So war das mit Snowden wirklich - unsere Filmtipps

Die Filmtipps der Woche: Citizenfour, Im Labyrinth des Schweigens, Interstellar, Das grenzt an Liebe

Foto: Praxis Films/ Trevor Paglen

Citizenfour (D/USA 2014)

Citizenfour - das ist das Pseudonym, unter dem Edward Snowden 2013 mit der Regisseurin Laura Poitras Kontakt aufnahm. Per E-Mail verspricht er ihr Dokumente, die beweisen, dass die NSA US-Bürger ausspäht. In einer Dokumentation haben Poitras und der Journalist Glenn Greenwald nun das Treffen mit dem berühmten Whistleblower verfilmt; ihre Dokumentation führt den Betrachter ins Zentrum des Geschehens und lässt ihn an den epochalen Ereignissen teilhaben.

Regie: Laura Poitras. Mit: Edward Snowden, William Binney, Glenn Greenwald. Länge: 114 Minuten.

www.citizenfourfilm.com

© Piffl Medien

 

Im Labyrinth des Schweigens (Film des Monats November der Jury der Evangelischen Filmarbeit)

Der junge Staatsanwalt Radmann, eigentlich spezialisiert auf Verkehrsrecht, stürzt sich Ende der fünfziger Jahre – er hat einen Tipp von einem Reporter bekommen - in die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Er solle die Vergangenheit ruhen lassen, Auschwitz sei doch nur ein Schutzhaftlager gewesen, sagen ihm sogar Vorgesetzte und Kollegen. Radmann muss erkennen, dass alte Netzwerke auch nach dem Krieg ihre Dienste tun, ehemalige Peiniger unbehelligt in ihr altes Leben zurückgekehrt sind. Guilio Ricciarellis Debüt rekapituliert atmosphärisch dicht und auf eindrucksvolle Weise die Vorgeschichte des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses. Glänzend: Alexander Fehling in der Hauptrolle und Gert Voss als Generalstaatsanwalt Fritz Bauer.

Regie: Giulio Ricciarelli. Buch: Elisabeth Bartel, G. Ricciarelli. Mit: Alexander Fehling, André Szymanski, Gert Voss, Hansi Jochmann, Johann von Bülow, Robert Hunger-Bühler. Länge: 123 Minuten. FSK: ab 12 Jahre. 

www.imlabyrinth-film.de

© Universal Pictures

 

Interstellar (USA 2014)

„Verlasse nicht die Welt, ohne für ihr Überleben gekämpft zu haben“ – das ist das Motto von „Interstellar“. Im neuen Film des „Batman“-Regisseurs Christopher Nolan ist die Erde dem Untergang geweiht. Das Getreide verdorrt auf dem Feld, es häufen sich Sandstürme, die irgendwann der Menschheit den Atem nehmen werden. Eine Crew der Nasa wird über Wurmlöcher – gewissermaßen Abkürzungen im Gefüge des Universums - ins All entsandt, um nach bewohnbaren Welten und Dimensionen zu suchen. Diese Reise inszeniert Nolan mit überwältigender Intensität, in einem fast zermürbenden Wechsel von extrem lauten und totenstillen Szenen: 170 Minuten hochkarätige Filmästhetik, die an Kubricks „2001“ erinnert.

Regie: Christopher Nolan. Buch: Christopher und Johnathan Nolan. Mit: Matthey McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Michael Caine, Casey Affleck, Wes Bentley, Matt Damon, Bill Irwin, Mackenzie Foy, John Lithgow. Länge: 170 Minuten. FSK: ab 12 Jahren.

www.interstellar-movie.com

© Warner Bros.

 

Das grenzt an Liebe (USA 2014)

In Rob Reiners romantischer Rentnerkmödie spielt Michael Douglas einen verbitterten Immobilienmakler, dessen harte Schale mit Hilfe der patenten Nachbarin Lea (Diane Keaton) und einer reizenden Enkeltochter aufgeweicht wird. Keaton und Douglas geben ein überzeugendes Paar ab und helfen dem Film darüber hinweg, dass ihm an mancher Stelle die komödiantischen Zwischentöne gänzlich fehlen. Gemessen an Reiners Klassiker „Harry und Sally“ wirkt „Das grenzt an Liebe“ allerdings recht durchschnittlich.

Regie: Rob Reiner. Buch: Mark Andrus. Mit: Michael Douglas, Diane Keaton, Sterling Jerins, Annie Parisse. Länge: 93 Minuten. FSK: ohne Altersbeschränkung. 

www.senator.de/movie/and-so-it-goes

© Senator

 

Mr. Turner – Meister des Lichts (GB 2014)

„Mr. Turner“ rekapituliert das letzte Vierteljahrhundert des großen Malers William Turner– ein Film, der so eigentümlich ist wie der Künstler selbst, der im neunzehnten Jahrhundert mit seinen sich im Licht praktisch auflösenden Bildern bereits den Weg in die Abstraktion wies. Der Engländer Mike Leigh, eigentlich spezialisiert auf zeitgenössische Sozialdramen und Komödien („Happy-go-lucky“), erobert sich hier ein neues Genre: „Mr. Turner – Meister des Lichts“ ist der Glücksfall eines Künstlerporträts. Der aus den „Harry-Potter“-Filmen bekannte Timothy Spall spielt den verschrobenen, spuckenden und grunzenden Maler, als ob es um den Oscar ginge – die Rolle seines Lebens.

Regie und Buch: Mike Leigh. Mit: Timothy Spall, Paul Jesson, Dorothy Atkinson, Marion Bailey, Karl Johnson, Ruth Sheen, Sandy Foster. Länge: 149 Minuten.

www.turner-derfilm.de

© Prokino

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