Filmtipps der Woche: Guglhupfgeschwader, Nicht ganz koscher, Warten auf Bojangles, Busters Welt

Schräge Paare
Guglhupfgeschwader

Constantin Film

Guglhupfgeschwader

Guglhupfgeschwader (Deutschland 2022)

Viel los in Niederkaltenkirchen: Lotto-Ottos Laden brennt und weil dem Besitzer plötzlich auch ein Fingerglied fehlt, vermutet "Dorfsheriff" Franz Eberhofer, dass die Mafia dahinter stecken könnte. "Guglhupfgeschwader" ist die mittlerweile achte Verfilmung – nach "Dampfnudelblues" (2013), "Winterkartoffelknödel", (2014), "Schweinskopf al dente" (2016), "Grießnockerlaffäre" (2017), "Sauerkrautkoma" (2018), "Leberkäsjunkie" (2019) und "Kaiserschmarrndrama" (2021) – eines Eberhofer-Krimis nach den Romanvorlagen von Rita Falk. Wie immer sorgen familiäre Verwicklungen und freundschaftliche Verwerfungen für gehöriges Durcheinander, während zugleich der Kriminalfall gelöst werden soll. Dabei will der Eberhofer eigentlich doch nichts lieber als in Ruhe sein Bier zu trinken... Die mittlerweile eingeschworene Chaoten-Truppe lässt sich auch diesmal nicht bremsen und sorgt auf bewährt lässige Art für hintergründigen Humor.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Constantin Film

Regie: Ed Herzog. Buch: Stefan Betz, Ed Herzog (nach einem Roman von Rita Falk). Mit: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Sigi Zimmerschied, Daniel Christensen, Stephan Zinner. Länge: 98 Min. FSK: 12 ff.

Nicht ganz koscher - Eine göttliche Komödie (Deutschland 2022)

Ben, ein ultraorthodoxer Jude aus Brooklyn, fliegt mit gemischten Gefühlen zu einem Familienbesuch nach Jerusalem. Der 33-jährige Junggeselle weiß, dass er verkuppelt werden soll. Kaum angekommen, eröffnet sich ihm jedoch unverhofft ein Schlupfloch. Sein Onkel braucht dringend einen zehnten Mann für das Pessachfest der jüdischen Gemeinde in Alexandria, der die Auflösung droht, sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht werden. Ben bietet sich als Retter an, strandet auf dem Weg nach Ägypten jedoch in der Wüste Sinai. Dort liest der Beduine Adel ihn auf – als Kinozuschauer weiß man da schon, dass diese Odyssee der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden wird. Mit viel feinem Witz spielt der Film mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten des orthodoxen Juden und des arabischen Beduinen und verhandelt dabei politisch-religiöse Konflikte auf einer metaphorisch-märchenhaften Ebene.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Alpenrepublik

Regie und Buch: Stefan Sarazin, Peter Keller. Mit: Luzer Twersky, Haitham Omari, Makram Khoury, Riyad Sliman. Länge: 120 Min. FSK: 6, ff. FBW: besonders wertvoll.

Warten auf Bojangles (Frankreich 2021)

Hochstapler üben oft eine große Faszination auf ihre Umwelt aus weil sie der tristen Realität mit fantastischen Geschichten Glanz verleihen. So ähnlich verhält es sich mit Camille (Virginie Efira) und Georges (Romain Duris) in Régis Roinsards Verfilmung von Olivier Bourdeauts gleichnamigen Roman "Warten auf Bojangles". Es ist die träumerische Geschichte zweier Liebenden, die sich um die Banalitäten des Lebens nicht scheren. Roinsard siedelt seine Geschichte in den späten 50er-, frühen 60er-Jahren an. Die Welt ist bunt an der Riviera, später in Paris, doch als Camilles depressive Episode an Intensität und Häufigkeit zunehmen, werden auch die Farben blasser und das Leben komplizierter... Was als romantisch, knallbunte Liebeskomödie beginnt, entwickelt sich zu einer tragischen Familiengeschichte, die jedoch bei aller Ernsthaftigkeit niemals ihre Leichtigkeit verliert. Régis Roinsard ist ein Film voller Poesie gelungen.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Studiocanal

Regie: Régis Roinsard. Buch: Romain Compingt, Régis Roinsard. Mit: Virginie Efira, Romain Duris, Grégory Gadebois, Solan Machado Graner, Elisa Maillot. Länge: 124 Minuten. FSK: 12, ff.

Busters Welt (Dänemark 2021)

Der kleine Buster (Manfred Weber Cortzen) zaubert gerne. Doch ausgerechnet als er seine Künste am letzten Tag vor den Sommerferien der eigenen Klasse vorführen will, passiert ihm ein dummes Missgeschick. Eifersüchtig muss er mit ansehen, wie sein Rivale Simon-Olaf den größeren Applaus bekommt. Ob sein Plan, bei einem Talentwettbewerb das Preisgeld zu gewinnen, noch aufgehen kann, wenn Simon-Olaf dort auch auftritt? Buster bleibt wie immer optimistisch, will er doch damit sich und seinen Eltern den ersehnten Ibiza-Urlaub finanzieren. Der dänische Kinderfilm ist nach Bille Augusts "Buster, der Zauberer" aus dem Jahr 1984 bereits die zweite Adaption von Bjarne Reuters in Deutschland unter dem vielsagenden Titel "So einen wie mich kann man nicht von den Bäumen pflücken, sagt Buster" erschienenen Kinderbuch.

© Kinostar Filmverleih

Regie: Martin Miehe-Renard. Buch: Jesper Nicolaj Christiansen. Mit: Manfred Weber Cortzen, Magnus Millang, Ibi Støvring, Henning Jensen. Länge: 92 Minuten. FSK: ohne Altersbeschränkung.

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