Woody Allens neuer Streich: "Blue Jasmine"

Flucht in die Vergangenheit, Einblick in die Finanz-Welt, Existenzkampf in Sarajevo, Computernerds anno 1984

Foto: Warner Bros. Pictures

Blue Jasmine (USA 2013)

Jasmine (Cate Blanchett), eine typische, wohlhabende New Yorkerin, wird von ihrem Mann (Alac Baldwin) betrogen. Und, um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, wird dieser kurz darauf verhaftet und des Betrugs in Millionenhöhe überführt. Reichtum und Status sind nun dahin. Jasmine flüchtet ohne wirkliche Perspektive an die Westküste zu ihrer Schwester (Sally Hawkins), die in einem kleinen Apartment in San Francisco lebt. Die neue Realität kann sie nur mit Wodka und Psychopharmaka ertragen. Um nicht in der Gegenwart leben zu müssen, aalt Jasmine sich in Erinnerungen und durchlebt immer wieder Szenen ihrer Vergangenheit. Woody Allens neuer Film ist eigentlich keine Komödie – und dennoch ist der Film dank des wunderbaren Ensembles sehr unterhaltsam.

Regie: Woody Allen. Buch: Woody Allen. Kamera: Javier Aguirresarobe. Mit: Cate Blanchett, Joy Carlin, Richard Conti, Alec Baldwin, Sally Hawkins, Peter Sarsgaard. Länge: 98 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.

http://wwws.warnerbros.de/bluejasmine

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Master of the Universe (Österreich/Deutschland 2013)

Von einem leeren Frankfurter Büroturm aus, mit Blick auf die Wolkenkratzer, befragt Regisseur Marc Bauder den ehemaligen Investmentbanker und jetzigen Privatier Rainer Voss über die Abläufe und Vorgänge der Hochfinanz. Schon zu Beginn seiner Karriere hat er in einem Monat mehr Geld verdient als sein Vater, ein Gas- und Wasserinstallateur, in einem Jahr. Mit Unsummen an Mark, Euro, Dollar und Yen hat Voss in seinen besten Zeiten hantiert. Dabei sind durchgearbeitete Nächte und der Verzicht an der Teilnahme des eigenen Familienlebens noch die geringsten Übel. Auf kluge Weise gewährt der Dokumentarfilm Einblick in die für Außenstehende undurchsichtigen Machenschaften der Finanzwelt.

Regie: Marc Bauder. Buch: Marc Bauder. Länge: 90 Minuten. FSK: ohne Altersbeschränkung.

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Djeca - Kinder von Sarajevo (Bosnien 2012)

Die junge Rahima (Marija Pikic) lebt mit ihrem 14-jährigen Bruder in Sarajevo. Der Krieg liegt seit fast 20 Jahren in der Vergangenheit, und doch muss sie täglich aufs Neue um ihre Existenz und um die ihres Bruders kämpfen. Erschwerend kommt hinzu, dass Rahima zum muslimischen Glauben konvertiert und somit Kopftuchträgerin ist. Dies macht sie im ehemals für seine Toleranz berühmten Sarajevo heute zu einer Außenseiterin. „Djeca“ ist ein stiller, kluger Film, in dem die unbeugsame Protagonistin immer wieder die Konfrontation mit stärkeren Gegnern aufnehmen muss, um zu überleben.

Regie: Aida Begic. Buch: Aida Begic. Kamera: Erol Zubcevic. Mit: Marija Pikic, Ismir Gagula, Bojan Navojec, Sanela Pepeljak. Länge: 90 Minuten. (epd) Film des Monats November der Jury der evangelischen Filmarbeit.

http://www.djeca.org

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Computer Chess (USA 2013)

1984. In dieser Zeit sind die Rechenmaschinen so groß wie Kühlschränke, ihre Leistung dagegen ist äußerst gering. Dass man sie irgendwann einmal mit sich herumtragen könnte, ist unvorstellbar. Auf einer Konferenz von Schachcomputerprogrammierern wird deutlich, dass die steifen Informatiker nicht nur gleich aussehen (Hornbrille, Schnauzbart, gestreiftes Hemd), sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich mit Problemen zu kämpfen haben. Verbindungen aufzubauen zur nicht-programmierten Welt erweist sich in „Computer Chess“ als größte Hürde. Andrew Bujalski gelingt mit seinem Film, gedreht mit den Videokameras von damals, ein charmanter Blick in die Frühphase des Computerprogrammierens und -spielens.

Regie: Andrew Bujalski. Buch: Andrew Bujalski. Kamera: Matthias Grunsky. Mit: Kriss Schludermann, Tom Fletcher, Wiley Wiggins, Patrick Riester. Länge: 92 Minuten. FSK: ohne Altersbeschränkung.

http://www.computerchessmovie.com

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