Netz-Kulturtipp von chrismon.de: "Allein im Museum"

Mein Kunstwerk und ich
Ausschnitt aus dem Rubens-Gemälde "Marchesa Bianca Spinola Imperiale und ihre Nichte"

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Ausschnitt aus dem Rubens-Gemälde "Marchesa Bianca Spinola Imperiale und ihre Nichte"

"Show your wound": Zeige deine Wunde, schrieb Joseph Beuys 1974 auf eine Tafel. Eine von vielen Tafeln, die derzeit im Museum für Gegenwart in Berlin liegen, im Hamburger Bahnhof. Der Satz passt ziemlich gut in die Pandemie-Zeit, die uns ja auch zwingt, uns mit all unseren Fehlern preiszugeben. Gabriele Knapstein, die Museumsleiterin, erzählt, was ihr dieses Beuys-Werk bedeutet. Sie ist "Allein im Museum", denn wir alle müssen ja gerade draußen bleiben. Danke an die Arte-Mediathek, die uns in kleinen Filmen – zwischen 7 und 10 Minuten – in verschlossene Museen mitnimmt.

Die Idee: Kuratorinnen und Museumschefinnen – es sind wirklich erfreulich oft Frauen – zeigen uns ihre Lieblingswerke. So erfährt man von der Chefkuratorin der Albertina, warum die Feministin Maria Lassnig sich selbst als eine Art King Kong über den Wolkenkratzern von New York malte. Und die Kuratorin für Altdeutsche und Niederländische Malerei Sandra-Kristin Diefenthaler, führt uns durch die Stuttgarter Staatsgalerie zum Rubens-Gemälde "Marchesa Bianca Spinola Imperiale und ihre Nichte" – und erklärt Pinselstriche, Farbschichten und eindringliche Blicke.

Eine wunderbare Art, den Museums-Lockdown zu überstehen. Und wenn ich das nächste Mal in Stuttgart bin – nichts wie hin zu Rubens und Co. Habe ja viel gelernt in der Zwischenzeit.

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