epd-Filmtipps: The Son, Kalle Kosmonaut, Midwives, Till

Von Scheitern und Widerstand
Zen McGrath als Nicholas in "The Son"

2023 LEONINE Holding GmbH

Zen McGrath als Nicholas in "The Son"

Zen McGrath als Nicholas in "The Son"

The Son (USA/Frankreich 2022)

Peter (Hugh Jackman) ist geschiedener Ehemann und Vater, der sich mittlerweile ein neues Leben aufgebaut hat. Da steht auf einmal seine Ex-Frau Kate (Laura Dern) vor der Tür und teilt ihm mit, dass sie mit ihrem gemeinsamen Sohn, dem 17-jährigen Nicholas (Zen McGrath), überfordert ist. Kurzerhand lässt Peter diesen bei sich einziehen und versucht alles, um für ihn da zu sein. Doch immer mehr kristallisiert sich raus, dass dem offenbar an Depressionen leidenden Nicholas nicht wirklich zu helfen ist. Florian Zeller schafft in seinem zweiten Spielfilm nach dem oscarprämierten "The Father" ein tief bewegendes Familiendrama mit einem großartig aufspielenden Ensemble.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

deutsch © Leonine Distribution

Regie: Florian Zeller. Buch: Christopher Hampton, Florian Zeller. Mit: Hugh Jackman, Laura Dern, Vanessa Kirby, Zen McGrath, Anthony Hopkins. Länge: 123 Min. FSK: ab 12 Jahren

Kalle Kosmonaut (Deutschland 2022)

Über zehn Jahre haben Tine Kugler und Günther Kurth den Jungen Pascal begleitet, den alle nur Kalle nennen und der zwischen Bolzplatz und Halfpipe an der Allee der Kosmonauten in Marzahn-Hellersdorf aufwächst. Mit 13 beginnt er zu rauchen, bald kommen andere Drogen hinzu; mit 16 muss er zum ersten Mal in den Knast. Zwei Jahre und sieben Monate bekommt er, wegen schwerer Körperverletzung. Beeindruckende Langzeit-Dokumentation, die von den Schwierigkeiten des Heranwachsens erzählt.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Mindjazz Pictures

Regie und Buch: Tine Kugler, Günther Kurth. Mit: Oksana Cherkashyna. Länge: 99 Min. FSK: ab 12 Jahren

Midwives (Kanada/Deutschland/Miramar 2022)

Dokumentarfilm über zwei Frauen im Westen Myanmars. Die junge Muslima Nyo Nyo ist fest entschlossen, eine zuverlässige Hebamme zu werden. Ihre buddhistische Lehrerin Hla hat eine improvisierte Klinik im Westen Myanmars, in der die beiden Frauen trotz ihrer unterschiedlichen ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten zusammenarbeiten, aber auch bedroht werden. Die Klinik ist für schwangere Frauen, Neugeborene und Kinder die einzige Hoffnung auf medizinische Versorgung, denn die muslimische Rohingya sind rechtlos. Der Film zeigt den alltäglichen Widerstand zweier hartnäckiger Frauen gegen politischen Wahn.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© JIP Film

Regie und Buch: Snow Hnin Ei Hlaing. Länge: 91 Min. FSK: ab 12 Jahren

Till – Kampf um die Wahrheit (USA 2022)

Der Lynchmord an dem 14-jährigen Emmett Till 1955 wurde zu einem einschneidenden Ereignis für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung. Till wurde auf einem Familienbesuch in Mississippi von zwei Weißen ermordet, die im anschließenden Prozess von einer weißen Jury freigesprochen wurden. Regisseurin Chinonye Chukwu stellt in ihrer Rekonstruktion Emmetts Mutter in den Mittelpunkt, die mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsorganisation NAACP zusammenarbeitete. Chukwu erweist dem Vermächtnis von Emmett Till mit einer emotional eindrucksvollen Inszenierung und vor allem einer Ausnahmeleistung ihrer Hauptdarstellerin Danielle Deadwyler angemessen Respekt.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Universal Pictures

Regie: Chinonye Chukwu. Buch: Michael Reilly, Keith Beauchamp, Chinonye Chukwu. Mit: Danielle Deadwyler, Jalyn Hall, Jamie Renell, Whoopi Goldberg, Sean Patrick. Länge: 130 Min. FSK: ab 12 Jahren

Leseempfehlung

Exzesse in Hollywoods Kinoindustrie der 1920er Jahre und Theaterproben in Lwiw: Die Filmtipps der Woche vom 19. Januar 2023
Eine Hymne an die Schönheit der Berge und zwei Kriminalfälle: Die Filmtipps der Woche vom 12. Januar 2023
Ein Leben ohne Rechte
Rohyngia sind die am stärksten verfolgte Minderheit weltweit. Eine Hebamme gründet eine Klinik für schwangere Rohyngia-Frauen

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.