open.med: Ärztliche Behandlung ohne Krankenversicherung in München

Behandlung - auch ohne Krankenversicherung
Patienten behandeln, die keinen Krankenschein haben. Bei "open.med" ist das möglich.

Mit jedem Patienten kommt Geld ins Haus. So funktionieren Kliniken und Arztpraxen nor­malerweise. Bei "open.med", Görresstraße 43 in München, ist das anders. Die Mediziner, die hier zweimal die Woche eine öffentliche Sprechstunde abhalten, verdienen nichts ­dabei. Wer bei ihnen Hilfe sucht, hat keine Krankenversicherung – und also Schwierigkeiten, medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen: Deutsche, EU-Bürger, Migranten ohne regulären Aufenthaltsstatus.

2006 hat die Organisation Ärzte der Welt die Anlaufstelle gegründet, 2010 kamen 455 Menschen zu "open.med", über 100 mehr als im Jahr zuvor, unter ihnen viele Schwangere. Die Stadt München unterstützt das Projekt, die Kosten für Geräte oder Medikamente werden aus Spenden finanziert. Seit drei Jahren gibt es auch eine kinderärztliche Sprechstunde.

Außerhalb der Sprechzeiten können die Pa­tienten ganztägig über eine Hotline einen Mitarbeiter erreichen. Und es hat sich in München inzwischen ein Netzwerk von etwa 70 niedergelassenen Ärzten gebildet, die ­solche Patienten in ihren Praxen ­anonym und kostenfrei behandeln.

Spendeninfo

Ärzte der Welt – open.med
Sprechstunden
Dachauer Straße 161
80636 München
Telefon: 089 4520 7658
Hotline: 0177 5116965
E-Mail: openmed@aerztederwelt.org
www.aerztederwelt.org/muenchen

Bankverbindung
Deutsche Kreditbank (DKB)
BLZ 120 300 00
Konto 1004 333 660
Stichwort: chrismon/open.med
Für die Spendenquittung unbedingt die eigene Anschrift im Betrefffeld der Überweisung angeben.

Interview

Fragen an Dr. Peter Schwick, der die kinderärztliche Sprechstunde bei open.med leitet

Wo empfangen Sie die Patienten?
In einem kleinen Raum im Zentrum von ­München. Da gibt’s nicht viel: eine Unter­suchungsliege, zwei Stühle, ein altes Ultraschallgerät, einen Blutdruckmesser, einen Medikamentenschrank. Ein echtes Kontrastprogramm zur Hochglanzausstattung nor­maler Praxen, inklusive meiner eigenen.

Kriegen die Klienten von "open.med" eine solche nie zu sehen?
Doch. Die "open.med"-Kindersprechstunde ist ja nur alle zwei Wochen. Wenn ein krankes Kind dazwischen behandelt werden muss oder spezielle Untersuchungen braucht, kommt es in meine Praxis oder zu Kollegen.

Ist das denn eine Dauerlösung?
Nein. Wir brauchen dringend eine Struktur, in der alle Menschen gesundheitlich versorgt werden können, auch die ohne Geld oder ­Papiere. Es darf nicht sein, dass ein Verein dafür mühsam Spenden auftreiben muss.

Fragen an Dr. Peter Schwick, der die kinderärztliche Sprechstunde bei open.med leitet

Wo empfangen Sie die Patienten?
In einem kleinen Raum im Zentrum von ­München. Da gibt’s nicht viel: eine Unter­suchungsliege, zwei Stühle, ein altes Ultraschallgerät, einen Blutdruckmesser, einen Medikamentenschrank. Ein echtes Kontrastprogramm zur Hochglanzausstattung nor­maler Praxen, inklusive meiner eigenen.

Kriegen die Klienten von „open.med“ eine solche nie zu sehen?
Doch. Die „open.med“-Kindersprechstunde ist ja nur alle zwei Wochen. Wenn ein krankes Kind dazwischen behandelt werden muss oder spezielle Untersuchungen braucht, kommt es in meine Praxis oder zu Kollegen.

Ist das denn eine Dauerlösung?
Nein. Wir brauchen dringend eine Struktur, in der alle Menschen gesundheitlich versorgt werden können, auch die ohne Geld oder ­Papiere. Es darf nicht sein, dass ein Verein dafür mühsam Spenden auftreiben muss.

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