Sofia Coppola: Einbruch bei den Stars

The Bling Ring, Camille – Verliebt noch mal!, Gold, Großstadtklein

The Bling Ring (USA/ Großbritannien/ Frankreich/ Deutschland/ Japan 2013)

Die Geschichte des neuen Films von Sofia Coppola („Lost in Translation“) beruht auf wahren Ereignissen. Erzählt wird von einer „Bande“ verwöhnter, gutsituierter Mittelstandsteenager, die in die Villen ihrer Hollywoodidole – Paris Hilton, Lindsay Lohan, Orlando Bloom – einbrechen, Markenklamotten, Accessoires und teuren Schmuck entwenden. „Rob“, rauben, reimt sich in diesem Film auf „shop“, kaufen. Und Coppola liefert die durchaus bedenkenswerte, keineswegs frivole Studie einer Gesellschaft, in der die Grenzen zwischen privat und öffentlich zusehends verschwinden und Konsum so etwas wie eine Kulturtechnik geworden ist. Wetten, dass … die Heldinnen dieses Films hundert Designertaschen allein am Geruch unterscheiden können? 

Regie: Sofia Coppola. Buch: Sofia Coppola. Mit: Katie Chang, Israel Broussard, Emma Watson, Claire Julien, Taissa Farmiga, Georgia Rock, Leslie Mann. Länge: 103 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.   

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Camille – Verliebt noch mal! (Frankreich 2012)

Die 40-jährige Camille ist in der Midlife-Crisis. An einem Silvesterabend entkommt sie auf bizarre, magische Weise ihren Berufs- und Eheproblemen. Als das neue Jahr beginnen soll, fällt Camille in Ohnmacht. Und als sie wieder erwacht, befindet sie sich in einer vertrauten, aber doch absolut fremden Welt: Sie kommt zu sich in ihrer eigenen Jugend Mitte der 80er, kurz vor ihrem 16. Geburtstag. Camille ist in das Reich des jugendlichen Aufbruchs zurückgekehrt, das zugleich ein Reich der Gespenster ist. Sie ist wieder knapp 16, aber sie hat das Wissen der 40-Jährigen. Eine bizarr-komische, aber auch philosophische Zeitreise von und mit der französischen Autorenfilmerin Noémie Lvovsky.

Regie: Noémie Lvovsky. Buch: Maud Ameline, Noémie Lvovsky, Pierre-Olivier Mattei, Florence Seyvos. Mit: Noémie Lvovsky, Samir Guesmi, Judith Chemla, Julia Faure, Yolande Moreau, Michel Vuillermoz. Länge: 115 Minuten.  FSK: ohne Altersbeschränkung.         

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Gold (Deutschland 2013)

Nach dem Krimi „Im Schatten“ spielt Thomas Arslan hier zum zweiten Mal virtuos mit den Mustern eines amerikanischen Genres und ist mit seiner türkisch–deutschen Lebensgeschichte auch gleich mitten im Immigrationsthema, das hier mal andersherum erzählt wird. Mit den Deutschen als Einwanderern auf ihrer Suche nach „Gold“ und Glück dokumentiert der Film die Reise einer Handvoll Pioniere, darunter ein Dienstmädchen (Nina Hoss), ein windiger Führer (Peter Kurth), ein wortkarger Pferdepfleger (Marko Mándic)  und ein kochendes Ehepaar. Der große Coup dieses Goldgräber-Wagentreck-Pionier-Westerns made in Germany ist, dass er den amerikanischen Mythen nicht hinterherhecheln muss, weil er seine amerikanische Geschichte von vornherein aus historisch verbriefter deutscher Perspektive erzählt.

Regie: Thomas Arslan. Buch: Thomas Arslan. Mit: Nina Hoss, Marko Mándic, Lars Rudolph, Uwe Bohm, Peter Kurth, Rosa Enskat, Wolfgang Packhäuser. Länge: 101 Minuten.  FSK: ab 12 Jahre.

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Großstadtklein (Deutschland 2013)

Ole (Jacob Matschenz) lebt auf dem Land irgendwo in Mecklenburg und entwächst gerade einer typischen Jugend der Ereignislosigkeit, deren Höhepunkte sich auf Motorradrennen im heimischen Forst beschränken. Zum Praktikum geht er nach Berlin und wohnt bei seinem Cousin (Klaas Heufer-Umlauf). Die Familie, einst hatten zwei Brüder zwei Schwestern geheiratet, ist hoffnungslos zerstritten. Am Schluss stehen Liebe, Versöhnung und ein gebrochenes Bein. Locker produziert  und für ein Spielfilmdebüt äußerster routiniert, erzählt „Großstadtklein“ die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe und einer merkwürdigen Familie in der deutschen Hauptstadt. Eine deutsche Komödie, die es schafft, die Balance zwischen Slapstick und Romance zu halten. Witzig, rührend – nur manchmal vielleicht etwas zu glatt.

Regie: Tobias Wiemann. Buch: Tobias Wiemann. Mit: Jytte-Merle Böhrnsen, Pit Bukowski, Markus Hering, Klaas Heufer-Umlauf, Jacob Matschenz, Tobias Moretti, Kostja Ullmann. Länge: 98 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.

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