Filmtipps der Woche: Nebenan, Minari, Morgen gehört uns, Patrick

Wendeverlierer, Freiheitsträume, Zukunftsvisionen
Nebenan

2021 Amusement Park Film GmbH / Warner Bros. Ent. GmbH / Reiner Bajo

Nebenan

Nebenan (Deutschland 2021)

Daniel (Daniel Brühl), ein erfolgreicher Schauspieler, vertreibt sich vor einem Flug nach London den Morgen in einer Berliner Eckkneipe. Hier begegnet er Bruno (Peter Kurth), einem Wendeverlierer, für den die Kneipe das zweite Wohnzimmer geworden ist. Scheinbar beiläufig verwickelt er Daniel in ein Gespräch. Doch als Bruno immer mehr private Details von Daniel kennt, wird klar, dass dieser den Übergriff von langer Hand geplant hat. Daniel Brühl entwirft in seinem Regiedebüt ein subtiles Kammerspiel, in dem er das Verhältnis von Ossis und Wessis aufgreift und auch sich selbst aufs Korn nimmt.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Warner Bros. Pictures

Regie: Daniel Brühl. Buch: Daniel Kehlmann Mit: Daniel Brühl, Peter Kurth, Rike Eckermann, Aenne Schwarz. Länge: 92 Min. FSK: ab 12. FBW: Besonders wertvoll.

 

Minari – Wo wir Wurzeln schlagen (USA 2020)

Jacob (Steven Yeun) beschließt, mit seiner koreanisch-amerikanischen Familie aus Los Angeles auf eine kleine Farm in Arkansas zu ziehen. Doch die Familie will seinen Traum von Freiheit nicht recht mitträumen. Dann zieht plötzlich die Großmutter Soonja (Yuh-Jung Youn) aus ihrer Heimat Korea zu ihnen und stellt alles auf den Kopf. Mit ihrer schrulligen Art kann sie sogar ihren zunächst besonders skeptischen Enkel David (Alan Kim) für das neue Leben begeistern. Regisseur Lee Isaac Chung wuchs selbst als Kind koreanischer Einwanderer im ländlichen Aksansas auf und verarbeitete seine persönlichen Erfahrungen zu einer Geschichte, die bewegt, ohne ins Sentimentale abzurutschen.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Prokino

Regie und Buch: Lee Isaac Chung. Mit: Steven Yeun, Ye-Ri Han, Yuh-jung Youn, Alan Kim, Noel Kate Cho. Länge: 115 Min. FSK: ab 6. FBW: Besonders wertvoll.

 

Morgen gehört uns (Frankreich 2019)

Regisseur Gilles de Maistre begleitet in seiner Dokumentation Kinder in verschiedenen Ländern der Welt, die für ihre Überzeugungen und eine bessere Zukunft kämpfen. Sei es die 12-jährige Aïssatou, die Mädchen aus Zwangsehen befreit, der 10-jährige Arthur, der Obdachlosen hilft, oder Jose, der die erste Umweltbank für Kinder in Peru gegründet hat. Der Film zeigt die Energie und den unbedingten Willen der Kinder, die Welt zu verändern und ist damit anrührend und inspirierend zugleich.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Neue Visionen Filmverleih

Regie: Gilles de Maistre. Mit: José Adolfo, Arthur, Aïssatou, Heena, Khloe, Jocelyn, Kevin, Peter, Kaycie Chase, Greta Thunberg. Länge: 87 Min. FSK: ohne Altersbeschränkung. FBW: Keine Angabe.

 

Patrick (Portugal/Deutschland 2020)

Bei einem Verhör mit der Polizei stellt sich heraus, dass Patrick (Hugo Fernandes) vor zwölf Jahren in Portugal entführt wurde. Doch auf Nachfragen reagiert er mit Schweigen. Auch als er in seine ursprüngliche Familie zurückkehrt, bleibt er wie ein Fremder. Erst als ein alter Freund aus Paris auftaucht, beginnt Patrick, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Getragen vom grandiosen Hauptdarsteller, gelingt eine Erzählung über Kindesmissbrauch, die sich einfachen Antworten komplett verweigert.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Real Fiction Filmverleih

Regie: Gonçalo Waddington. Buch: Gonçalo Waddington, João Leitão. Mit: Hugo Fernandes, Alba Baptista, Teresa Sobra, Carla Maciel, Raphael Tschudi. Länge: 103 Min. FSK: Keine Angabe. FBW: Keine Angabe.

Leseempfehlung

Die Redaktion von epd Film stellt die Filmstarts vom 8. Juli 2021 vor

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.