Kinderbuch: elterlicher Suizid

Wo ist Papa jetzt?

Tomke ist acht Jahre alt, als sich sein Vater das Leben nimmt. Er fühlt sich, als wäre ein Stein auf ihn gefallen.

Über den Tod zu sprechen und Kindern Suizid und Depression zu erklären, ist nicht leicht. Doch Trauerexpertin Chris Paul gelingt es vortrefflich: In "Gelbe Blumen für Papa" taucht sie ein in die Gefühlswelt der Hinterbliebenen und beleuchtet all ihre Facetten von Traurigkeit über Angst, Wut, Sehnsucht bis zur Frage nach Schuld. Einfühlsam und ehrlich beantwortet sie Fragen, mit denen sich trauernde Kinder auseinandersetzen: Warum ist Papa gestorben? Wo ist er jetzt? Wie stirbt man, wenn man nicht mehr leben will?

Tomke braucht ein Jahr, bis er versteht, wie sein Papa an der Depressionskrankheit sterben konnte, die alle guten Gefühle in seinem Herzen erstickt hatte. Schließlich gelingt es ihm, mit seinem verstorbenen Vater verbunden zu bleiben und seine Liebe zu spüren.

Auf diesem schwierigen Weg begleiten ihn: die Nachbarin, die die Familie mit Essen versorgt. Oma erklärt, was es heißt zu sterben. Und mit Max findet sich ein neuer Freund, der ein ähnliches Schicksal trägt und versteht. Die Gespräche mit seiner Mutter, Oma und seiner großen Schwester Nina stärken Tomke genauso wie gemeinsame Rituale und die gelben Blumen für Papa.

Tröstlich. Und liebevoll illustriert von Suse Schweizer.

 Gelbe Blumen für Papa
Chris Paul, Suse Schweizer, Balance Buch- und Medien-Verlag,
17 Euro, 44 Seiten, für Kinder ab acht Jahren
PR

Leseempfehlung

Wie hat der Tod eines Angehörigen das eigene Leben geprägt? Ein Buch voll anregender Gespräche
Uwe Hauck hat versucht sich umzubringen. Wie kam es dazu? Und was hat das mit seiner Familie gemacht? Protokoll einer Überwindung
Die Mutter von Benni und der Vater von Tobias sagen offen, dass ihre Söhne sich das Leben nahmen. Sie wissen, was Trauernden hilft

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.