Rinder impfen, Ziegen heilen

Eine deutsche Organisation bildet Tiergesundheitshelfer in Ostafrika aus 

Wenn John Malek und Aurlio Akondo mit dem Dienstrad durch den Busch strampeln, dann haben sie oft Medikamente dabei: Antibiotika für Ziegen, Wundöl für Schafe oder auch, gut gekühlt in einer Kühltasche, Impfstoffe gegen die Schlafkrankheit von Rindern, Nagana genannt. Die Tiergesundheitshelfer aus dem Südsudan sind im Auftrag der Hilfsorganisation "Tierärzte ohne Grenzen" (ToG) unterwegs. Wie in vielen Gebieten Ostafrikas leben auch in dieser Region die halbnomadischen Stämme vor allem von der Tierhaltung und wirtschaften hauptsächlich mit Milchprodukten. Fleisch wird kaum gegessen, dafür sind die Tiere, auch als Objekte für den Tausch gegen Getreide, viel zu kostbar. Die in Hannover beheimatete Organisation ToG gibt es seit 1991. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Ausbildung einheimischer Tiergesundheitshelfer. In ihren Projekten in Kenia, Tansania, Somalia und im Südsudan beschäftigt ToG 70 Mitarbeiter, darunter sechs Europäer. In Deutschland beteiligten sich an einem Aktionstag unter dem Motto "Impfen für Afrika" 700 Tierärzte: Sie spendeten die Hälfte ihrer an diesem Tag erzielten Impfeinnahmen für das Projekt.

 

 

Fragen an Willi Dühnen, Büroleiter von "Tierärzte ohne Grenzen", Nairobi

chrismon: Dort, wo Sie arbeiten, hungern die Menschen. Muss man denn wirklich für teures Geld Tiere behandeln?  
Willi Dühnen:
Ja, genau das ist notwendig. Denn gerade in diesen Regionen wächst wegen der Trockenheit kein Getreide. Die Menschen überleben nur dank ihrer Tiere.

Tierhaltung ist dort seit Generationen üblich. Was bringen Sie den Menschen bei?
Sicherlich gibt es ein tradiertes Wissen, und das nutzen wir auch. Doch gegen viele Krankheiten und Seuchen gibt es heute moderne Medikamente. Dafür muss man wissen, wie man sie richtig verabreicht. Und eine Kühlkette für Impfstoffe mitten im Busch aufzubauen, ist eine enorme logistische Leistung.

Was machen Sie mit 100 Euro Spenden?
Eine Rinderimpfung im Südsudan kostet inklusive aller Kosten (Transport, Personal, Kühlkette usw.) ca. 3 Euro. Mit 100 Euro können wir an die 33 Impfungen durchführen.

Spendenkontakt: 

Tierärzte ohne Grenzen e. V.
Volksbank Hannover, BLZ 251 900 01, Konto-Nr. 0 434 343 300, Stichwort: chrismon. Für die Spendenquittung unbedingt die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben.
Etat 2006 2,5 Millionen Euro.
Adresse Tierärzte ohne Grenzen e.V., Bünteweg 2, 30559 Hannover, Telefon 0511/953 7995, Fax 0511/953 82 7995, www.togev.org

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