Salus Oculi Litauen, Hilfe für Blinde im Baltikum

Blindenhilfe in Litauen

Blindheit ist in vielen Ländern Osteuropas das Schicksal vieler, vor allem alter, Menschen. Eine mangelnde Gesundheitsvorsorge führt dazu, dass Krankheiten unentdeckt bleiben und Sehbehinderungen bis zur Blindheit verursachen. Diabetes beispielsweise kann zu einer Ablösung der Netzhaut führen, nur eine rechtzeitige Operation mit Laserstrahl hält den Prozess auf. Salus Oculi Litauen hat sich diesem Ziel verschrieben. Mit einem Kredit des Deutschen Blindenhilfswerks hat der kleine Verein mit Sitz in der Stadt Kaunas ein Lasergerät gekauft und an ein örtliches Krankenhaus vermietet. Die Operationen erfolgen gegen Gebühr, abgestuft nach persönlichen Vermögensverhältnissen. Mit dem Geld wird das Gerät abbezahlt. Außerdem können davon Hilfs- mittel für andere Sehbehinderte oder Blinde gekauft werden, deren Krankheit nicht operabel ist: Blindenstöcke, Uhren, Abzeichen oder sprechende Blutzuckermessgeräte. Das Modell von Salus Oculi Litauen soll auch in den baltischen Nachbarländern anlaufen. Zurzeit prüft das Deutsche Blindenhilfswerk einen Antrag aus Lettland.

Lilija Brinz, Präsidentin von Salus Oculi Litauen, Kaunas

chrismon: Warum gibt es Salus Oculi Litauen?

LILIJA BRINZ: Blindheit ist bei uns oft eine Armutskrankheit. Reiche leisten sich Operationen im Ausland, Arme leben vereinsamt in ihren Wohnungen. Es gibt zu wenig Blindenstöcke, geschweige denn so etwas wie Mobilitätstraining.

Ein Leser spendet Ihnen 100 Euro -  was machen Sie damit?

BRINZ: Bei mittleren Sehbehinderungen reicht das Geld für drei Operationen mit unserem Lasergerät.

Welches Ziel haben Sie für die nächsten fünf Jahre?

BRINZ: Wir erwirtschaften pro OP etwa 12 Euro. Davon können wir neue Geräte kaufen. Unser Ziel ist ein Kreislauf: Mit jeder Operation kommt Geld herein, das wir für weitere Kranke ausgeben können. Momentan jedoch haben wir Probleme mit der Wartung des Geräts. Dafür fehlt uns Geld und so müssen wir geplante Operationen absagen.

Was andere meinen

Corinna May, Sängerin: Ich bin selbst blind und weiß, was es heißt, auf andere Menschen angewiesen zu sein. Es macht mir Mut, wenn ich sehe, wie Menschen mit wenig Hoffnung durch die Initiative anderer gestärkt werden. In Litauen wurde ein guter Gedanke in die Tat umgesetzt. Ich hoffe, dass andere folgen werden. Uns allen, auch mir selbst, wird durch solche Projekte geholfen

Information

Spenden Deutsches Blindenhilfswerk e. V., Bank für Sozialwirtschaft, Konto 7213 300, BLZ 370 205 00, Stichwort chrismon. Für die Spendenquittung bitte Ihre Anschrift auf dem Überweisungsträger angeben. , Einnahmen Salus Oculi Litauen 2001 1.336 # , Ausgaben für das OP-Gerät und Blindenhilfsmittel 1.036 #, Ausgaben für Verwaltung 300 #

Adresse: c/o Deutsches Blindenhilfswerk
Lotharstr. 116,
47057 Duisburg,
Telefon 0203/35 53 77,
Fax 0203/37 62 39,
http://www.blindenhilfswerk.de/

 

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