Filmtipps der Woche: Zum Wohl des Kindes

Filmtipps der Woche: Zweite Chance, Café Ta’mon, King-George-Street, Jerusalem, Melodys Baby, Silentium - Vom Leben im Kloster

Zweite Chance (Dänemark 2014)

Sein eigenes Baby ist gestorben, ein verdrecktes Kind wurde im Zuge einer Hausdurchsuchung bei einem Junkie-Pärchen versteckt im Schrank gefunden – Polizist Andreas fasst kurzerhand einen drastischen Entschluss. Um das vernachlässigte Baby vor den eigenen Eltern zu „retten“, nimmt er es mit zu seiner Frau nach Hause. Während eine groß angelegte Suchaktion nach dem verschwundenen Kind beginnt, beschäftigt vor allem die Frage, wie weit man für die eigene Vorstellung von Gerechtigkeit gehen darf. Obwohl Susanne Biers Drama „Zweite Chance“ bisweilen allzu konstruiert wirkt, geht es im finalen Twist an die Nieren.

© Prokino

Regie: Susanne Bier. Buch: Anders Thomas Jensen. Mit: Nikolaj Coster-Waldau, Maria Bonnevie, Ulrich Thomsen, Nikolaj Lie Kaas, May Andersen. Länge: 102 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.

Eine ausführliche Kritik zu "Zweite Chance" lesen Sie bei epd Film.

www.zweitechance-derfilm.de

 

Café Ta’amon, King-George-Street, Jerusalem (Deutschland, Israel 2013)

Das Café Ta’amon ist eine Jerusalemer Institution: Einst sollen sich hier israelische Politiker die Tassen in die Hand gegeben, die radikale Linke ihre Proteste geplant und heiße Diskussionen stattgefunden haben. Regisseur Michael Teutsch porträtiert in seinem Dokumentarfilm „Café Ta’mon, King-George-Street, Jerusalem“ einen Ort des Austauschs, indem er Zeitzeugen davon erzählen lässt, was hier einst Mittelpunkt der Gespräche war, und fängt dabei auf beeindruckende Weise das Augenzwinkern und die Leidenschaft im Prozess des Erinnerns ein. Formal ungezwungen, inhaltlich bestechend.

© GM Films

Regie: Michael Teutsch. Buch: Michael Teutsch. Mit: Reuven Abergil, Hamis Ahin, Eli Amonov, Moshe Bar-Ezer, Uli Bocker, Alfonso Cerf, Daniel Cohn-Bendit. Länge: 90 Minuten.

Eine ausührliche Kritik zu "Café Ta’amon, King-George-Street, Jerusalem" lesen Sie bei epd Film.

www.gmfilms.de

 

Melodys Baby (Belgien, Luxemburg, Frankreich 2014)

Die Friseurin Melody, eine junge Frau mit Geldproblemen, lässt sich von der alleinstehenden Managerin Emily als Leihmutter engagieren. In der Hoffnung, damit ihren Traum vom eigenen Salon finanzieren zu können, steckt Melody bald im Konflikt mit ihren aufkeimenden Muttergefühlen. Männer spielen in diesem Film keine Rolle; praktisch ausschließlich unter Frauen entwickelt Regisseur Bernard Bellefroid in „Melodys Baby“ ein dramatisches Spiel zwischen Wünschen, Hoffnungen und Sehnsüchten. Nicht frei von kitschigen Ausrutschern besticht das Schwangerschafts-Kammerspiel durch emotionale Genauigkeit und hervorragende Darstellerinnen.

© MFA+

Regie: Bernard Bellefroid. Buch: Bernard Bellefroid, Carine Zimmerlin. Mit: Rachael Blake, Lucie Debay, Don Gallagher, Laure Roldan, Julie Maes. Länge: 94 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.

Eine ausführliche Kritik zu "Melodys Baby" lesen Sie bei epd Film.

www.filmfrauen.net/category/melodys-baby/

 

Silentium – Vom Leben im Kloster (Deutschland 2015)

Es braucht kaum Worte, um ein Leben zu beschreiben: In unsere hektisch-kommunikative Welt pflanzt Regisseur Sobo Swobodnik mit seinem Dokumentarfilm „Silentium – Vom Leben im Kloster“ einen leisen Kontrast, der zwischen Beten und Arbeiten – „ora et labora“ – den religiösen Alltag der fünf Ordensangehörigen im Benedektinerkloster Habsthal bei Sigmaringen zeigt. Aus einer intimen Binnenperspektive heraus, in  langen Kameraeinstellungen, die dem Zuschauer durchaus Geduld abverlangen, entfaltet der Film einen nostalgischen Blick auf das einfache Leben.

© Mindjazz Pictures

Regie: Sobo Swobodnik. Buch: Sobo Swobodnik. Mit: Sr. Walburga Wolf, Sr. Lidwina Schneider, Pater Pius Agreiter. Länge: 84 Minuten. Keine Altersbeschränkung.

Eine ausführliche Kritik zu "Silentium - Vom Leben im Kloster" lesen Sie bei epd Film.

www.mindjazz-pictures.de/project/silentium/

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