Wie geht es euch?

Wie geht es euch?
In der Coronakrise können wir uns nicht so oft begegnen, wie wir wollen. Neue Menschen kennenlernen? Das muss warten. Darum wollen wir wissen, wie es Ihnen geht. Es kann helfen, wenn wir sehen: Auch andere Menschen machen sich Gedanken, haben Angst, aber auch Hoffnung. Sie erleben schöne Dinge, an denen sie uns teilhaben lassen. Und haben Frust und Ärger, klar - den erleben wir alle in der Krise. Also: Wie geht es Ihnen gerade? Klicken Sie auf den Mitmach-Link, tragen sich in das Formular ein und schreiben uns, was Ihnen gerade durch Kopf und Herz geht. Den Anfang machen wir, die chrismon-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Machen Sie mit, lesen Sie mit. Sie sind nicht allein!
Von Marc Nosbach
Mozambik

„Unverantwortlich! Warum waren Sie mit Ihren Kindern im Ausland?“ So wurde meine Frau bei ihrer Ankunft in ihrer Heimat Australien begrüßt. Zuvor hatte sie Mosambik - wo ich für die Hilfsorganisation Care arbeite - mit dem letzten überfüllten Flug mit Touristen verlassen. Vor ihrer Ausreise mussten wir eine schwierige Familienentscheidung treffen. Bleiben wir alle in Mosambik oder fliegt ein Teil von uns zu meiner Familie nach Deutschland oder zu ihrer Familie nach Australien?

Aufgrund des Coronavirus hat sich das Leben überall verändert, auch für Helfer, die auf der ganzen Welt für Hilfsorganisationen arbeiten. Als sich das Virus ausbreitete, legten uns die Botschaften nahe, nach Hause zu fliegen. Einige Kolleginnen und Kollegen nahmen den Rat an und traten, aufgrund bestehender Gesundheitsprobleme und fehlender medizinischer Versorgung die Heimreise an. Mit weniger als 30 Beatmungsgeräten im ganzen Land, wird es zwangsläufig zu Problemen bei der Notversorgung kommen.

Trotz dieser Situation haben mein Team und ich entschlossen, in Mozambik zu bleiben, damit Care weiterhin dringende Nothilfe und lebensrettende Maßnahmen leisten kann. So sanieren wir bestehende Gesundheitszentren oder verteilen Saatgut für die nächste Pflanzsaison. Für diese kritischen Aktivitäten gibt es keine „Auszeit“, sondern nur stets die Suche nach dem bestmöglichen Zeitpunkt, damit sich der Corona-Virus nicht noch weiter verbreiten kann. Welche kurz- oder langfristigen Auswirkungen das Virus auf die Menschen in Mosambik haben wird, ist aktuell schwer zu beantworten. Fest steht: Die humanitäre Hilfe muss gerade jetzt weiter gehen, damit sich weniger Menschen infizieren und diejenigen, die bereits krank sind, die bestmögliche Hilfe bekommen.

Obwohl es schwierig ist, von meinen Familienmitgliedern getrennt zu sein und mit einer begrenzten Anzahl von Mitarbeitern weiterzumachen, weiß ich, dass unser Einsatz gerade jetzt sehr wichtig ist.  Eine „Auszeit“ würde die Überlebenschancen der Menschen hier deutlich verschlechtern. In der Zeit des „physical distancings“ müssen wir gerade jetzt alle zusammenkommen, um den am stärksten gefährdeten Mitgliedern unserer Gesellschaft zu helfen und Solidarität zu zeigen.

Marc Nosbach ist Länderdirektor der Hilfsorganisation Care in Mozambik

CKW
47
Frankfurt
Seit drei Wochen sind wir nun mit 4 Kindern zwischen 6 und 18 und zwei vollarbeitenden Eltern im Home Office / School. Von Anfang an haben wir mit einem Tagesplan und Checklisten für alle gearbeitet. Auf diesen standen außer Schule und Instrument üben auch tägliche Bewegungen, Basteln und ein gemeinsames Brettspiel aller. Auch ein “Quarantäne-Tagebuch” wird von den Kindern mit (mehr oder weniger Enthusiasmus) geführt.
Diese Struktur tut allen gut. Wir schauen nun auch als Familie jeden Abend die Nachrichten und essen gemeinsame Mahlzeiten (was sonst nur zum Abendessen klappte).
Die Eltern haben sich ihre Arbeitszeiten so gelegt, dass sie kaum überlappen. Dies war schon eine Umstellung und die Zeit für sich selbst ist deutlich reduziert und die Nerven manchmal kurz. Aber wir sind gut im neuen Alltag angekommen und haben das Gefühl eindeutig näher gerückt zu sein, denn wir sehen außerhalb unserer Familie niemanden.
Dies bedeutet leider auch, dass wir - das erste Mal seit vielen Jahren - nicht die Großeltern zu Ostern hier haben werden. Das macht uns traurig.
Dagmar
64
Berlin
Ich bin mitten in einer Chemotherapie. Risikogruppe! Eigentlich müsste ich mich wegschliessen. Grauenhafte Vorstellung, nicht nur für mich.
Aber ich gehe spazieren, einkaufen und fahre Fahrrad.
Das kann ich aber nur, weil sich alle sichtbar an die Regeln halten. Das gibt mir Schutz und das Gefühl, dass auf mich aufgepasst wird. Ein wunderbares Gefühl.

Ich mag nicht daran denken, wie es mir vor einem Jahr ergangen wäre, bei der Gefahr einer Influenzainfektion. Gleiche Gefahr, kein Bewußtsein, kein Abstand!

Vielleicht wissen viele nicht, wie wertvoll ihr heutiges Verhalten ist.

Das ist es aber! Und ich möchte Danke sagen!
Margret
Berlin

Meine Aufträge sind allesamt weggebrochen und so nutze ich die Zeit für lange Spaziergänge - mitten durch die Stadt. Nehme auf bekannten Wegen Dinge wahr, die mir vorher nicht aufgefallen sind.

Manchmal sind auch die offenen Kirchen eine willkommene Einladung. In den letzten Tagen habe ich so viele Kirchen besucht wie lange nicht mehr. Schöne ruhige Momente. Auch für meine Begleiter*in, wenn ich sie überreden konnte. Gemeinsam staunen über Kirchenschiffe, Glasmalereien, Altäre.

Am Montag bei Schneegestöber habe ich einfach einen Ort zum Unterstellen gesucht und bin in einer katholischen Kirche in Schöneberg gelandet. Die Plätze, die ich nutzen durfte, waren einladend markiert und genau gekennzeichnet. Noch schöner eine andere Kirche, die mich mit Orgelmusik empfing. So entdecke ich die Stadt ganz neu in dieser besonderen Zeit.

Lothar Oehlert
Teheran

Freitag, 27. März 2020, der 8. Tag des neuen iranischen Jahres 1399. Eigentlich wäre heute Gottesdienst gewesen. Stattdessen „nur“ eine E–Mail–Andacht unserer Pfarrerin Kirsten Wolandt aus Deutschland, aber trotzdem ein wohltuendes Zeichen der Verbundenheit. Sie hat es wie die meisten deutschen Angehörigen unserer kleinen Gemeinde ohne iranische Familieanbindung noch mit einem der letzten Flieger in die Heimat zu ihrem Mann und den Kindern geschafft.

Wir Daheimgebliebenen haben uns freiwillig in unsere eigenen vier Wände zurückgezogen, gehen nur zur Erledigung unaufschiebbarer Besorgungen aus dem Haus. Per Telefon und WhatsApp stehen wir in Kontakt miteinander, einige wenige besuchen sich auch.

Teheran ist in den Neujahrsferien noch ruhiger als sonst, es ist die Hauptreisezeit des ganzen Jahres. Eine strikte Ausgangssperre hat die Regierung bisher nicht verhängt, aber trotz des Appells, zu Hause zu bleiben, waren die Autobahnen zum Ferienbeginn vor allem nach Süden und Norden voll. Ab heute allerdings kann man Teheran nicht mehr verlassen, die meisten Großstädte dürfen nur noch von Einheimischen betreten werden. Konzerte, Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen sind untersagt, Parks sowie Sehenswürdigkeiten geschlossen. Lediglich die an jeder Ecke zu findenden Tante-Emma- und Gemüseläden, große Supermärkte, Apotheken und ein paar Fachgeschäfte haben geöffnet. Bis auf einen Mangel an medizinischen Präparaten ist noch alles Nötige für den täglichen Bedarf ohne Einschränkungen zu haben.

Meine iranische Frau erledigt die Einkäufe, mir hat sie als „Riskogruppen–Mann“ strikten Hausarrest verordnet. Das oft gescholtene Internet erweist sich dabei als ein wahrer Segen. So können wir den Mangel an klaren offiziellen Informationen durch eigene Recherchen wenigstens teilweise ausgleichen. Die Ungewissheit über die tatsächliche Lage empfinden viele hier als das größte Problem. Allerdings wird mit jedem Tag der Abschottung auch das Verlangen größer, wenigstens mal für ein paar Stunden raus zu kommen. Da war die Einladung ins Haus meiner Schwiegermutter zum „Ab Gusht“ - wörtlich “Fleischsaft“ - einem traditionellen iranischen Gericht, das Highlight der letzten Wochen.

Annette Mehlhorn
Shanghai

Die letzten acht Wochen in der „größten Quarantäne-Station der Welt“ haben uns neben Belastungen und Spannungen auch die Entdeckung bislang unerkannter Möglichkeiten geschenkt. So haben wir am vergangenen Wochenende mit über 100 Teilnehmenden aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und China unseren ökumenischen Online-Gottesdienst gefeiert. Dabei versammeln sich (wie auch sonst in der DCGS) ganz selbstverständlich Baptisten, Adventisten, Methodisten, Lutheraner, Reformierte, Katholiken und Orthodoxe in einer Gemeinde. Nach dem Gottesdienst geht der fröhliche Austausch zwischen einzelnen Teilnehmenden per WeChat oder Skype weiter. Anders als beim sonntäglichen Stelldichein nach dem Gottesdienst begegnen sich dabei auch Menschen, die unserer Gemeinde aus weiter Ferne verbunden sind.

In Shanghai hat inzwischen der Frühling begonnen. Einige Parks sind für begrenzte Zeiten und Besucher-Mengen bei hohen Kontrollen wieder offen. Unsicherheit und Ungewissheit bleiben groß. Insbesondere diejenigen, die jetzt erst in die Stadt zurück kehren wollen, finden sich oft in sehr verzwickter Gemengelage wieder. Viele Familien sind auseinandergerissen. Das Leben will täglich neu erfunden werden. Auch wissen wir vorläufig weiterhin nicht, ob/wie/wann die Schulen wieder öffnen oder wir erneut in Kirchen Gottesdienste feiern können. Die Karwoche und Oster werden auf jeden Fall in unserer „Online-Kathedrale“ stattfinden. Jeder Gottesdienst an anderem Ort mit ungewohnten Strukturen, technischen Herausforderungen und sehr viel Ungewissheit. Phantasie und Flexibilität sind dafür gefragt.

Wir beten für euch, wir beten für unser Gastland, wir beten für die Welt. Dafür, dass diese Krise das schenken möge, was unsere Erde dringend braucht: Bewussteres Leben, Achtsamkeit, Zusammenhalt, gemeinsame Verantwortung für die Zukunft dieses schönen Planeten und seiner Bewohner*innen.

Hanna Lucassen
Frankfurt am Main
Als ich heute früh durch den Garten lief, um die Hühner zu füttern, dachte ich: Was für kostbare ruhige Tage... Als freiberufliche Journalistin kann ich gut zuhause arbeiten, die halbwüchsigen Kinder sind recht gut gelaunt, wir kochen jeden Abend und ich komme endlich mal zum Aufräumen und Ausmisten. Eigentlich könnte es länger so weiter gehen. Wird es aber wohl nicht. Ich habe mich als „Pflege-Reservistin“ registriert.

Ich bin Krankenschwester. Nein, ich war es. Mein Examen liegt, oh je, ich muss rechnen, 25 Jahre zurück. Danach habe ich nur ein paar Jahre in der Pflege gearbeitet. Ich liebte die Nähe zu den Menschen, aber die Arbeitsbedingungen waren ein Graus. Ich habe mich „neu orientiert“ wie so viele meiner Kollegen. Das aber spielt keine Rolle, wir sind jetzt offenbar trotzdem gefragt. Um Lücken zu füllen, die in der Coronakrise entstehen – weil Pflegekräfte selbst krank werden und ausfallen, die Patientenzahlen steigen, schwere Fälle eingeliefert werden.

Soll ich wieder in einen Kittel steigen? Ich fühle mich irgendwie in der Pflicht. Und vielleicht ist es auch eine Chance, wenn es als Freiberuflerin jetzt eng wird? Der vorübergehende Einsatz soll nicht ehrenamtlich sein, aber wer das wie bezahlt, ist nicht immer klar.

Das Internetportal www.pflegereserve.de ist gerade mal eine Woche alt. Bis vergangenen Sonntag haben sich 250 Pflegekräfte dort registriert, sagt mir Dr. Stefan Etgeton von der Bertelsmann-Stiftung, die das Ganze ins Leben rief. Es würden immer mehr. Krankenhäuser und Pflegeheime können dann ab nächster Woche darauf zugreifen. Und sich an passende Kandidaten wenden. Er lacht, als er meine wachsende Aufregung spürt: „Na, mal sehen, wie lange es dauert, bis Sie eine Anfrage bekommen.“
Arno Erdmann
Caracas, Venezuela

Seit zwei Wochen sind wir in Quarantäne. Venezuela war eines den ersten lateinamerikanischen Ländern, eine Ausgangssperre zu verordnen.

Anders als in den meisten anderen Ländern ist die Covid19-Epidemie hier aber nicht die Hauptkrise. In Venezuela leidet man vor allem unter der sehr prekären allgemeinen Versorgungslage. Es fehlen Medikamente und Lebensmittel für die Bevölkerung. Normale Wasser-, Strom oder Gasversorgung gibt es überhaupt nicht mehr. Immer wieder wurde gegen das Regime demonstriert. Aber mit der Ausgangssperre ist jegliche politische Aktivität im Keim erstickt.

Seit einer Woche gibt es auch kein Benzin mehr, außer für regierungstreue Anhänger, Ärzte und Berufsgruppen mit besonderer Erlaubnis. In den Supermärkten gibt es zwar Waren, aber nur 15 Prozent der Bevölkerung verfügt über die finanziellen Mittel, genügend einzukaufen. Das hatte sich gerade verbessert, da viele Venezolaner mit Hilfe von ausgewanderten Familienangehörigen Devisen bekommen haben. Seit Mitte letzten Jahres ist auch der Dollar im Land offiziell zugelassen und zur zweiten Währung geworden. Die Wirtschaft fing gerade an, handlungsfähig zu werden. Die Menschen konnten ein bisschen mehr kaufen. Das kommt nun mit der Pandemie wieder zum Stillstand.

Für uns als Kirche ist es wichtig, die sozialen Projekte wie Kinderheime, ambulante Krankenstationen, Altersheime und Hilfsvereine sicher zu versorgen und weiter zu unterstützen. Nicht auszudenken, wenn die Covid19-Epidemie in diesen Einrichtungen ausbricht.

Anm. d. Redaktion: Arno Erdmann ist ordinierter Pfarrer. Er lebt in Caracas, arbeitet als Kaufmann und engagiert sich ehrenamtlich in der deutschen Gemeinde in Caracas.

Andrea Wegener
Lesbos

Ich arbeite seit November 2018 mit einer Partnerorganisation von Campus für Christus auf der griechischen Insel Lesbos im Füchtlingscamp Moria. Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in meinen eineinhalb Jahren an dem Punkt, dass ich dachte: ich halte es keinen einzigen Tag mehr hier aus! Die Krisen kommen einfach von zu vielen Seiten. Ausschreitungen gegen Flüchtlingshelfer. Ein verheerendes Feuer im Camp, bei dem ein Kind starb. Und Corona.

Ein Corona-Fall wurde bislang auf der Insel Lesbos bekannt, der verlief glimpflich, aber was ist, wenn Corona im Camp ankommt? Ein Seuchenexperte rechnet damit, dass dies innerhalb der nächsten zwei Wochen passiert. Wenn sich die Krankheit im Camp ausbreitet, wird das rasend schnell gehen. Es wird sehr sehr viele Fälle geben, die ins Krankenhaus gehören. Das Krankenhaus von Lesbos ist klein. Es hat sechs Corona-Betten eingerichtet, die es um weitere zwanzig ergänzen kann. Die Intensivstation hat insgesamt fünf Betten, und es gibt auf der ganzen Insel nur ein halbes Dutzend Beatmungsgeräte. Die Inselbewohner haben schon Sorge, dass die Infrastruktur alleine für sie nicht ausreichen wird - und wenn ihre Omas und Lungenkranken nun mit den kranken und alten Flüchtlingen um die wenigen Plätze konkurrieren müssen. trägt das nicht gerade zum sozialen Frieden bei. Wir müssen mit allen rechnen.

Gleichzeitig reisen immer mehr Helfer reisen überstürzt ab, und wir müssen die Schichtpläne fast stündlich umwerfen. Militär und Polizei sind nicht mehr so präsent, wie sie einmal waren. Sie möchten sich nicht anstecken - und erst recht nicht diejenigen sein, die Covid-19 ins Camp tragen. Niemand will das! Es führt aber auch dazu, dass der Essens-Anlieferer sich nicht mehr ins Camp traut und in dieser Woche mehrmals entweder gar nicht geliefert oder seine Ladung einfach vor den Camp-Toren abgeladen hat. Wenn 28 Paletten Wasser ohne jeden Verteilplan auf einer freien Fläche abgestellt werden, kann man sich doch nicht wirklich wundern, wenn sich Hunderte durstige Menschen darum prügeln, die Stärkeren gewinnen und die Schwachen wieder einmal leer ausgehen.

Ein Gutes hat Corona vielleicht: Niemand in Deutschland, wo Kunden ihren Nachbarn das letzte Toilettenpapier vor der Nase wegschnappen, kann nun noch auf „verrohte“ oder „maßlose“ Flüchtlinge herunterschauen, die greifen, was ihnen geboten wird.

Judite
54
Reinbek

Wie ich mich fühle?

Ich habe schon eine schwere Vergangenheit hinter mir. Ich habe 1 Jahr lang Krieg erlebt.17 Jahre lang habe ich meinen an ALS erkrankten Mann gepflegt, 11 Jahre davon war er rund um die Uhr beatmet. Ich musste in meinem täglichen Leben „über 7 Brücken gehen“, meistens alleine. Ich musste lernen wie ich mir Kraft hole. Der Glauben hat meine Kraft verstärkt, meine Kraft hat den Lebenswillen und das Vertrauen in mich selbst gestärkt.

Die Nähe zu den Toten, die Nähe zu den Menschen die in Not waren, die Nähe zu den hilflosen Menschen, hat meine Leben reich gemacht, hat meine Kräfte noch mehr verstärkt, hat mich zu der Frau gemacht die ich heute bin! Ich muss sagen, ich habe auch mit Isolation viel Erfahrung gemacht! Ich habe mehr oder weniger 9 Jahre lang, bis mein Mann starb, nur drin zu Hause gelebt, ohne einen Tag Urlaub, ohne ein Wochenende und immer mit Gelassenheit und Dankbarkeit.  Wahrlich weiß ich sehr die momentan gravierende Situation zu schätzen. Ich fühle mich gelassen, es bringt nichts, unter ständiger Angst zu leben, Unruhe zu verbreiten. Zugleich mache ich mir, um unsere Zukunft, um unsere Kinder, um alle Menschen die krank sind, große Sorgen!

Wir befinden uns wie im Krieg, Covid-19 ist ein böser Weltstar geworden, er zerstört alles, er tötet Menschen, er verbreitet Angst, Unruhe, Verzweiflung, etc...Wir dürfen nie aufgeben, ich weiß selber, das ist leicht gesagt! Unser Mut wird eines Tages belohnt.

Vielen Dank. Judite