epd-Filmtipps: Der Gesang der Flusskrebse, Jagdsaison, Wettermacher, Goliath

Einsame Kämpfe
Einsame Kämpfe

Sony Pictures

Der Gesang der Flusskrebse (USA 2022)

Ein kleines Mädchen wird von ihrer Familie zurückgelassen und lebt fortan als Außenseiterin in den Marsch- und Sumpflandschaften von North Carolina, wo sie sich als stolze Überlebenskünstlerin in der Natur behauptet. Als jedoch ein junger Mann tot im Sumpfland liegt, wird die als "Marschmädchen" bekannte Kya (Daisy Edgar-Jones) des Mordes angeklagt. Die Filmadaption des gleichnamigen Bestsellers von Celia Owen schafft es nicht so ganz die schwelgerischen Naturpanoramen der Vorlage einzufangen. Dennoch entfaltet sie buchstabengetreu die mysteriöse und feministisch angehauchte Erzählung einer Heldin, die sich allein in den Sümpfen ihre eigenen Gesetze macht.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Sony Pictures

Regie: Olivia Newman. Buch: Lucy Alibar (nach einer Vorlage von Delia Owens). Mit: Daisy Edgar-Jones, Taylor John Smith, Harris Dickinson, Michael Hyatt, Sterling Macer, Jr., David Strathairn. Länge: 125 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.

 

Jagdsaison (Deutschland 2022)

Eva (Rosalie Thomass)ist eine schlagfertige junge Frau, deren Leben etwas aus den Fugen geriet, seit ihr Mann sie verlassen hat und sie sich das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter teilen. Der Ex ist außerdem mit der attraktiven Influencerin Bella (Almila Bagriacik) zusammen, die sich sehr um Evas Tochter bemüht und nun zu allem Überfluss auch noch mit Evas bester Freundin Marlene (Marie Burchard) angefreundet hat. Weil Bella die von der Ehe gelangweilte Marlene für ein Wochenende verkuppeln und Eva genau das verhindern will, kommt es zu einem spontanem Mädelstrip in ein Luxushotel. Chaos ist natürlich programmiert. Die Komödie, bei der Darstellerin Rosalie Thomass hauptverantwortlich für das Drehbuch war, wartet mit Slapstick und derbem Humor auf, bleibt trotz mancher Übertreibungen aber charmant und authentisch.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© Tobis Film

Regie: Aron Lehmann. Buch: Lea Schmidbauer, Rosalie Thomass, Aron Lehmann. Mit: Rosalie Thomass, Amila Bagriacik, Marie Burchard, Tobias Licht, August Wittgenstein. Länge: 93 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.

 

Wettermacher (Deutschland 2021)

Eine Wetterstation am sibirischen Polarmeer, einer der einsamsten Orte der Welt. Hier leben und arbeiten die Meteorologen Wladimir, Sascha und Alexander, deren Alltag Regisseur Stanislaw Mucha dokumentiert. Dabei fängt er in fast meditativen Bildern die karge Landschaft am Polarmeer ein, zu der lediglich einmal im Jahr ein Versorgungsschiff kommt. Eine Erzählerstimme enthüllt nach und nach die teils traumatischen Hintergründe der drei Protagonisten. Und mit der Zeit wird auch deutlich, dass die zunächst idyllisch wirkende Einsamkeit voller Gefahren steckt; von Schneestürmen, herumstreunenden Eisbären bis hin zu den psychischen Folgen, die das Leben in der Abgeschiedenheit mit sich bringt.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

© W-film

Regie: Stanislaw Mucha Buch: Dorothea Braun, Stanislaw Mucha. Länge: 92 Minuten. FSK: ab 12 Jahre.

 

Goliath (Frankreich 2022)

Frédéric Telliers Film erzählt eine fiktive Geschichte, deren Bezüge zur Wirklichkeit aber deutlich sichtbar und gewollt sind. Der einsame Anwalt Patrick (Gilles Lellouche) vertritt eine Gruppe von Klienten, die dem Pestizid Tetrazine ausgesetzt waren, sieht sich aber mit einer finanziellen wie medialen Übermacht des Konzerns Phytosanis konfrontiert, vertreten durch den gerissenen wie skrupellosen Lobbyisten Mathias (Pierre Niney). Als sich jedoch eine Frau vor den Toren des Konzerns selbst in Flammen setzt, kommt Bewegung in den Fall. Der Film entwickelt eine Geschichte mit verschiedenen Protagonisten, die auf unterschiedlichste Art involviert sind und so dafür sorgen, dass das Thema in entsprechender Breite und fast dokumentarisch verhandelt wird.

Ausführliche Kritik bei epd Film.

OmeU © Studiocanal

Regie: Frédéric Tellier. Buch: Frédéric Tellier, Simon Moutairou, Gaëlle Bellan. Mit: Pierre Niney, Gilles Lellouche, Emmanuelle Bercot, Laurent Stocker, Yannick Renier. Länge: 122 Minuten. FSK: ab 12 Jahre

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