Filmtipp von epd Film: "Foxtrot"

Der verfahrene Konflikt
Foxtrott

NFP marketing & distribution* / Foto: Giora Bejach

Foxtrott

Ihr Sohn sei bei seinem Militärdienst umgekommen – diese schreckliche Nachricht erreicht eines Tages die israelische Familie Feldmann. Sie rührt an vergessene Traumata der Familie und bringt Verdrängtes ans Licht. Nach dem in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten "Lebanon" (2009) ist "Foxtrot" der zweite Spielfilm des 1962 in Tel Aviv geborenen Maoz. Erneut adressiert er die Tabuthemen seines Heimatlandes: den Schuldkomplex der Holocaust-Überlebenden; die blinden Flecken in den Herkunfts- und Familiengeschichten; die Sprachlosigkeit über vergangenen Schrecken und die undenkbaren Analogien, die daraus für die Gegenwart folgen. Dabei denkt Maoz in psychosozialen Dimensionen, die er um den politischen Kontext erweitert. Die geschilderten Einzelschicksale lassen sich auch stellvertretend lesen. "Foxtrot" ist eine meisterlich und präzise konzipierte Analyse der gesellschaftlichen Gegenwart Israels.

© NFP

Regie und  Buch: Samuel Maoz. Mit: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonatan Shiray, Gefen Barkai, Dekel Adin, Shaul Amir, Itay Exlroad. Länge: 113 Min. FSK: ab 12. Ab 12. Juli.

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