"Suffragette": Meryl Streep kämpft für Frauenrechte

Filmtipps der Woche: Die Wut der Frauen
Suffragette, Lichtes Meer, Sibylle, Mittwoch 04:45
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Foto: 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Suffragette (Großbritannien 2015)

Sarah Gavron nimmt sich der Frauenbewegung im Großbritannien der 1920er Jahre an. Die „Suffragetten“ radikalisierten sich, aus Protesten wurden Krawalle.Die junge Wäscherin Maud, geplagt von einem übergriffigen Chef und dem besitzergreifenden Ehemann, schließt sich den Frauenrechtlerinnen an. Als die Proteste niedergeschlagen werden, greifen sie zu immer härteren Mitteln, um ihre Ziele durchzusetzen. Leider verlässt sich der Film zu sehr auf konventionelle Erzählformen und gleitet häufig ins Melodramatische ab. Überraschend immerhin:  dass die Gewalt gezeigt wird, die im Kampf um die Frauenrechte auch im Spiel war.

© Concorde

Regie: Sarah Gavron. Buch: Abi Morgan. Mit: Carey Mulligan, Helena Bonham Carter, Brendan Gleeson, Anne-Marie Duff, Meryl Streep, Ben Wishaw, Romola Garai. Länge: 106 Min. FSK: ab 12 Jahren.

www.suffragette-film.de

Eine ausführliche Filmkritik zu "Suffragette" lesen Sie bei epd-film.

Lichtes Meer (Deutschland 2015)

Der junge Marek (Martin Sznur) heuert auf einem Containerschiff an, um seine romantischen Vorstellungen von einem Leben auf hoher See zu erfüllen. Der Tristesse, die ihn stattdessen an Bord erwartet, wirkt die Affäre entgegen, die er mit dem etwas älteren Franzosen Jean beginnt. Regisseur Stefan Butzmühlen und sein Drehbuchautor Jan Künemund lassen Sehnsucht und Realität aufeinanderprallen, ohne eines davon völlig zu desillusionieren. Die dokumentarischen Bilder dämpfen zuweilen die melancholische Coming-of-Age-Geschichte, wenn etwa Technik und Zweckmäßigkeit der schwimmenden Lagerhalle das Erhabene der Natur konterkarieren.

© Salzgeber

Regie: Stefan Butzmühlen. Buch: Jan Künemund, Stefan Butzmühlen. Mit: Martin Sznur, Jules Sagot. Länge: 79 Min. FSK: ab 12 Jahren.

www.lichtesmeer.de

Eine ausführliche Filmkritik zu "Lichtes Meer" lesen Sie bei epd-film.

Sibylle (Deutschland 2015)

Sibylles Leben gerät aus den Fugen. Im Italienurlaub mit Ehemann und pubertierendem Sohn beobachtet sie, wie sich eine Frau, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht, von einer Klippe stürzt. Von da an brechen Wahn und Angst in ihr Leben ein, sie beginnt, sich von ihrer Familie zu entfremden.  Michael Krummenacher erzeugt in seinem Debütthriller mit klug gesetzten Irritationen und einem beunruhigenden Sounddesign eine paranoide Atmosphäre.  Ab und an schießt der Regisseur übers Ziel hinaus, aber es ist offensichtlich, dass er weiß, was er mit seinem packenden und ästhetisch beeindruckenden Genrefilm erzählen will.

© eksystent distribution

Regie: Michael Krummenacher. Buch: Silvia Wolkan, Michael Krummenacher. Mit: Anne Ratte-Polle, Thomas Loibl, Heiko Pinkowski, Dennis Kamitz, Elisabeth Rath, Thomas Fränzel, Franziska Rieck. Länge: 87 Min. FSK: ab 12 Jahren.

www.sibylle-film.de

Eine ausführliche Filmkritik zu "Sibylle" lesen Sie bei epd-film.

Mittwoch 04:45 (Griechenland/Deutschland/Israel 2015)

Die Griechenlandkrise als Mafiathriller. Jazzclub-Besitzer Stelios hat Schulden bei einem rumänischen Gangsterboss; innerhalb von 32 Stunden soll er 140.000 Euro zurückzahlen. Regisseur Alexis Alexiou zeichnet den Weg eines harmlosen Clubbesitzers zum Kriminellen nach. Die Parallelen zur politischen und wirtschaftlichen Realität in Europa sind ersichtlich, aber nicht überbetont. Intensiv nutzt der Film seine Bilder, um die hilflose Suche nach Lösungen zu illustrieren. Die Nacht ist der beherrschende Handlungsraum. Gezielte Unschärfen, Sepiafarben und blitzartige Lichtreflexe erzeugen eine diffuse Atmosphäre der Angst. Am Ende hat niemand gewonnen, aber viele haben ihr Leben verloren.

© Neue Visionen

Regie und Buch: Alexis Alexiou. Mit: Stelios Mainas, Adam Bousdoukos, Mimi Branescu, Christina Dendrinou, Nikol Drizi. Länge: 116 Min. FSK: ab 12 Jahren.

www.twentytwentyvision.eu/movies/mittwoch-0445-am

Eine ausführliche Filmkritik zu "Mittwoch 04:45" lesen Sie bei epd-film.

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