Nothilfe im Jemen

Es mangelt selbst an Brot und Wasser
Diakonie Katastrophenhilfe im Jemen

Abdullah Gamal Abdullah/Diakonie Katastrophenhilfe

Für einen Gutschein bekommt das Mädchen an der Verteilstation eine Tüte mit Brotstangen

Um Hunger und Mangelernährung zu bekämpfen, hat die Diakonie Katastrophenhilfe im Distrikt Mokha des Regierungsbezirks Taizz ein Nothilfeprojekt gestartet, das die Ernährung der Bevoelkerung verbessert. In den Ortschaften Al-Hayee und Yahktual werden Bäckereien durch Ausstattung und Backmaterialien unterstützt. Damit wird die Produktion von Brot als Grundnahrungsmittel in den Gemeinden deutlich erhoeht. Ein Gemeindekomitee wird gegründet, das die Verteilung von Brot-Gutscheinen organisiert und die Ausgabe der Coupons an die Begünstigten Familien gewährleistet. Das Projekt verbessert drei Monate lang die Ernährung von 700 Familien. Davon profitieren 4.900 Menschen. Durchgeführt wird dieses Projekt mit der erfahrenen Partnerorganisation For All Foundation for Development (FAF).

In Jemen verhungern die Kinder oder sterben an Cholera. Die Diakonie Katastrophenhilfe versucht, die Not zu lindern

Die Bilder von ausgemergelten, extrem geschwächten Kindern gehen schon lange um die Welt. In Jemen, am Südzipfel der arabischen Halbinsel, herrscht seit fast fünf Jahren Krieg. Rebellen besetzten den Norden und die Hauptstadt Sanaa. Der Präsident floh in das Nachbarland Saudi-Arabien, die Restregierung verlegte ihren Sitz nach Aden an der Südküste. Dort versuchen Separatisten aus dem Süden, die Macht zu übernehmen. Ein Ende ist nicht in Sicht – auch, weil weitere Länder mitmischen, vor allem Saudi-Arabien.
Die Lage für die knapp 30 Millionen Einwohner wird immer schlimmer. Bomben fallen auf ihre Anbau- und Weideflächen und auf Fischereigebiete. Über drei Millionen Menschen verließen ihre Heimat und hausen in notdürftigen Lagern, oft ohne sauberes Trink­wasser, ohne sanitäre Anlagen. Jetzt breitet sich auch noch die Cholera aus. Die Hungernden haben den gefährlichen Durchfallerkrankungen kaum etwas entgegenzusetzen.

Ein Büro in Aden

Wo fängt man an mit der Hilfe bei so viel Leid? ­Michael Frischmuth plant die Einsätze der Diakonie Katas­trophenhilfe in Asien. "Wir müssen erst mal die akute Not lindern: die Cholera-Epidemie eindämmen und die Menschen vor dem Hungertod bewahren." Die Diakonie Katastrophenhilfe hat ein Büro in Aden eröffnet und arbeitet mit drei jemenitischen Hilfsorganisationen zusammen. Die Mitarbeiter arbeiten in verschiedenen Regionen des Landes. Sie bringen Trinkwasser in Dörfer und Camps, reparieren Wasserleitungen, bauen Brunnen und Latrinen. Sie geben Lebensmittel aus und beliefern Bäckereien mit Zutaten und Geräten. Über Gutscheine verteilen Gemeindekomitees dann das gebackene Brot an bedürftige Familien.

Gefährliche Schiffspassage

Die Hilfsarbeiten sind mühsam und gefährlich. ­Straßen sind zerstört, Landminen liegen im Boden. Es kommt ­immer wieder zu Bombenangriffen und Boden-kämpfen. Das erlebte auch Michael Frischmuth, der ­normalerweise von seinem Berliner Büro aus arbeitet. Im vergangenen August flog er für zwei Wochen in den Jemen, um die Projektregionen zu besuchen. Nach seiner Ankunft in Aden flammten in der Stadt heftige ­Kämpfe zwischen Separatisten und Regierungs­truppen auf. Frischmuth kam nicht raus aus der Stadt, auch sein Rückflug platzte, der Flughafen war geschlossen. Er ­konnte dann im ­Hafen auf ein Schiff steigen, das UN-­Hilfslieferungen in den ­Jemen gebracht hatte. Es nahm ihn quer über den Golf von Aden mit nach Djibouti. Zum Schutz vor Piraten wurde es von Militär­schiffen ­eskortiert. Frischmuth will dennoch bald wieder hin­fahren. "In Jemen sind 80 ­Prozent der Menschen auf ­humanitäre Hilfe ange­wiesen. Gemessen an der Einwohner­zahl ist dies die größte ­humanitäre Krise weltweit."

Spendeninfo

Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
Caroline-Michaelis-Str. 1
10115 Berlin
Diakonie Katastrophenhilfe in Jemen
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Tel.: 030-65211 4711
Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de
 

 

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