Schulen der Versöhnung in Burundi

Noch vor wenigen Jahren wäre das unvorstellbar gewesen: Ein Hutu-Junge und ein Tutsi-Mädchen diskutieren im Schulunterricht über Rassenwahn und Volksverhetzung. Im Gymnasium von Kivoga steht das Thema regelmäßig auf dem Stundenplan. Über Jahre hinweg tobte in Burundi wie im benachbarten Ruanda der Bürgerkrieg zwischen Hutu und Tutsi. Hier wie dort gab es grauenvolle Mordaktionen, hier wie dort sah die Weltöffentlichkeit weg. Im Jahr 2000 wurde unter Federführung von Nelson Mandela ein Friedensabkommen geschlossen. Seit 2002 fördert die deutsche Hilfsorganisation Project Human Aid e. V. im Ort Kivoga, Provinz Rutana, eine Grundschule und ein Gymnasium und in der Provinz Bururi die Internatsschule "Petit Séminaire St. Paul Buta". Hier lernen die Kinder das, was ihre Eltern nicht schafften: miteinander reden, miteinander auskommen, egal zu welcher Volksgruppe der oder die andere gehört. Insgesamt unterstützt Project Human Aid 1700 burundische Schulkinder. Die Analphabetenrate im Land liegt bei über 50 Prozent. Ein Drittel aller Schulkinder sind Waisen oder Halbwaisen.

 

Denis Ndikumana, Schulleiter und Projektpartner von Human Aid e.V.

chrismon: Warum gibt es Project Human Aid?

DENIS NDIKUMANA: Die Zukunft unseres Landes beginnt in den Klassenzimmern. Nach über 30 Jahren Bürgerkrieg müssen Hutu und Tutsi lernen, gemeinsam zu leben.

Ein Leser spendet Ihnen 100 Euro -  was machen Sie damit?

NDIKUMANA: Mit 100 Euro finanzieren wir zehn Kindern einen Monat den Schulbesuch - und zwar komplett: Essen, alle Materialien und die Lehrergehälter..

Welches Ziel haben Sie für die nächsten fünf Jahre?

NDIKUMANA: Es gibt viel zu wenig Schulen im Land. Theoretisch könnten wir mehr Schüler fördern, doch dazu müssen erst die Gebäude da sein. Hier werden wir uns noch stärker als bisher engagieren. Ein weiteres Ziel ist es, die Kinder zu Handwerkern auszubilden.

 

Was andere meinen

Bernard Bududira, Bischof der Provinz Bururi: "Die Armut seit dem Bürgerkrieg lähmt jede Entwicklung. Wir brauchen Hilfe, um den Wiederaufbau des Landes in Angriff nehmen zu können. Ohne Schulbildung für die Kinder ist dies nicht zu erreichen. Eine unwissende Bevölkerung ist nicht in der Lage, eine funktionierende Demokratie zu errichten."

 

Spendenkontakt: 

Spenden Project Human Aid e. V., Bank für Sozialwirtschaft, Konto 84 18 300, BLZ 251 205 10, Stichwort chrismon. Für die Spendenquittung unbedingt die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben. Einnahmen 2004 44.777€ , Ausgaben 2004 27.988€, darin Verwaltungskosten 2.024€, Fest projektierte Ausgaben für 2005 30.865€

Adresse
Project Human Aid e. V.,
Postfach 5853,
78437 Konstanz,
Telefon 030/34 54 06 49,
Fax 030/81 79 74 64,
Internet: http://www.project-human-aid.de/

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.