Die Angst im Kopf

Kirsten Schumann /
58
Bottrop

Wir waren mit Freunden in Tirol zum Skifahren, und mussten dann den Urlaub abbrechen. Keiner im Tal war bis dahin erkrankt. Nach der Rückkehr habe ich mich beim Amt gemeldet, noch symptomfrei. Wenn sich das nicht ändert, kein Test. Am Abend rief meine Freundin an, sie hätte Husten und muss sofort zur Testung. Da kamen so leichte Gedanken auf. Am nächsten Abend hatte ich 38 Fieber, am morgen wieder beim Amt angerufen. Wenn es nicht mehr wird, kein Test. Ab Freitag kam dann der Husten, trocken und gemein. Freitag am Abend bin ich dann zur Testung. Jetzt heißt es warten, ich zog in das alte Kinderzimmer, mein Mann benutzt nur noch das Gäse-WC. Sonntagabend, alleine in meinem Bett, war sie dann da. Die Angst, dass ich es habe, dass alles noch schlimmer wird, Krankenhaus usw. Kopfkino ohne Ende. Man hört sein Herz bummern, misst laufend Blutdruck und benutzt das Fieberthermometer. Ich habe Übungen aus dem Yoga versucht, habe gebetet, bin wieder aufgestanden. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen, traumlos. Gestern rief die Freundin an, sie sei negativ. Das hat viel von meiner Angst genommen. Ich warte nun auf mein Ergebnis. Bleibt gesund. Kirsten

Wie geht es euch?

In der Coronakrise können wir uns nicht so oft begegnen, wie wir wollen. Neue Menschen kennenlernen? Das muss warten. Darum wollen wir wissen, wie es Ihnen geht. Es kann helfen, wenn wir sehen: Auch andere Menschen machen sich Gedanken, haben Angst, aber auch Hoffnung. Sie erleben schöne Dinge, an denen sie uns teilhaben lassen. Und haben Frust und Ärger, klar - den erleben wir alle in der Krise. Also: Wie geht es Ihnen gerade?

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