Angelina Jolies Regie-Debüt und Doris Dörries "Glück"

Young Adult (USA 2011)

Die 37-jährige Mavis ist schon dann keine einfache Person, wenn alles glatt läuft. Aber nun steckt sie in der Krise: Sie ist frisch geschieden, und die Jugendbuchserie, für die sie unter Pseudonym schreibt, soll eingestellt werden. Was tun? Mavis erinnert sich daran, dass sie früher, an ihrer Highschool in der Provinz, der Star war. Und dass es da eine attraktive Jugendliebe gab ? Die Reise in die Vergangenheit wird zu einem Selbsterfahrungstrip. In der neuen Komödie von Jason Reitman ("Up in the Air") fügt Charlize Theron ihren schrägen Frauenporträts ein weiteres, besonders unterhaltendes hinzu.

R: Jason Reitman. B: Diablo Cody. Mit: Charlize Theron, Patton Oswalt, Patrick Wilson. L: 94 Min.

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In The Land of Blood And Honey (USA 2011)

Man ist oft skeptisch, wenn berühmte Schauspieler als Regisseure einsteigen. Aber Angelina Jolie hat sich mit "In the Land of Blood And Honey" achtbar aus der Affäre gezogen - und das bei einem Thema, bei dem man sehr viel falsch machen kann. Ihr Film behandelt einen Ausschnitt aus dem Bosnien-Krieg: Ein serbisches Kommando überfällt ein Stadtviertel, erschießt die Männer und transportiert die Frauen in ein Lager, wo sie gedemütigt und vergewaltigt werden. Zwischen einer der bosnischen Frauen, Ajla, und dem Kommandanten Danjel hatte sich vor dem Krieg eine Liebesgeschichte angebahnt. Und sie setzt sich im Lager fort. Der Anfang dieses Films ist großartig: der Einbruch der Gewalt in den Alltag der Menschen. Doch mehr und mehr verliert er sich in den Verästelungen dieser Liebesgeschichte, die zu einem Spiel mit gezinkten Karten wird.

R,B: Angelina Jolie. Mit: Goran Kostic, Zana Marjanovic, Rade Serbedzija, Nikola Djurezko. L: 127 Min.

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Glück (Deutschland 2011)

Die deutsche Regisseurin Doris Dörrie hat mit der italienischen Schauspielerin Alba Rohrwacher eine Kurzgeschichte aus Ferdinand von Schirachs Bestseller "Verbrechen" verfilmt. Die Berliner Prostituierte Irina will sich mit dem Punk Kalle eine neue Existenz aufbauen. Als Kalle einen von Irinas Freiern tot auffindet, unternimmt er eine blutige Problemlösung. Dörrie hat ihren Film als ein Wechselbad aus anrührenden und betulichen Momenten angelegt, leider gelingt es ihr aber nicht, die existenzielle Ironie des vermeintlichen Verbrechens einzufangen.

R, B: Doris Dörrie (nach dem Buch von Ferdinand von Schirach). Mit: Alba Rohrwacher, Vinzenz Kiefer, Matthias Brandt, Oliver Nägele, Maren Kroymann. L: 112 Min.

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Vivan las Antipodas!
(Deutschland/Argentinien/Niederlande/Chile 2011)

Der russische Dokumentarist Victor Kossakowsky hat seinen neuesten Film auf dem Prinzip des Gegensatzes aufgebaut. Antipoden sind Menschen und Orte, die sich auf der gegenüberliegenden Seite der Weltkugel befinden. Vier Antipodenpaare hat Kossakowsky ausgewählt, in Argentinien und Südchina, Patagonien und der Baikalregion, Neuseeland uns Spanien, Botswana und Hawaii. Mit Gespür für die Magie der Orte fand Kossakowsky berührende Bilder, auf einen friedlichen Sonnenaufgang in Argentinien folgt die Hektik einer Straße in Shanghai. Doch die universale Botschaft, dass die Welt groß ist und alles irgendwie zusammengehört, hinterlässt am Ende einen leicht schalen Beigeschmack.

R, B: Victor Kossakowsky. L: 108 Min.

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