Johnny Depp und Benedict Cumberbatch als Brüder

Filmtipps der Woche: Johnny Depp, gut versteckt
Black Mass, Familienfest, The Tribe, Mediterranea
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Foto: Warner Bros.

Black Mass (USA 2015)

Scott Coopers Film erzählt die Geschichte von James „Whitey“ Bulger, dem größten Verbrecher Bostons. Neben seinem Gangsterjob hat er auch einige Zeit für das FBI gearbeitet, was seine kriminelle Karriere sogar noch befördert hat. Verkörpert durch Johnny Depp, der sich für die Rolle komplett verwandeln musste, kommt er jedoch eher einseitig daher, was den Film trotz erstklassiger Besetzung abwertet. Ein Lichtblick sind die restlichen Mitglieder des Männerensembles: Benedict Cumberbatch als Bulgers Senatorenbruder, Joel Edgerton als FBI-Agent und Kevin Bacon als dessen Chef.

Regie: Scott Cooper. Buch: : Mark Mallouk, Jez Butterworth. Mit: Johnny Depp, Benedict Cumberbatch, Dakota Johnson, Joel Edgerton, Juno Temple, Corey Stoll, Kevin Bacon. Länge: 122 Min. FSK: ab 16 Jahre.

Eine ausführliche Filmkritik zu "Black Mass" lesen Sie bei epd-film.

www.blackmassthemovie.com

Familienfest (Deutschland 2014)

Nicht nur der Titel weckt Erinnerungen an Thomas Vinterbergs “Das Fest” - auch hier handelt es sich um einen Patriarch, der Geburtstag feiert. Der Konzertpianist Hannes Westhoff lädt dazu die Familie in seine Berliner Villa am See ein. Westhoff strotzt von Menschenhass und Selbstbezogenheit - ein echtes deutsches Vatermonster. Und die Geburtstagsfeier ist auch nur ein Schauspiel, dem tiefergreifende Konflikte zugrunde liegen.  Während der besten Momente des Films kann man da auch mal darüber hinwegsehen, dass er voll von Klischees und klassischen Seifenopernfiguren ist.

Regie: Lars Kraume. Buch: Andrea Stoll, Martin Rauhaus. Mit: Günther Maria Halmer, Hannelore Elsner, Michaela May, Lars Eidinger, Jördis Triebel, Barnaby Metschurat. Länge: 89 Min.

Eine ausführliche Filmkritik zu "Familienfest" lesen Sie bei epd-film.

The Tribe (Ukraine/Niederlande 2014)

Nur mit gehörlosen Laiendarstellern gedreht, erzählt The Tribe von einer kriminellen Jungengang in einem Internat. Sergey ist neu hier – und erfährt keinerlei Zuwendung oder Unterstützung. So schließt er sich der jugendlichen Verbrecherbande an. Der ukrainische Regisseur Slabishpytskiy erzählt die Geschichte in kraftvollen und heftigen Bildern, die Laiendarsteller verleihen dem Ganzen zusätzliche Unmittelbarkeit und Glaubwürdigkeit. Ohne Dialoge und Musik ist der Film eine Art moderner Stummfilm – und entwickelt eine solche Wucht, dass man ihn so schnell nicht vergisst.

Regie, Buch: Myroslav Slabishpytskiy. Mit: Grigoriy Fesenko, Yana Novikova, Rosa Babiy, Alexander Dsiadevich, Yaroslav Biletskiy. Länge: 132 Min. FSK: ab 16 Jahre.

Eine ausführliche Filmkritik zu "The Tribe" lesen Sie bei epd-film.

Mediterranea (Italien/Frankreich/USA/Deutschland/Katar 2015)

Der Italoamerikaner Jonas Carpignano beschreibt das Schicksal des Afrikaners Ayiva, der seine siebenjährige Tochter zurücklässt, um mit seinem besten Freund nach Europa zu fliehen. Der Zuschauer erfährt von Ayivas beschwerlicher Reise, dem italienischen Aufnahmelager und den dortigen Lebensbedingungen. In schmucklosen Bildern beobachtet Carpignano die beiden Afrikaner sehr präzise – dank der beweglichen Handkamera und den glaubwürdigen Laiendarstellern wirkt der Film beklemmend dokumentarisch. Eine relevante, hochaktuelle und vielschichtige Geschichte.

Regie, Buch: Jonas Carpignano. Mit: Koudous Seihon, Alassane Sy. Annalisa Pagano, Pio Amato, Paolo Sciarretta. Länge: 107 Min. FSK: ab 12 Jahre.

Eine ausführliche Filmkritik zu "Mediterranea" lesen Sie bei epd-film.

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