Buchtipp "Weltuntergang fällt aus": Wie wir den Klimawandel stoppen können

Energiewende leicht gemacht

Corona-Pandemie, Krieg in der Ukraine, Inflation, Klimakrise - wer dieser Tage nicht das Gefühl bekommt, dass uns die Probleme über den Kopf wachsen, lebt vermutlich unter einem Stein. Und selbst da wird es in Zukunft immer wärmer werden. Gibt es überhaupt noch einen Ausweg? Der Blogger und Autor Jan Hegenberg sagt: Ja. In seinem Buch "Weltuntergang fällt aus" (Komplett-Media, 2022) nimmt er sich konstruktiv das Thema Energiewende in Deutschland vor.

Und tatsächlich: Wir sind noch nicht verloren. Auf 280 Seiten beschreibt er die Energiewende aus einer ungewohnten Perspektive: nicht als reine Bürde, sondern als Chance für eine bessere Zukunft. Hegenberg erklärt sehr anschaulich, was wir in Deutschland tun müssten, um in naher Zukunft klimaneutral zu leben und nachhaltig mit Energie versorgt zu sein.

Der auf Twitter und Facebook als @Graslutscher bekannte Autor rechnet vor, wie viel (bzw. wenig) Fläche wir bräuchten, um Deutschland fast vollständig mit Solar- und Windenergie versorgen zu können und räumt dabei die meisten Vorurteile und Bedenken aus dem Weg. Über allem schwebt die Frage: Warum hinterfragen wir als Gesellschaft die positiven Seiten der Energiewende bis ins kleinste Detail, während wir im Vergleich dazu die negativen Auswirkungen unseres bisherigen Lebensstils ausblenden?

Hegenberg erklärt zwar, dass der Abbau von Lithium und Kobalt für Batterien von E-Autos umweltschädlich ist, setzt ihn aber in Relation zum Abbau von fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdöl für die Produktion und den Treibstoffverbrauch von Benzin-Autos. Und da schneidet das E-Auto auf lange Sicht besser ab. Das Gleiche rechnet er für Wärmepumpen und Ölheizungen sowie Windräder und Kohlekraftwerke vor. Entscheidend ist oft, dass fossile Rohstoffe für die Produktion und Energieerzeugung verbraucht werden, während sie für erneuerbare Technologien hauptsächlich gebraucht werden - also auch wiederverwertet werden können (zum Beispiel Kupfer für Windkraftanlagen im Gegensatz zu Braunkohle für Kraftwerke).

Optimistische Botschaften, leicht verständlich

Auch für den Fall, dass an mehreren Tagen weder Wind weht noch die Sonne scheint, sieht Hegenberg Lösungen (moderne Speichertechnologien, intelligentes Lastmanagement). Er erklärt, dass erneuerbare Energien fast unbemerkt immer effizienter und günstiger geworden sind und warum Atomkraft wirklich keine sinnvolle Alternative mehr ist.

 Jan Hegenberg – Weltuntergang fällt aus, Komplett-Media, 2022, 280 Seiten, Preis: 22,00 EuroPR

Hegenberg klärt in seinem Blog seit Jahren über vegane Ernährung und erneuerbare Energiequellen auf. In seinem Buch verpackt er optimistische Botschaften in leicht verständliche und unterhaltsame Texte, die er manchmal mit etwas zu schrägen popkulturellen Vergleichen anreichert. Für seine social-media-affine Leserschaft ist das aber wahrscheinlich genau richtig. Immerhin folgen ihm auf Twitter 66.000 Menschen, auf Facebook sogar 84.000.

Viel in Hegenbergs Buch basiert auf vereinfachten Modellrechnungen und konstruierten Vergleichen. Die Wirklichkeit sieht oft komplizierter aus. Dennoch zeigt er anschaulich, dass es realistische Wege aus der Klima- und Energiekrise gibt. Nach der Lektüre ist klar: Das Schlimmste, was wir tun können, wäre, einfach weiterzumachen wie bisher.

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Lesermeinungen

Wird in dem Buch ernsthaft mit dem Energieproblem ein Weltuntergang in Verbindung gebracht? So schnell geht sie nicht unter. Nur ihre Oberfläche bekommt ein Problem mit den Folgen der Zivilisation. Wenn es gelänge, sie auf den Stand von vor 2000 Jahren zurückzuschrauben, könnte man die Entwicklung verzögern, aufhalten eh nicht. Denn eine echte Nachhaltigkeit ist für das, was zu GAS geworden ist, nicht möglich. Wer das Gegenteil kleinen Kinder erzählt, tut nichts Gutes. Gläubige, wollt ihr ewig leben?

"Dennoch zeigt er anschaulich, dass es realistische Wege aus der Klima- und Energiekrise gibt."

Eher wie gewöhnlich, in der ignorant-arroganten Art des zeitgeistlichen Populismus, dreht er auch nur eine opportunistische Runde im "Tanz um den heißen Brei" - Ich würde jede Wette halten, wenn es konkret ums ganzheitliche, vor allem uneigennützig-konstruktive im ebenbildlichen Gemeinschaftseigentum OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik geht, dann ist es vorbei mit "Anschaulichkeit".