Filmtipps der Woche: Der Straße abgeschaut

Als wir träumten, American Sniper, Heute gehe ich allein nach Hause, bestefreunde

Foto: Pandora Film

Als wir träumten (Deutschland, Frankreich 2015)
Dani, Mark, Rico, Pitbull und Paul werden in einer Zeit geboren, als der Standrand von Leipzig das Ende der Welt im Westen ist. Doch schon als sie 13 sind, fällt die Mauer. Mit 17 leben sie einen Drahtseilakt auf Dosenbier, Zigaretten, Drogen und Verbrechen, immer mit der Angst, endgültig abzustürzen.  Aber nicht ohne Träume: Sie betreiben mit dem »Eastside«, einen Underground Pop-up-Club. Aber das Ende kommt schnell: eine Fascho-Gang will den Laden übernehmen und macht Jagd auf die Jungs macht, was einige von ihnen dem Abgrund zu nahe kommen lässt. Andreas Dresen msl von einer anderen Seite: Ebrennt dem Zuschauer mit Techno-Beat und Stroboskop gnadenlos und ungeschönt das Bild einer Generation auf die Netzhaut, die die Wende nicht bewusst erlebt, aber dennoch erfahren und gefühlt hat. Und zu ihrer Verlierern gehört.

© Pandora
Regie: Andreas Dresen. Buch: Wolfgang Kohlhaase (nach einem Roman von Clemens Meyer). Mit: Ruby O. Fee, Merlin Rose, Julius Nitschkoff, Joel Basman, Marcel Heuperman, Fredric Haselon. Länge: 127 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.
Eine ausführliche Film-Kritik zu "Als wir träumten" lesen Sie bei epd-film.
www.alswirtraeumten.de

American Sniper (USA 2014)
Chris Kyle wächst im ländlichen Texas auf, wo er früh das Schießen lernt und sich schützend vor seinen jüngeren Bruder gegen den strengen Vater stellt. Nach den Terroranschlägen auf US-Botschaften in Tansania und Kenia 1998 beschließt Chris, seine Rodeokariere aufzugeben, um bei den Navy SEALs seinem Land zu dienen. Nach dem 11.September geht Kyle schließlich als Scharfschütze in den Irak. Hier wird er in mehreren Einsätzen, mit 160 „bestätigten Tötungen“, zur „Legende“. Als er es bei seinem vierten Einsatz schließlich schafft, seinen größten Gegenspieler, einen al-Qaeda Scharfschützen, mit einem Risikoschuss auszuschalten, gerät die Situation außer Kontrolle. Kyle kehrt zurück zu seiner Familie, doch die Ereignisse lassen ihn nicht los. Es bewegt ihn nicht, was er getan hat, sondern was er nicht für sein Land und seine Kameraden tun konnte. Clint Eastwood hat sein Porträt des „erfolgreichsten“ Scharfschützen der US-Geschichte schnörkellos in Szene gesetzt -  allerdings ohne seine Taten zu hinterfragen.
© Warner Bros.
Regie: Clint Eastwood. Buch: Jason Hall. Mit: Bradley Cooper, Sienna Miller, Kyle Gallner, Jake McDorman. Länge: 132 Minuten. FSK: ab 16 Jahre.

Eine ausführliche Film-Kritik zu "American Sniper" lesen Sie bei epd-film.
www.americansnipermovie.com

Heute gehe ich allein nach Hause (Brasilien 2014)
Leonardo, genannt Leo, ist blind. Es fällt ihm schwer, seine Unabhängigkeit zu gewinnen, was vor allem an seinen Mitmenschen liegt. In der Schule wird er gehänselt, seine Mutter ist übervorsichtig und auch seine beste Freundin Giovana versucht ihn vor allen Problemen zu schützen. Das ändert sich jedoch, als Gabriel in die Stadt zieht und mit Leo ein Schulprojekt durchführen soll. Gabriel behandelt Leo normal und unterstützt ihn dabei, Neues zu wagen. So flüstert er Ihm die Bilder ins Ohr, als er mit Ihm ins Kino geht oder eine Mondfinsternis beobachtet. Als Leo nach einer Party meint, für immer ungeküsst bleiben zu müssen, küsst ihn Gabriel und offenbart so seine Gefühle für ihn. Regisseur Daniel Ribeiro erzählt eine Geschichte, in der Homosexualität selbstverständlich, Liebe blind und  Freundschaft ewig ist, mit Bildern die direkt ins Herz gehen.
© Salzgeber
Regie: Daniel Ribeiro. Buch: Daniel Ribeiro Mit: Ghilherme Lobo, Tess Amorim, Fabio Audi, Isabela Guasco, Victor Filgueiras, Pedro Carvalho, Guga Auricchio. Länge: 96 Minuten. FSK: ab 6 Jahre.
Eine ausführliche Film-Kritik zu "Heute gehe ich allein nach Hause" lesen Sie bei epd-film.
www.thewayhelooks.com

bestefreunde (Deutschland 2014)
Die selbstständige Journalistin und Mittdreißigerin Susi Q bereist mit ihrem besten Freund Mark Europa. Sie veröffentlichen Ihre Erlebnisse in einem Blog und hoffen, dadurch mit einem Crowdfunding Projekt genug Geld zusammen zu bringen, um nach Südamerika zu reisen. Bis dahin leben sie von Tag zu Tag ohne Plan und vor allem, ohne Geld. Doch zurück in Berlin lernt Mark Vivian kennen, wird sesshaft und hat plötzlich keine Zeit mehr für Susi Q. Diese lässt sich jedoch nicht einfach abwimmeln und beschließt, Mark als ihren besten Freund zurück zu gewinnen. Dafür nimmt sie den Kampf mit Ihrer Nebenbuhlerin auf, versucht Mark sogar zur verführen, obwohl sie lesbisch ist, und verliert schließlich ganz die Kontrolle über sich. So wird der Film zu einer Abrechnung mit einer Generation, die nicht erwachsen werden will. Leider sitzt nicht jeder Gag.
© Résiste Film
Regie&Buch: Jonas Grosch, Carlos Val. Mit: Katharina Wackernagel, Sebastian Schwarz, Tina Amon Amonson, Niels Bormann, Maria Matschke, Robert Beyer. Länge: 88 Minuten. FSK: ab 6 Jahren.

Eine ausführliche Film-Kritik zu "bestefreunde" lesen Sie bei epd-film.
www.bestefreundefilm.de

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