Schule statt Sandmine - ein Projekt gegen ausbeuterische Kinderarbeit in Sambia

Die Kinder sind zwischen fünf und 18 Jahre alt. Sie arbeiten in Sandminen und in Kupferbergwerken, sie schleppen Ziegelsteine - oder sie verkaufen ihren Körper. Kinderarbeit gehört in Afrika zum Alltag. Vor drei Jahren begann die Brethren in Christ Church, kurz BIC genannt, mit der Projektarbeit in sechs Vororten der sambischen Stadt Choma. Für die rund 600 Bewohner von Kabanana Compound zum Beispiel, acht Kilometer nördlich vom Stadtzentrum, gibt es nur zwei Toiletten, keine Schule, keine Klinik ist für sie erreichbar. Viele Männer starben an Aids, viele Kinder leben allein mit ihrer Mutter, als Vollwaisen oder bei ihren Großeltern. Seit Jahren herrscht Dürre in der Region. Landwirtschaft ist nicht mehr möglich. Bis 2011 wird das BIC-Projekt von der Kindernothilfe in Deutschland finanziert. Zurzeit sind in den sechs Vororten insgesamt 847 Frauen organisiert; 1247 Kinder lernen schreiben und lesen, ohne Schulkosten. Hinzu kommt, unterstützt von ansässigen Händlern, ein Kleinkreditprogramm für Frauen. Es hat sich gezeigt: Jeden verdienten Cent stecken die Mütter in die Bildung ihrer Kinder.

Fragen an Cornwell Hademu, Projekt­koordinator bei BIC in Choma, Sambia

chrismon: Wonach wählen Sie die Kinder für Ihr Förderungsprogramm aus?
Cornwell Hademu:
Zum einen entscheidet die Bedürftigkeit: also Aidswaisen oder Kinder, die nur noch ihre Großeltern haben. Und dann gibt es einen Eigenanteil, den jeder zu leisten hat: einen starken Willen und Durchhaltevermögen. Da unsere Leute im Viertel leben, kennen sie die Kinder gut.

Ihre größten Probleme?
Die unglaubliche Armut in dieser Region. Viele hungern, da ist kein Geld für Bildung übrig. Hinzu kommt Aids. Fast jede Familie ist betroffen, alle Kraft und oft auch das einzige Geld gehen in die Pflege der Kranken. 

Was machen Sie mit 100 Euro?
Damit finanzieren wir eine Informationskampagne für einen Stadtteil. Aufklärung ist entscheidend. Viele entscheiden sich für die Bildung und gegen Kinderarbeit, wenn sie wissen, was das für die Kinder ändern kann.

Spendenkontakt: 

Kindernothilfe e.V. Spendenkonto: KD-Bank eG, Konto: 45 45 40, BLZ: 350 60 190.
Stichwort: chrismon. Für die Spendenquittung unbedingt die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben
BIC-Etat bei der Kindernothilfe für 2009: 79 000
Adresse Düsseldorfer Landstraße 180, 47249 Duis burg,
Telefon 0203/77 89 111, Fax 0203/ 77 89 118,
www.kindernothilfe.de

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