Filmtipps der Woche: Schachnovelle, Helden der Wahrscheinlichkeit, The Sunlit Night, Why Are We (Not) Creative?

Schachprofis, Kunstkenner, Kreativitätshemmer
Schachnovelle

Julia Terjung/Studiocanal/Walker + Worm Film

Schachnovelle (Deutschland 2020)

Philipp Stölzl hat die Novelle von Stefan Zweig noch einmal verfilmt. Oliver Masucci spielt den Anwalt und Notar Dr. Bartok, der Schweizer Nummernkonten verwaltet. Und an dieses Geld wollen die Nazis ran, die Bartok schon Stunden vor dem sog "Anschluss" im Jahr 1938 verhaften und einer "Sonderbehandlung" unterziehen: Bartok bleibt Monate in einem Zimmer im Hotel "Metropole" eingesperrt. Stölzl konzentriert sich ganz auf die Innenperspektive des Inhaftierten, auf seine Paranoia und Manien.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Studiocanal

Regie Philipp Stölzl. Buch: Eldar Grigorian, Philip Stölzl (nach der Novelle von Stefan Zweig). Mit: Oliver Masucci, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr, Samuel Finzi. Länge: 111 Min. FSK: 12, ffr. FBW: besonders wertvoll.

 

Helden der Wahrscheinlichkeit (Dänemark 2020)

Soldat Markus kehrt nach dem Tod seiner Frau von einem Auslandseinsatz nach Dänemark zurück, um sich um seine Tochter zu kümmern. Eines Tages steht der Mathematiker Mathematiker Otto mit zwei Kumpeln vor der Haustür und macht Markus klar, dass die Entgleisung des Zugs, in dem Markus´Frau saß, kein Zufall gewesen sein kann. Markus kennt fortan nur ein Ziel: Rache. Anders Thomas Jensen ("Dänische Delikatessen", "Adams Äpfel") gelang ein finsterer Rachethriller im Gewand einer politisch völlig unkorrekten Komödie.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Splendid Film

Regie und Buch: Anders Thomas Jensen. Länge: 116 Min. Mit: Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Andrea Heick Gadeberg, Lars Brygmann. FSK: 16, ff. FBW: ohne Angabe.

 

The Sunlit Night (Deutschland/Norwegen 2019)

Die Kunststudentin Frances glaubt, dass sie das große Los gezogen hat, als die Zusage für ein Stipendium erhält. Doch es verschlägt sie auf die Lofoten. Und dort muss sie für eine Installation 12 Stunden täglich malen. Allerdings nicht künstlerisch: Sie muss eine Scheune anstreichen. Nach einer Vorlage der Autorin Rebecca Dinerstein porträtiert der deutsche Regisseur David Wnendt in seinem ersten englischsprachigen Film eine weibliche Woody-Allen-Figur, die auf liebenswürdige Weise verkopft ist. Und liefert eine rekordverdächtige Anzahl schräger Charaktere, die mit Lust am Fabulieren eingeführt werden.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© W-film

Regie: David Wnendt. Buch: Rebecca Dinerstein, David Wnendt. Mit: Jenny Slate, Alex Sharp, Gillian Anderson, Zach Galifianakis. Länge: 91 Min. FSK: 12, ff. FBW: ohne Angabe.

 

Why Are We (Not) Creative? (Deutschland 2021)

Der deutsche Dokumentarfilmer Hermann Vaske hat sich mehr als drei Jahrzehnte mit der Suche nach den Bedingungen der Kreativität beschäftigt. In seinem neuesten Film setzt er das Prinzip des Vorgängers "Why Are We Creativ" fort und bündelt collageartig Interviews, Animationsbilder und Statements. Vaske spricht unter anderem mit dem Schauspieler Michael Madsen, den Künstlerinnen Shirin Neshat und Marina Abramovic und dem Autor TC Boyle. Ein intelligenter, kreativer und stets unterhaltsamer Dokumentarfilm.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Rise and Shine Cinema

Regie und Buch: Hermann Vaske. Mit: Marina Abramovic, Isabella Rossellini, Willem Defoe, Julian Schnabel. Länge: 86 Min. FSK: 12, ff. FBW: ohne Angabe.

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