Unser Islambild: Wirklich nur Hassprediger?

Dem TV-Geschäft ist jeder Hassprediger und Botschaftsstürmer lieber als Millionen toleranter Muslime

  An den Tagen, an denen ein aufgebrachter Mob eine Botschaft stürmt und Menschen erschießt, möchte man kein Nachrichtenredakteur sein. Nicht wegen der Grausamkeit der Bilder – die muss man als Journalist wohl oder übel ertragen -, auch nicht wegen der offensichtlichen Verführung ganzer Bevölkerungsgruppen durch Hassprediger, die den Eindruck spontaner Entrüstung erwecken wollen. Nein, nicht die Brutalität noch die Heuchelei der Täter machen die Arbeit eines TV-Redakteurs schwer, sondern ein selbstgeschaffenes, berufsbedingtes Dilemma. Stets auf der Suche nach der negativen Sensation ist ihnen ein Hassprediger und Flaggenverbrenner allemal lieber als Millionen tolerante Muslime.

Ein Geben und Nehmen

Es ist – so zynisch es auch ist – ein Geben und Nehmen zwischen fundamentalistischen Propagandisten und der internationale TV-Welt. „Gibt es Bilder?“, fragt jede Redakteurin, jeder Redakteur im Studio. Das wissen die Botschaftsstürmer (nicht zu verwechseln mit den tatsächlichen Demonstranten) ganz genau. Sie haben amerikanische Flaggen und Benzinflaschen auf Vorrat, manche auch Waffen. Und auch wenn sie den 15-minütigen Film „Innocence of Moslims“ („Die Unschuld der Muslime“) gar nicht gesehen haben, lassen sie sich doch dazu bestimmen, nun endlich loszuschlagen. Die Reporter des „New Yorker“ haben in Ägypten und Libyen jedenfalls nicht einen Menschen getroffen, der diesen Film gesehen hat. Die Entrüstung ist also gesteuert. Hätten sie den Film gesehen, so könnten sie womöglich von der Scham ereilt werden, dass sie sich wegen eines so dummen und schlecht gemachten Kurzfilms zur Gewalt und Sachbeschädigung hinreißen ließen. Das darf und muss ein TV-Redakteur thematisieren.

Aufrufe zu Besinnung und Toleranz

Aber warum nicht auch dies: Dass es zugleich eine Mehrheit an Muslimen, auch in den Unruhe-Ländern gibt, die sich nicht von diesem irren Hasstaumel ergreifen lassen? Die im Gegenteil zu Toleranz und Besinnung aufrufen, wie - ein Beispiel für viele - der Prediger der Berliner Sehitlik-Moschee. Oder die Libyer, die offen ihre Trauer über den Mord an dem Botschafter bekunden? Bürger in Benghasi, zehn an der Zahl, die das amerikanische Konsulat verteidigen wollten und dabei starben. Mäßigung, Klugheit, Verstand, Toleranz, für diese Tugenden treten überall in der Welt Muslime ein.

Vielleicht wird eines Tages ein Redakteur in TV-Studio als Spitzenmeldung vorlesen: „Millionen Muslime in aller Welt treten Tag für Tag für Toleranz und Meinungsfreiheit ein.“ Fertig. Und zugleich kämen in der Nachrichtensendung die paar Terroristen des Tages, die von sich behaupten, Muslime zu sein, gar nicht vor. Wetten – dass dieser Journalist noch am selben Tag aus der Anstalt fliegt?

Lesermeinungen

Zitat aus dem Artikel: "Vielleicht wird eines Tages ein Redakteur in TV-Studio als Spitzenmeldung vorlesen: "Millionen Muslime in aller Welt treten Tag für Tag für Toleranz und Meinungsfreiheit ein." Fertig. Und zugleich kämen in der Nachrichtensendung die paar Terroristen des Tages, die von sich behaupten, Muslime zu sein, gar nicht vor." ___________________ Tja, wenn in den Nachrichten der Alltag und die Gründe für seinen Verlauf das Thema wären, hätte es am 11. September 2001 geheißen: "Auch heute starben wie jeden Tag weltweit Zehntausende Menschen an den Folgen der allseits beliebten Marktwirtschaft und deren Betreuung durch die vorwiegend demokratische Staatenwelt." Warum soll dann der Redakteur nicht noch hinzufügen: "Heute hat es im World-Trade-Center in New York in den USA übrigens auch ein paar Tausend von denen erwischt, die nicht für die täglichen Listen vorgesehen waren."

Da unsere Politik diesen Haßpredigern die gleiche Toleranz gewährt, wie dem normalen netten Muslim ist dieser Beitrag nix Wert! Die NPD wird hier geächtet, was richtig ist, jedoch diese Freunde von der Bombenleger-Innung haben Narrenfreiheit. Damit schaden die den normalen Muslimen. Und fahren Sie mal in die schönen Länder, wo angeblich die Toleranz so wahnsinnig ausgeprägt ist! Besuchen Sie mal eine Kirche in Saudi Arabien oder auch in der Türkei! Den Norden Nigerias kann man auch noch empfehlen. Und noch eins zu Muslimen: Wenn die gut deutsch sprechen haben die normalerweise hier auch keine Probleme. Ich habe von dieser Sorte jede Menge Freunde und deren Kinder gehen in die Schule und studieren! Es geht, aber man muss wollen!
Das grösste Problem der Muslime hier ist, dass viele sich die Frauen aus ihren Ländern holen, da die hier aufgewachsenen Mädels denen zu frei sind! Dann kommt da so ein Mädel, weiss nix von Deutschland und soll dann entscheiden auf welche Schule die Kinder gehen sollen, oder wie man Mathe-Nachhilfe bekommt. Und der Mann arbeitet und geht dann in die Teestube! Originalton eines türkischen Mädchens aus der Klasse meiner Tochter! Und das Mädel ist top, die lernt und weiss was sie will. Bitte immer die Realität sehen. Jede Medaille hat 2 Seiten!

Seiten

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über Ihre Meinung, aber wir veröffentlichen ausschließlich Kommentare, die sich im sachlichen Ton direkt auf diesen Artikel beziehen. Da auch wir als Redaktion mit unserem Namen für unsere Meinung einstehen, möchten wir Sie ebenfalls bitten, Ihre Kommentare unter Ihrem Klarnamen zu verfassten.