Mut

Alfred Schubert
80
31515 Wunstorf-Steinhude

Leidlich, zufriedenstellend, ganz gut bis heiter. Ja, so geht es mir wirklich in dieser angespannten, für manche bedrückenden Krisenzeit. Ein Grund dafür ist, dass ich seit langer Zeit genauso lebe, wie es die Allgemeinheit jetzt muss. Ein Komplex gravierender und das Leben bestimmender Grunderkrankungen der Atemwege macht es notwendig, allzu große Anstrengungen, Veranstaltungen und Infektionsquellen zu meiden. Meine Profession und Leidenschaft hinsichtlich von Literatur, Geistesgeschichte, Musik und öffentlichen Angelegenheiten machen den erzwungenen Ruhestand nicht nur erträglich, sondern reich und Sinn stiftend. Dabei kommt mir Neigung zur chinesischen Spruchweisheit, wie sie im Taoteking des legendären Laotse überliefert ist, entgegen. Wu-Wei, die Kunst des vermeintlichen Nichtstuns und Gehenlassens, in Wirklichkeit der Fähigkeit des Handelns zum rechten Zeitpunkt, prägt nicht nur den Lebensstil, sondern auch äußere Handlungen wie die unterlassene bzw. naturgerechte Gartenpflege um meine Behausung herum. Meine Anlagen sehen dashalb so aus, wie es Ökologen seit Langem fordern. Die Insekten und die Vogelwelt freut es. Aus der genannten Spruchsammlung hat es mir besonders die Nummer 67, Die drei Schätze, angetan. Diese sind die Liebe, die Genügsamkeit und die Demut. Das klingt schon sehr christlich und ist es auch. Aber es geht weiter: Die Liebe macht mutig, die Genügsamkeit macht weitherzig und die Demut macht fähig, voran zu gehen und Verantwortung zu übernehmen. Das kann man nicht nur verinnerlichen, sondern es wirkt prägend für das ganze Leben und Tun. Ganz ohne Hilfe einer umfassenderen Seinsbestimmung geht es aber auch bei den in Religionsfragen so nüchternen Chinesen nicht, denn die Schlusszeile der Sentenz lautet: Wen der Himmel retten will, den schützt er durch die Liebe.

Wie geht es euch?

In der Coronakrise können wir uns nicht so oft begegnen, wie wir wollen. Neue Menschen kennenlernen? Das muss warten. Darum wollen wir wissen, wie es Ihnen geht. Es kann helfen, wenn wir sehen: Auch andere Menschen machen sich Gedanken, haben Angst, aber auch Hoffnung. Sie erleben schöne Dinge, an denen sie uns teilhaben lassen. Und haben Frust und Ärger, klar - den erleben wir alle in der Krise. Also: Wie geht es Ihnen gerade?

Jetzt mitmachen

Von Marc Nosbach
Mozambik

„Unverantwortlich! Warum waren Sie mit Ihren Kindern im Ausland?“ So wurde meine Frau bei ihrer Ankunft in ihrer Heimat Australien begrüßt. Zuvor...

CKW
47
Frankfurt
Seit drei Wochen sind wir nun mit 4 Kindern zwischen 6 und 18 und zwei vollarbeitenden Eltern im Home Office / School. Von Anfang an haben wir mit...
Dagmar
64
Berlin
Ich bin mitten in einer Chemotherapie. Risikogruppe! Eigentlich müsste ich mich wegschliessen. Grauenhafte Vorstellung, nicht nur für mich.
...
Margret
Berlin

Meine Aufträge sind allesamt weggebrochen und so nutze ich die Zeit für lange Spaziergänge - mitten durch die Stadt. Nehme auf bekannten Wegen...

Lothar Oehlert
Teheran

Freitag, 27. März 2020, der 8. Tag des neuen iranischen Jahres 1399. Eigentlich wäre heute Gottesdienst gewesen. Stattdessen „nur“ eine E–Mail–...