Wasserstopp im Auenland

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Foto: Gunther Willinger

Turopoljer Schweine im Wasser Huteweide

Staudammprojekte gefährden Flüsse im Balkan

Das ist schon gehobenes Kreuzworträtsel-Wissen: Die Save ist der drittlängste Nebenfluss der Donau und schlängelt sich 940 Kilometer lang durch die Länder des Balkans, bevor sie in Belgrad in den Hauptstrom mündet. Dass die Save noch eher unbekannt ist, ist vielleicht ihr großes Glück: Vor allem in Slowenien und Kroatien fließt sie nahezu ­unberührt durch eine urtümliche Landschaft, wie es sie sonst in Europa kaum noch gibt. In den überwiegend nicht bewaldeten Auen brüten Weißstörche, weiden Schweine, Pferde und Rinder, ganz alte Rassen. Im Wasser schwimmt der vom Aussterben bedrohte Huchen, der „Fisch des Jahres 2015“.

Doch die Save ist bedroht. Der Naturschutzorganisation EuroNatur zufolge sollen auf dem Balkan in den nächsten Jahren mehr als 570 Wasserkraftwerke gebaut und Fluss­abschnitte für die Schifffahrt begradigt ­werden. Darunter auch Wasserwege, die durch Naturparks und Schutzgebiete führen. Lo­kale Umweltorganisationen entlang der ­Flüsse engagieren sich bereits gegen diese Eingriffe, EuroNatur unterstützt sie und ­startete die Kampagne „Rettet das blaue Herz Europas“, um auf die Bedeutung dieser Flusslandschaft aufmerksam zu machen.

Fragen an Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur

chrismon: Warum nennen Sie die Balkanflüsse das „Blaue Herz Europas“?

Auf Gewässerkarten steht Blau für intakt: nicht begradigt, nicht betoniert oder gestaut. Auf dem Balkan ist so viel blau wie sonst nirgends. In Deutschland sind nur zehn Prozent der Flüsse noch unberührt, in Albanien sind es über 60 Prozent.

Warum sind natürliche Flussverläufe besser als gerade Ufer?

Das Wasser fließt langsamer, und bei Hochwasser werden die Auen mit ihren Weiden und Wäldern überschwemmt. So wird viel Wasser zurückgehalten. Zudem leben dort seltene Tiere, in den Save-Auen etwa Wildkarpfen, Löffler und Schwarzstorch. 

Wie nutzen das die Menschen?

Die Bauern lassen ihre Tiere weiden. Und es entwickelt sich ein Naturtourismus, der mehr und mehr Leuten Arbeit bietet. Denn es ist wirklich atemberaubend schön dort.

Spendenkontakt: 

EuroNatur (Stiftung Europäisches Naturerbe),
Konstanzer Straße 22, 78315 Radolfzell, Tel. 07732-9272-0,
E-Mail: info@euro­natur.org
Website: www.euronatur.org,
www.bal­kan­rivers.net/de,

Bankverbindung
Bank für Sozialwirtschaft Köln,
IBAN DE42 3702 0500 0008 1820 05,
BIC: BFSWDE33XXX,
Stichwort: chrismon/Blaues Herz Europas. Für die Spendenquittung bitte im Betrefffeld die ­eigene Anschrift angeben.

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Lesermeinungen

Die geringe Lernfähigkeit der Menschen, insbesondere der Politiker und Wirtschaftsunternehmen lässt uns verzweifeln. Lange ist doch schon bekannt, das die Flüsse nicht ausgebaut und begradigt werden dürfen! Doch nun wiederholt sich dieser Mist auf dem Balkan und anderswo erneut. Menschheit kapiere es doch endlich, die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen
die Natur!! Und nicht diese unsinnigen, auf Kommerz ausgerichteten Bauprojekte!