Frühjahr-Buchtipps aus der chrismon-Redaktion

Aufgelesen im Frühjahr
Neue Bücher auf den Schreibtischen der chrismon-Redaktion. Bildbände, Sachbücher, Romane. Mit Gewinn gelesen, nur angelesen – ­alles dabei

 Alle Fotos: PR

Echte Lesefreaks wissen: Kaum eine Entscheidung fällt schwerer als die für die nächste Lektüre. Die Auswahl ist so groß! Und es gibt so viele schlechte Bücher. Rainer Moritz, der Hamburger Literaturhaus-Chef, weiß Rat. Wer über Gott und die Welt nachdenken will, lese „Wachtmeister Studer“ oder „Erklärt Pereira“, wer sich anrühren ­lassen will, nehme „Das Herz ­­ist ein einsamer Jäger“. Und so weiter. Die Überlebensbibliothek unseres Kolumnisten, frisch überarbeitet.

Rainer Moritz: Die Überlebensbibliothek. HoCa, 348 Seiten, 20 Euro.

Klein, Groß und Stark sind eine Familie. Groß und Stark streiten, Stark schimpft mit Klein, Groß geht und Stark ist wütend. ­Klein erzählt alles Frau Traulich in der Kita, sie tröstet Klein. ­Mit eindrucksvollen Zeichnungen erzählt die schwedische Illus­tratorin Stina Wirsén von häuslicher Gewalt. Und ermutigt verängstigte Kinder, sich fremden Erwachsenen mitzuteilen.

Stina Wirsén: Klein. Klett, 40 Seiten, 9,95 Euro.

Weiße Zelte, so weit das Auge reicht, mitten in der Wüste Kenias. Eine halbe Million Menschen sind der unbarmherzigen Sonne ausgesetzt, dürfen das Lager Dadaab, das größte weltweit, nicht ver­lassen. Hier sind Flüchtlinge aus Somalia, dem Tschad und Sudan untergekommen, viele geflohen vor den brutalen Schabab-Milizen. Der amerikanische Menschenrechtler Ben Rawlence beschreibt ­in der Stadt der Verlorenen den Überlebenskampf der Heimatlosen, ihren Alltag, ihre Hoffnungen.

Ben Rawlence: Stadt der Verlorenen. Nagel & Kimche, 412 Seiten, 24,90 Euro.

Es rauscht und strömt, es friert und taut, es sinkt und steigt. Das Meer ist blau. Oder grau, schwarz, grün, braun. Wie kommt das eigentlich? Ein Astrophysiker und ein Ozeanforscher, Hubert Reeves und Yves Lancelot, ­erklären ihren Enkeln die ­Ozeane. Ihr Buch Wie kommt das Blau ins Meer? ist voller Überraschungen. Schon mal gehört, dass das Wasser der Meere bei einem Zusammenstoß mit Kometen entstand? Oder dass man erst seit 100 Jahren den Meeresboden vermessen kann?

Hubert Reeves & Yves Lancelot: Wie kommt das Blau ins Meer? C. H. Beck, 123 Seiten, 14,95 Euro.

Anne-Marie Slaughter war Direktorin des Planungsstabs im Außenministerium von Hillary Clinton ‒ bis ihr Sohn Probleme in der Schule bekam. Sie kehrte zurück auf ­ihren vergleichsweise ruhigen Professorenjob und schrieb ein Buch: Was noch zu tun ist, damit Frauen und Männer gleichberechtigt leben, ­arbeiten und Kinder erziehen können. Denn es geht nicht um „Having it all“, sondern um einen breiten gesellschaftlichen Wandel, fordert die Akademikerin ‒ der prompt Verrat an feministischen Idealen vorgeworfen wurde.

Anne-Marie Slaughter: Was noch zu tun ist. KiWi, 352 Seiten, 19,99 Euro.

Es ist ein universaler Text, wie geschaffen auch für die Globalisierung. Was immer wieder erstaunt: Das Vaterunser, wichtigstes Gebet der Christen, spricht auch Anhänger anderer ­Religionen an. Sogar die, die mit der Kirche fertig sind oder nie einen Zugang gefunden haben. Ein Erbe der Menschheit, nennt es Hans-Martin Barth, der Marburger Theologe, und erklärt seine grenzüberschreitende Faszination.

Hans-Martin Barth: Das Vaterunser. Güterloher Verlagshaus, 222 Seiten, 19,99 Euro.

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