive pädagogischen Begleitmaterials auf ­ihrer Internetseite kostenlos zum Download an. Allerdings wird das Hauptspiel "Minecraft" ab Version 1.12 benötigt.

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