Stipendien für Jugendliche in Mittelamerika

Eine Perspektive zu Haus
Stipendien für lateinamerikanische Jugendliche

Foto: Hans-Jürgen Johnke

Eine Stiftung will Berufsaussichten für lateinamerikanische Minderjährige schaffen

Auf dem amerikanischen Kontinent ist es ähnlich wie in Europa: Menschen aus dem Süden versuchen, in den reicheren Norden zu gelangen. Der schottet sich zunehmend ab. Zwischen den USA und Mexiko verläuft ein über 3000 Kilometer langer Grenzzaun, den Zehntausende Menschen jährlich überwinden wollen. Darunter viele Minderjährige aus zentralamerikanischen Ländern wie Honduras, El Salvador und Guatemala. „Den jungen Leuten fehlt die Perspektive“, sagt Wolfgang Döbrich, ehemaliger Lateinamerika-Beauftragter der bayerischen Landeskirche. In den Partnergemeinden Zentralamerikas traf er auf viele Jugendliche und hörte immer wieder das Gleiche: „Ich würde gerne weiter zur Schule gehen. Studieren. Einen Beruf lernen. Aber das ist einfach nicht drin.“

Der Grundschulbesuch ist in der Regel kos­tenfrei, aber die meisten weiterführenden Bildungseinrichtungen sind privat und kos­ten Geld. Wer das nicht aufbringen kann, bleibt bei schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs hängen und rutscht im schlimmsten Fall ab ­in Drogengeschäfte oder auch Prostitution, berichtet Döbrich. Auswandern sei da oft der letzte Ausweg. Er gründete 2004 eine Stiftung, um jungen Leuten mit Hilfe von Stipendien zu ermöglichen, weiter zur Schule zu gehen und einen Beruf zu erlernen.

Fragen an Wolfgang Döbrich, Gründer der Döbrich-Stiftung

chrismon: Sie unterstützen zurzeit 29 ­Stipendiaten. Wen zum Beispiel?

Ganz neu dabei ist etwa Maria Magdalena, 17, aus El Salvador. Ihre Mutter arbeitet als Sekretärin, der Vater ist meist arbeitslos und findet nur gelegentlich Jobs. Maria hat zwei Brüder. Mit unserer Hilfe will sie das Abitur machen und später Medizin studieren. Ohne Förderung ginge das nicht.

Wie wurde sie ausgewählt?

Der Pastor ihrer Gemeinde hat sie uns vermittelt, sie arbeitet dort mit Kindern und Jugendlichen. Das ist der typische Weg: Unsere Partnergemeinden schlagen uns Jugendliche vor, die sich bei ihnen engagieren.  

Ist das die Voraussetzung?

Ja. Wir glauben: Wer das tut, wird auch später helfen, die eigene Gesellschaft weiterzuentwickeln. Und das brauchen diese Länder, damit ihnen nicht die Leute weglaufen.

Spendenkontakt: 

Annette und Wolfgang Döbrich-Stiftung zur Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Zentralamerika
Traubinger Moosweg 4, 82340 Feldafing,
Tel.: 08157/60 91 34,
E-Mail: wdoebrich@doebrich-stiftung.de,
Homepage: www.doebrich-stiftung.de.

Bankverbindung:
Evangelische Kreditgenossenschaft,
IBAN: DE30 5206 0410 0003 4060 08,
BIC: GENODEF1EK1.
Stichwort: „chrismon“ sowie die eigene Adresse (für Spendenquittung).

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